Sphinx früher mal Seth Statur

...komplette Frage anzeigen Abu Simbel Fels Statuen - (Geschichte, Informationen, Austausch) Tutmose Statue - (Geschichte, Informationen, Austausch) Osiris Statue - (Geschichte, Informationen, Austausch) Sphinx - (Geschichte, Informationen, Austausch)

3 Antworten

Bei solchen stark spekulativen Theorien ist Vorsicht angebracht.

Wer ist der Autor, wie heißt das Buch, welche Beweise oder Indizien werden vorgelegt?

Der Große Sphinx von Gizeh (bzw. Giza oder andere Schreibweisen) ist aus dem Felsgrund gehauen und aus eine Stück gearbeitet. Üblicherweise wird er als Darstellung des Königs Chefren verstanden (vgl. beispielsweise Stephan Johannes Seidlmayer, Sphinx I. Ägypten. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 12/1: Tam – Vel. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2001, Spalte 816 – 817).

Der altägyptische Gott Seth ist nicht in Löwengestalt dargestellt worden und der Löwe war auch nicht sein Symboltier (das Seth-Tier).

Wolfgang Schuler, Taschenlexikon altes Ägypten. Originalausgabe. München ; Zürich : Piper , 2000 (Serie Piper ; Band 3105),S. 188 – 189 gibt an, Seths Symboltier sein zoologisch nicht genau bestimmt, hunde- oder eselsähnlich, mit nach oben stehendem Schwanz und eckigen Ohren.

Guy Rachet, Lexikon des alten Ägypten. Übersetzt und überarbeitet von Alice Heyne. Neuausgabe. Düsseldorf : Patmos, 2002 (Patmos Paperback ), S. 332:
„In der Thinitenzeit* erschien Seth in Gestalt eines nicht identifizierten und wohl phantastischen Tieres, das teils Windhund, teils Oryx sowie teils Esel* war. Im allgemeinen wurde Seth stets in dieser Gestalt oder in Gestalt eines Mannes mit dem Kopf dieses seltsamen Vierfüßlers dargestellt.“

Nachgewiesen sind Reparatur-/Restaurationsmaßnahmen am Sphinx in späterer antiker Zeit.

Der Menschenkopf des Sphinx ist im Maßstab 30 : 1, der Löwenkörper im Maßstab 22 : 1 nachgebildet. Dafür gibt es eine Erklärung, die mit unterschiedlichen geologischen Schichten zusammenhängt. Nicht der Kopf ist proportional zu klein, sondern der Löwenleib aufgrund von auftretenden Problemen länger ausgeführt worden.

Mark Lehner, Das erste Weltwunder : die Geheimnisse der ägyptischen Pyramiden. Aus dem Englischen von Hermann Kusterer. Düsseldorf ; München : Econ, 1997, S. 127:
„Der Löwe war in mehreren antiken Nahostkulturen ein Sonnensymbol und zudem Archetypus der Königswürde. Der menschliche Königskopf auf einem Löwenlieb versinnbildlichte die von der Intelligenz des Pharao als Wahrer des kosmischen Ordnung (maat) ausgeübte Macht.“

„Der nemes-Kopfputz war eine spezielle Fallform des dem König vorbehaltenen Schals. Seine ausladenden Seiten ersetzten die Löwenmähne und paßten so die Proportionen von Menschenkopf und Löwenschulter einander an. Beim Großen Sphinx sind Kopf und Kopfputz im Verhältnis zum Löwenrumpf jedoch kleiner als bei den klassischen Sphingenformen und der Leib ist beträchtlich verlängert. Dabei ist nicht etwa der Kopf falsch proportioniert, sondern der Rumpf als solcher ist zu lang. Erklären dürfte dies die konkrete Geologie. Durch die Schichten I und II – die beiden unteren der drei geologischen Schichten, in die der Sphinx gehauen wurde –laufen riesige Risse, der größte mitten durch den dünnsten Teil des Rumpfes. Beim Freilegen des Felsblockes, aus dem die Statue werden sollte, trafen die Ägypter auf diesen schweren Gesteinsdefekt und erkannten sofort, daß sie dort die Kurvung von Rumpf, Hüften, Hinterpfoten und Schwanz nicht ausführen konnten; vermutlich haben sie den Leib verlängert, um dieses Problem zu umgehen.“

Christiane Zivie-Coche, Sphinx : das Rätsel des Kolosses von Gisa. Aus dem Französischen von Birgit Lamerz-Beckschäfer. Darmstadt : Primus, 2004, S. 15:
„Ägyptische Sphingen sind Mischwesen aus dem Körper eines Löwen und dem Kopf eines Menschen, genauer gesagt: eines Herrschers mit dem typischen Königskopftuch des Pharao sowie meist mit einem falschen Bart als weiterem Herrschaftszeichen. Zunächst wurde der Tierkörper lange Zeit liegend dargestellt, die Vorderläufe mit einem Zwischenraum parallel zueinander ausgestreckt.“

S. 21: „Der Sphinx als Löwe mit Menschenkopf ist jedenfalls eindeutig ein Abbild des Königs, nicht eines Gottes. Die Inschriften im Zusammenhang mit diesen Statuen und Reliefs nennen die Namen mehrerer Pharaos, der sich in einigen Fällen als von Gott geliebt bezeichnet. Von diesem relativ stringenten Prinzip ausgehend, ließen sich im Laufe der Zeit neue Interpretationen erfinden, so etwas der Widdersphinx oder der Gott Tutu/Tithoes. Am überraschendsten und originellsten ist jedoch die Neuinterpretation des Sphinx vom Gisa – Abbild des Chefren – als Gott namens Har-em-achet, Horus-im-Horizont, Hamarchis: als echte Gottheit also, die von viel späteren Dynastien verehrt wurde.“

S. 46 – 47: „Vergleicht man wiederum diesen Sphinx maßstabsgerecht mit einem Sphinx-Hochrelief aus dem klassischen Repertoire, fällt auf, daß bei letzterem bei sehr ähnlichem Kopfvolumen Körper und Pranken um die Hälfte größer sind. Der Große Sphinx wirkt deshalb von der Seite unproportioniert, denn der Kopf ist im Verhältnis zu Körper und Läufen zu klein. Dies beruht vermutlich nicht auf einer Ungeschicklichkeit des Bildhauers, sondern ist die Folge der geologischen Probleme, mit dem man konfrontiert war: tiefe Verwerfungen im Körper des Sphinx machten ein voluminöseres Format notwendig, um ihre Stabilität zu gewährleisten.“

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es gibt schon sehr viele theorien über die sphinx zb auch das es von einer zivilation vor den ägypter gebaut wurde wegen der überschwemungs stellung weilt vor zich millionen jahren die wüste mal eine landschaft war die man mit dem regenwald vergleichen kann und man deswegen vermutet wird das es sich um eine löwen früher gehandelt hatte aber von den ägyptern bearbeitet würde bzw zurecht gemeiselt

Hi, der Sphinxkopf wurde wahrscheinlich umgearbeitet. Siehe Link. Ob es auch mal Seth war, wer weiß das? In welcher Form soll Seth denn dargestellt wodren sein? Windhund? Esel? Erdferkel?Gruß Osmond http://folum.cdgs-crew.com/viewtopic.php?t=2704&sid=5198d5959810448beabba89b5812e5e4 Zitat: Doch nicht nur am Alter der Sphinx zweifeln Reader und Foyle - sie glauben auch, dass der Kopf die Statue ursprünglich ganz anders ausgesehen habe. Hauptargument für diese Theorie ist das unproportionale Größenverhältnis zwischen Körper, Pranken und Kopf der heutigen Sphinx. Für den Körper der Statue ist der menschliche Pharaokopf selbst heute noch deutlich zu klein.

Ursprünglich, so vermuten die Forscher, habe die Sphinx den größeren Kopf eines Löwen und somit bedeutender Machtsymbole des frühen Ägyptens gehabt, der dann erst Jahrhunderte später zum Antlitz des Pharao umgearbeitet wurde.

Eine hochgradig spekulative Theorie sollte nicht ohne tragfähige Beweise oder sie gut stützende Indizien als wahrscheinlich eingeschätzt werden.

Die Argumentation für eine etwas frühere Datierung mit Erosion durch Regen steht auf einer schwachen Grundlage, weil es keine Aufzeichnungen mit genauen Zahlen über die Regenfälle in der fraglichen Zeit gibt.

Zu der Theorie gibt es auch Widerspruch in einem Internetforum, http://www.allmystery.de/themen/mt4066-1, Beitrag von Frank D 09.12.2008 um 21:21:
„Colin Reader datiert den Sphinx in die 2. Dynastie - also auch nicht "wesentlich älter". Dass er dabei gravierende Fehler gemacht hat, konnte ich ihm in etlichen persönlichen Diskussionen belegen. Darauf konstruierte er etliche ziemlich wirre Ausreden, die seine Thesen eigentlich völlig entwerten.

Zum Beispiel das Grab der Chentkaus, das dieselben Erosionsspuren aufweist wie der Sphinx, aber erst zur Zeit Chefrens aus dem Fels präpariert wurde. Um seine These zu retten postuliert er, dass das Grab als "unterirdische Pyramide" deren Spitze mit dem damaligen Plateau abschloss, auch in der 2. Dynastie ausgebuddelt und erst durch Chefren "freigestellt" wurde - albern.

Auch behauptet er, dass der Abbau dünner Steinplatten in Helwan und der Transport kleiner, 200 kg schwerer Architrave gleichbedeutend zur Gewinnung und Bearbeitung bis zu 300 t schwerer Blöcke sei, aus denen Sphinx- Chephren- und Menkaure-Totentempel bestehen, sei. Die er dummerweise auch auf diese Zeit umdatieren muss, da sie teilweise aus dem Sphinx-Areal stammen.“

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