Splittingtarif bei Steuerklasse 3/5

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1 Antwort

Der Denkfehler besteht offenbar darin, dass Du wohl davon ausgehst, die Steuerklassen würden bei der Veranlagung zur Einkommensteuer angewendet. Die Steuerklassen sind aber nur ausschlaggebend für den Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber.

Bei der Veranlagung wird dann unabhängig von den Steuerklassen die Jahressteuer für Euch zusammen ermittelt. Die vom Arbeitgeber einbehaltene Steuer wird darauf angerechnet, so dass sich für Euch eine Erstattung oder Nachzahlung ergibt.

Habt Ihr also im Lauf des Jahres Steuerklassen gehabt, die für Euch günstig waren, dann bekommt Ihr auch am Ende des Jahres weniger raus bzw. müsst evtl. sogar nachzahlen.

Hallo Helefant, vielen Dank.

Wieso freuen sich dann Leute, wenn sie z. B. im Dezember heiraten, dass sie nun für das ganze Jahr rückwirkend z.B. Steuerklasse 3/5 haben und dadurch weniger Steuern zahlen müssen anstatt wenn sie erst im nächsten Jahr geheiratet hätten und in Klasse 1 geblieben wären?

Das würde dann ja bedeuten, dass man sich eigentlich nicht über die Steuerklassenkombination rückwirkend freut, sondern eher, dass man bei der Steuererklärung nach dem Splittingtarif bewertet wird und nicht nach dem Grundtarif, oder?

Weil es immer heißt: Egal wann im im Jahr heiratet und selbst wenns erst am 30.12. passiert, hat man rückwirkend das Recht auf Steuerklasse 3. Das würde dann ja somit eigentlich nichts bringen, weil man schon 11 Monate die hohen Steuern aus Steuerklasse 1 bezahlt hat. ABER bei der Steuererklärung kann man dann nach dem Splittingtarif besteuert werden, was z.B. bei deutlich unterschiedlichen Einkommen etwas bringt. Aber diese "Freude" über die Steuerersparnis RÜCKWIRKEND hat dann ja eigentlich mit der Steuerklasse nichts zu tun, sondern mit dem Splitting. Verstehst du, wie ich das meine? Weil es immer heißt "super, dann kannst du Steuerklasse 3 beantragen und das gilt rückwirkend ab dem 1.1.)...

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@seven7yseven

Ja, Steuerklasse 3 und Zusammenveranlagung wird halt häufig in einen Topf geworfen. Wenn man am 31. Dezember heiratet, dann wird man bei der Steuererklärung behandelt, als wenn man das ganze Jahr verheiratet gewesen wäre. Aber die Steuerklasse wird erst ab Heirat geändert. Genau deshalb gibt es ja mit der Steuererklärung dann oft sehr viel Geld zurück.

Übrigens: wie Du schon sagst, ist die Splittingtabelle nur bei unterschiedlichen Einkommen vorteilhaft. Das ist auch der Grund, warum man bei der Steuerklassenkombination 3/5 zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist. Bei annähernd gleichen Einkommen kann es nämlich dann zur Nachzahlung kommen.

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