Spiegelparadoxon?

3 Antworten

Menschen vergleichen sich mit ihrem gegenüber gespiegelten Bild, indem Sie das Spiegelbild gedanklich in der vertikalen Achse um 180 Grad drehen und neben sich positionieren, damit beide Objekte in die gleiche Richtung schauen. - Und tatsächlich: die Seiten Rechts und Links sind vertauscht, oben und unten ist unverändert!

Merke: Bild vertikal gekippt und neben dem Original platziert = rechts und links sind vertauscht, oben und unten ist unverändert.

Viele ahnen es wohl schon: Es handelt sich hierbei nur um eine von zwei gleichberechtigten(!) Vergleichsmöglichkeiten, für die wir uns unbewusst entscheiden. Zumal das Wissen um die andere Option hierbei meist sogar vollständig fehlt. Wir sind geprägt von den - vermeintlich unveränderlichen - Bezugspunkten Erde (unten) und Himmel (oben). Ein Haus, einen Menschen oder sonst was (auch nur gedanklich) horizontal zu kippen, dafür gibt es in unserem Alltag einfach keinen Grund.

Den Beweis für meine These lässt sich sehr einfach führen: Das Spiegelbild wird jetzt mal bewusst(!) gedanklich andersrum, also in der horizontalen Achse um 180 Grad gedreht und über (oder neben) dem Original platziert. Und tatsächlich: Jeder Betrachter sieht nun, dass ausschließlich oben und unten vertauscht ist!

Für eine bessere Verständlichkeit kann man auch mit einem originalen sowie spiegelverkehrten Bild (Foto oder Zeichnung) wie beschrieben hantieren. Und wenn das Bild keinen Menschen, sondern z.B. ein Quadrat mit verschiedenfarbigen Seiten zeigt, wird alles noch klarer.

Übrigens zeigt ein Spiegelbild IMMER eine vertauschte Hinten-Vorne-Perspektive: JEDES Spiegelbild von der Rückseite betrachtet entspricht dem Original! Und umgekehrt ist jedes Original rückseitig betrachtet ein Spiegelbild. Dies kann jeder mit ausreichend transparenten Bildern selbst überprüfen.

Tatsächlich vertauscht der Spiegel prinzipiell nicht rechts und links, sondern vorn und hinten. Die Vertauschung von vorn und hinten entspricht jedoch der Vertauschung von rechts und links bezüglich einer Drehung um die vertikale Achse um 180°. Würde man sich um die horizontale Achse zum Spiegel hin drehen (Kopfstand) oder dreht man einen Gegenstand um die horizontale Achse zum Spiegel so ist das Ergebnis eine Vertauschung von oben und unten. Da eine Drehung um die horizontale Achse unsinnig erscheint, geht der betrachtende Mensch davon aus, dass das Abbild um die vertikale Achse gedreht ist.

Die tatsächliche Ursache des Paradoxons ist somit eine psychologische.

Es vertauscht nicht wirklich es spiegelt nur 1zu 1 und du denkst dann, dass es spiegelverkehrt ist weil du dich in die "Person" im Spiegel hineinversetzt

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