Spiegelreflexokamera macht das bild dunkler als es echt ist?

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8 Antworten

Hallo

die Kamera hat eine Spotmessung, also Blätter per Spotmessung anvisieren und Messwert fest speichern. Ausschnitt wählen und auslösen. Dann in der Rückschau das Histogramm einblenden und nachsehen wieviel EV Reserve man auf der Dunklen Seite hat. Kamera per ISO Taste um den nötigen EV Wert korregieren und das Bild nochmal schiessen. Jetzt sind die Lichter noch nicht ausgefranmst und die Blätter haben noch Zeichnung auch wenn man das nicht unbedingt auf dem Monitor der Kamera erkennt. Wenn man schon länger fotografiert weiss man in etwa schon ob man 2 oder 3 Lichtwerte Unterbelichten muss und irgendwann "sieht" man auf dem Bild wie die Lichtwertverteilung ist und muss gar nicht mehr gross rummessen. Dann stellt man auf M und vergisst das ganze Elektronikgedöns. Mit fast 13 Lichtwerten Dynamik in RAW kann man fast nicht fehlschätzen. Am besten für anfänger wäre ein gebrauchter Belichtungsmesser wo man dann vor dem Fotografieren einfach denn Lichtwert der Lichtmessung auf die Kamera überträgt. Das ist eine wesentlich bessere und genauere Messung als es selbst Profi DSLR können. Aber dafür muss man schon verstehen wie Fotografieren funktioniert und wie man mit der Technik umgeht bzw wo die Grenzen der Sensoren sind.

Fotografieren ist so einfach wie Radfahren man muss dazu aber die Stützräder abbauen und wohl ein paar mal auf die Schanuze fallen weil man es sonst nie lernt und immer mit den Stützrädern rumkrebst wo der Profi in voller Fahrt in der Kurve vorbeischiesst

So allgemeingültig lässt sch die Frage nicht beantworten, wenn man die Situation nicht kennt. In jedem Fall hilft zumindest die manuelle Belichtungseinstellung, da kannst Du einigermaßen die Helligkeitsverhätnisse einstellen wie Du sie haben möchtest. Wenn es dann trotzdem kein zufrieden stellendes Ergebnis gibt, dann kann man noch folgendermaßen eingreifen: 1) Verwendung eines Grauverlaufsflters um den Himmel etwas abzudunkeln, ggf.werden aber auch Bereiche dunkler abgebildet, bei denene es nicht sein soll. 2) Längere Belichtung vom Stativ, dabei sollten die Blätter mit einer Zusätzlichen Lichtquelle erleuchtet werden, hierfür bieten sich extrem lichtstarke LED Taschenlampen an. Der Nachteil kann hier Bewegungsunschärfe durch Bewegung der Bäume bedingt sein, kann aber auch einen zusätzlich schönen Effekt bringen.

Lies dich mal vernünftig in die Technik einer DSLR ein. Ein erster Ansatz ist das Handbuch der Kamera, ansonsten gibt es auch Bücher zu solchen Standardkameras, in denen dir alles Relevante speziell für deine Kamera erklärt wird.

Dann stellst du fest, daß es etwas wie eine Belichtungsmessung gibt. Die erfolgt entweder über einzelne oder mehrere Punkte im Bild.

Bei hellem Himmel hinter dunklen Blättern heißt das:

a) Die Kamera nimmt den Helligkeitswert der Blätter als Anhaltspunkt und versucht, diese vernünftig hell/ dunkel abzubilden. Dadurch wird dann der hellere Himmel sehr hell. Denn schließlich wird der Wert für das gesamte Bild übernommen.

b) Die Kamera nimmt den helleren Wert des Himmels, dann werden die Blätter dunkler.

c) Die Messfeldsteuerung nimmt alle verfügbaren Werte als Referenz, die Kamera erzeugt einen Mittelwert.

Wenn Du in eine so hellfe Lichtquelle wie den Himmel fotografierst und machst das im Automatikmodus, dann belichtet die Kamera logischer Weise den Himmel richtig. Die Blätter die wesentlich dunkler sind, sind dann natürlich unterbelichtet. Soweit normal.

Es gibt jetzt verschiedene Möglichkeiten das "Problem" fotografisch zu lösen:

  1. Du machst eine HDR Aufnahme aus mindestens 3 Bildern und hast dann den erhöhten Dynamikumfang so das alles eben richtig belichtet ist

  2. Wenn Du z.B. den Himmel am Horizont fotografierst, kannst Du einen Grauverlaufsfilter auf das Obejktiv schrauben. Ja nach Stärke des Filters bewirkt der Grauverlauf z.B. von oben nach unten (unten ist transparent) da oben im Grauverlauf 1-3 Blenden weniger sind. Dadurch wird dann die Belichtung wie unten im transparenten Bereich passend gemacht und oben fehlen 1-3 Blendenstufen (je nach Filterstärke). Das Ergebnis ist also ein abgedunkelter Horizont der dann zum restlichen Bild passt. Grauverlaufsfilter bekommst Du im Fotofachgeschäft oder bei Amazon.

  3. Du arbeitest mit der Belichtungskorrektur an der Kamera. Stellst also mit dem entsprechenden Knof (weiß nicht wie der bei Nikon beschriftet ist da ich Canon habe) eine gezielte Unter- oder Überbelichtung ein.
  4. Du fotografierst (hoffentlich) im RAW Format mit Deiner Kamera und kannst im RAW Konverter von Photoshop oder dem von Nikon mitgelieferten Softwarepaket das Bild entsprechend nachbearbeiten.

Es gäbe noch weitere Möglichkeiten - ich denke das reicht aber fürs erste! ;-)

Im Grunde gebe ich auch meinen Vorrednern Recht: beschäftige Dich wirklich ausführlich mit der Bedienungsanleitung! Stecke sie in die Tasche und probierre draußen direkt aus. So lernt man es! ;-)

Viel Spaß!

Schöne Auflistung der Möglichkeiten, nur HDR im Wald mit Blättern, das geht nur mit einem Pseudo-HDR, für tatsächlich mehrere Aufnahmen hintereinander musst du schon einen mächtig windstillen Tag abwarten. ;)

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@Jerne79

Ja stimmt - da hast du natürlich Recht! Und ohne Stativ funktioniert es dann selbstverständlich eigentich auch nicht... ;-)

Ich denke in diesem Fall ist wahrscheinlich die von von IXXIac genannte Methode mit Spotmessung und Belichtungskorrektur die beste Möglichkeit.

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Ganz einfach... Du brauchst einige Blitze, die du ringsum aufstellst und die dir die viel, viel dunkleren Blätter (aus Kamera-Sicht) aufhellen.

Die Kamera sieht Licht nicht wie das menschliche Auge! Die Kamera kann nur einen viel kleineren Kontrastumfang verarbeiten und wiedergeben. Daher muss man einen Weg finden diese Kontraste auszugleichen.

Entweder man dunkelt den Himmel ab (ND-Verlauffilter) oder man Hellt den Vordergrund auf (Blitz, Reflektor, etc.)

Du solltest jedoch mal ganz dingend die Grundlagen lernen! Such mal auf Youtube nach "Fotografie Basics" und "Fotografie Grundlagen". Da wird normalerweise alles sehr gut und verständlich erklärt!

wie willst Du einen ganzen Wald mit Blitzen aufhellen? Da brauchst Du aber gewaltig Blitzpower!

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@JOWSFotografie

Wenn man zufällig grad ein 8m Super-UWW oder Fisheye verwendet ist das schon ein wenig aufwändig!

Sofern man sich in normaleren Brennweiten wewegt ist das ja kein Problem!

  1. Hat man ja nicht den ganzen Wald im Bild sondern nur einen Ausschnitt
  2. Muss man ja nur Details am Rand aufhellen und nicht etliche km tief hinein belichten

Je nach Einsatzort kann es durchaus reichen 4-8 Blitze + Stative zu verwenden um großflächig die Ausleuchtung zu machen.

Ich bin auch hast immer mit 3-4 YN-460 + Stativen und sogar Schrimen unterwegs.

Es gibt halt nur die 2 Varianten... Das Dunkle aufhellen oder das Helle abdunkeln! In den Fall des TO gibt es nicht mal Filter die eine partielle Abdunkelung radiell ermöglichen... Da bleibt nur die Bäume ringsum mut 3,4,6,8 Blitzen aufzuhellen! Je nach Leistung und Größe der Fläche!

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Das ist eine Frage des Kontrastes: der blaue Himmel ist viel heller als die Blätter, je nach Anteil der beiden Anteile wirst du einen "richtigen" Himmel und schwarze Blätter oder "richtige" Blätter und weissen Himmel bekommen; die Unterschiede gleicht man am besten bei einer Nachbearbeitung aus.

Ne DSLR für 500€ oder mehr kaufen und noch nicht einmal die einfachsten Grundlagen der Fotografie (speziell der Digitalen) kennen oder gar verstehen. Das sind die richtigen.

  1. Fakt ist das der Himmel in solchen Situationen heller ist als das Laub oder die Landschaft für die Kamera, und da sie nur eine Momentaufnahme macht muss sie sich entscheiden was du jetzt von ihrer haben möchtest. entweder weißer Himmel oder schwarze Landschaft

  2. Zum glück können solche Kameras die Fotos auch in RAW abspeichern, dadurch kann man in der Nachbearbeitung erstaunliches im Bereich der Belichtung erschaffen, unter anderem auch aus einer großen schwarzen Fläche selbst feinste Details herausholen (wen man es nicht selbst erlebt hat kann man es kaum glauben) wen der RAW Konverter was taugt

Tipp:

Eine DSLR ist viel zu gut um nur Jpeg Fotos in der Vollautomatik zu machen. das wäre so als würdest du mit einem Porsche nur in 30er Zonen fahren


Wen ich dieses Foto nur in Jpeg hätte wäre das hier überhaupt nicht möglich

(Da ich hier nicht meine besten Werke hochladen möchte (aus verständlichen gründen) nehme ich eines meiner schlechten Fotos als Beispiel)

Typisches Jpeg Ergebnis  - (Foto, Kamera, Fotografie) Nachbearbeitung einer RAW Datei  - (Foto, Kamera, Fotografie)

Sinnvoller als im RAW Belichtungsfehler auszubügeln wäre allerdings, gleich vernünftig zu photographieren. :D Irgendwann geht nunmal auch im RAW die Informationsdichte verloren, sieht man bei deinem Beispiel schön an den blauen Kleckern in der digital aufgehellten Wiese.

Und nein, man muss sich nicht zwangsläufig entscheiden. Wenn man in so einer Situation zur Mehrfeldbelichtung greift und DANN ggf. noch das RAW nachbearbeitet, kommt in der Regel das beste Ergebnis bei rum.

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@Jerne79

und selbst bei HDR taugt RAW besser als Jpeg, und die Qualität der Software muss auch stimmen, da kommt man mit Kostenlos nicht weit

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Kann auch an der Belichtung liegen... Bei Canon hat man einen Knopf, welcher das Bild so anzeigt wie es fotografiert aussieht (Schärfentiefen Prüfung) Ich weiß aber nicht ob der bei deiner Kamera Dean ist ;) :D

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