Spielen mit der Blende?

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6 Antworten

Moin,

grundsätzlich bist Du auf dem richtigen Weg, größte Blendenöffnung - geringe  Schärfentiefe, je weiter die Blende geschlossen wird, desto größer die Schärfentiefe.

Die Sache hat nur einen Haken, die den bösen Namen "Beugungsunschärfe" hat.

Blendest Du zu weit ab wird das Bild, beginnend im Zentrum wieder zunehmend unschärfer.

Ab wann man in den kritischen Bereich kommt hängt von Sensorgröße, Auflösung und Objektiv ab.

Am besten mal ein Motiv auswählen, Kamera auf's Stativ, Fernauslöser verwenden, ISO min und mit Zeitautomatik das Motiv von größter bis kleinster Blendenöffung fotografieren.

Anschließend am Rechner die Fotos auswerten und Du siehst ab wann die Beugung einsetzt und die Schärfe geringer wird.

Grundsätzlich wenn die Schärfentiefe groß sein soll, die Brennweite so kurz wie möglich auswählen, abblenden bis zur kritischen Blende, nur notfalls mal darüber,

Wenn alles nicht hilft, muss zusätzliche Software helfen (Stichwort "focus stacking").

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Kommentar von WarpDiva
17.08.2016, 11:45

Hoppla! Da hast du jetzt ein Stichwort erwähnt, was sehr wahrscheinlich auch zu meiner vorherigen Fragestellung passen würde (anderer Thread)

Ich habe nämlich das "Problem", dass ein paar Bilder auf Capture One 9 Pro nicht in volle Grösse exportiert wird, sondern ganz leicht nach unten skaliert wird. Der Support lässt sich immer sehr lange Zeit mit der Antwort, weswegen die Frage bis heute noch ungeklärt ist.

Aber ich glaube, ich begreife es jetzt. Denn das eine Bild wurde auch mit einer grossen Blendenöffnung fotografiert und wurde dann von Capture One 9 Pro 3 % geringer skaliert. Der Support erwähnte was von der Objektivkorrektur, dessen genaue Einstellung ich aber nicht gefunden habe. 

Ich nehme jetzt mal an, dass genau diese Beugungsunschärfe möglichst gering gehalten wurde? Das erklärt natürlich einiges, auch, warum das Bild mit der Mühle korrekt ist, da mit einer kleinen Blendenöffnung gearbeitet wurde. 

Ich weiss nicht... Zum Testen ist das mit der Zeitautomatik vielleicht ganz nützlich. Selber habe ich gemerkt, dass ich mit der manuellen Einstellung am weitesten komme bzw selber mit dem Ergebnis zufriedener bin. Aber ist alles auch situationsabhängig natürlich.. Hmm. Ich werde demnächst sowieso in meinem Nebenjob wieder die Gelegenheit haben, ein paar Tennisspiele aufzunehmen. Ich denke, bei Sportaufnahmen ist die Zeitautomatik am dienlichsten. Wobei ja... ich weiss nicht, ob man das falscher Stolz nennt, wenn ich gerne lieber selber alles einstelle. Dann weiss ich schlussendlich auch, dass ich es begriffen habe oder zumindest auf dem richtigen Weg bin. 

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Hier gibt es einen sehr guten Fotolehrgang der auch dieses Thema ausführlich behandelt.

http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/lehrg.htm

Das Zusammenspiel Blende und Verschlußzeit ist wie bei einem Wasserhahn.

Drehst du den Hahn nur wenig auf, dann brauchst du sehr lange um eine Tasse zu füllen. Drehst du den Han weit auf ist die Tasse sehr schnell voll.
Bei der Kamera ist die Tasse der Sensor, der Hahn die Blende und die Zeitdei Belichtungszeit.
Also kleine Blende (große Blendenzahl) bedeutet lange Blichtungszeiit, große Beldenöffnung (kleine Blendenzahl) ergibt kurze Belichtungszeit.

Die Schärfentiefe / Tiefenschärfe (ist beides genau das Gleiche) ist schon schwieriger zu erklären. Kurz gesagt: Große Blendenöffnung ergibt eine geringe Schärfentiefe, kleine Blendenöffnung eine große Schärfentiefe.

Ein Bild komplett von ganz vorne bis nach ganz hinten komplett scharf zu kriegen geht nicht. Dazu müsste die Blendenöffnung winzig klein sein und dementsprechend die Zeit extrem lang.
Bei kleiner Blendeöffnung tritt dann noch ein Effekt auf den man "Beugungsunschärfe" nennt, und der physikalisch bedingt ist.
Ich fotografiere schon seit einigen Jahren, und kleiner als Blende 22 nutze ich eigentlich  nie. Höchstens bei starker Sonne.

Andererseits spiele ich gerne mit geringer Schärfentiefe, also großer Blendenöffnung, insbesondere bei Portraits.

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Kommentar von WarpDiva
17.08.2016, 10:08

Hui, das hilft mir schon sehr viel weiter. Danke für deinen tollen Beitrag! Ich werde mir den Link merken :-)

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Um ganz sicher zu gehen : Kleine Blende meint kleine Öffnung des Objektives, aber große Zahl auf dem Blendenring. Je kleiner das Loch, desto weniger Licht kommt durch, also muss zum Ausgleich die Zeit verlängert werden. Ebenso ist die Tiefenschärfe dann höher, d.h. es ist ein größerer Bereich scharf. Im Gegenzug : kleine Zahl bedeutet grosse Öffnung, bei einem Portrait im Nahbereich kann dann Sie Nasenspitze unscharf sein, wenn auf die Augen eingestellt wurde.

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Keine Tiefenschärfe also nur ein sehr kleiner Bereich scharf und der Rest unscharf = Brennweite 90mm und mehr + offene Blende (also kleinste Blendenzahl, die das Objektiv bietet). 

Ich würde hier Zeitautomatik wählen, so dass die Kamera diese (Zeit)aufgabe erledigt.

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Kommentar von WarpDiva
17.08.2016, 10:09

Danke für deinen Tipp. Ich arbeite aber lieber mit der manuellen Einstellung, so dass ich selber die Kontrolle über sämtliche Einstellungen haben. Mit den Automatik-Programmen bin ich mit meiner Kamera nicht wirklich zufrieden. Diese nutze ich nur sehr selten. 

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Du wolltest bei dem Bild die Unschärfe eliminieren... aber wieso ist das Bild völlig unscharf? :-S

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Kommentar von WarpDiva
17.08.2016, 10:08

Ist es nicht. Wahrscheinlich musst Du nur länger warten, damit alles geladen werden kann, da die Datei mit 6016 x 4000 recht gross ist

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Für mich sieht es eher so aus, als wäre der Fokus einfach falsch gesetzt und/oder dei Belichtungszeit zu lange und etwas verwackelt.


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