Kann ich in diesem Fall die Sperrzeit umgehen bei ALGI?

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5 Antworten

Wie viele Wochenstunden sind denn vereinbart? Was steht zu Überstunden im Arbeitsvertrag? Bekommst Du diese bezahlt oder gibt es ein Zeitkonto für Freizeitausgleich? Gibt es einen Betriebsrat?

Du kannst auf jeden Fall auf die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze hinweisen. Sag Deinem AG dass er sich, solltest Du die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen nicht nehmen können/dürfen und permanent die (in Ausnahmen) zulässige tägliche und/oder wöchentliche Höchstarbeitszeit überschreiten, er sich nach den §§ 22 und 23 Arbeitszeitgesetz ordnungswidrig verhält oder sogar strafbar macht (wobei hier m.E. von Ordnungswidrigkeit keine Rede mehr sein kann. Das ist schon "Straftatbestand").

Sollte es einen Betriebsrat geben, weise diesen mal auf die Arbeitsbedingungen hin. Er hat bei der Lage und Verteilung der Arbeitszeit ein Mitspracherecht und muss Überstunden im Voraus genehmigen.

Entweder wird es dann besser oder der AG wird Dir von sich aus kündigen. Du arbeitest dann also endlich zu "normalen" Zeiten oder hast bei einer Kündigung keine Probleme mit dem ALG.

Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz kann man übrigens auch dem Gewerbeaufsichtsamt melden. Das geht auch anonym. Wenn der Betrieb dann kontrolliert wird und man wird fündig, hat das für den AG unangenehme Folgen. Davon mal abgesehen tauchen die Damen und Herren vom Amt dann bestimmt auch ohne extra Hinweis immer wieder mal auf.

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Kommentar von Thalie100
29.10.2015, 09:36

40h/woche Vertrag, ÜS als Freizeitausgleich (wann??) danke für die Antwort, ich weiß, dass das alles nicht rechtens ist - möchte trotzdem nur wissen (hab alles andere versucht und aufgegeben, die sind einfach falsch) ob ich damit die Sperrfrist umgehen kann.

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Naja, es gibt 3 Möglichkeiten:

-Du redest mal mit nem Anwalt und / oder dem Arbeitsamt und lässt dich beraten, wie du da raus kommst.

-Du raffst dich auf und suchst einen neuen Job. Bedeutet: kurzfristig mehr Stress, aber dann bist da raus!

-Du hältst dich streng an deinen Vertrag, machst Dienst nach Vorschrift und verlässt zB. die Arbeitsstelle dann, wenn deine Zeit "abgelaufen" ist. Dann wird sich entweder was ändern oder du bekommst ne Kündigung und somit ALG.

Ich hab bei meinem alten Job die Variante 3 gewählt.... Als mein Chef mich zum "Kündigunggespräch" rein geholt hat, war er ganz überrascht, wie gefasst und locker ich reagier.

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Wenn du nachweisen kannst, dass du mehr als 8 Stunden im DURCHSCHNITT arbeitest, würde ich natürlich erstmal den AG informieren und wenn der nur vertröstet, einfach nach 8 Stunden nach Hause gehen. Kommt dann eine Abmahnung, dann würde ich dagegen angehen, kommt eine Kündigung, um so besser.

So wie du es schreibst, nutzt der AG dich vollends aus und weiß, du wehrst dich nicht, das würde ich mir nicht gefallen gelassen, ich sehe keine gute Zusammenarbeit auf Dauer.

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Kommentar von Thalie100
29.10.2015, 09:42

Ich wehre mich. Habe nur keinen Bock mehr, weil die mit jedem irgendwann vor Gericht sitzen. Es wird alles verdreht, man wird beschuldigt, belogen. Das will ich nicht, ich will nur raus da. Und wissen, ob ich damit das Sperrgesetz umgehen kann. Danke aber für deine Antwort!

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Gibt es einen Betriebsrat? Da würde ich mal nachhaken, damit zumindest deine Arbeitsbedingungen verbessert werden. Dauerhaft so viele Stunden zu arbeiten ist nicht zulässig.

Dein Arbeitgeber könnte dich "frei geben" und dir einvernehmlich (natürlich nur inoffiziell!!!) die Kündigung aussprechen. Dann umgehst du die Sperre, da dir ja offiziell gekündigt wurde.

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Kommentar von Thalie100
29.10.2015, 09:44

Aber gekündigt werden kommt doch immer sehr mies an im lebenslauf - oder? Haben leider keinen betriebsrat. Danke für deine antwort!

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Kommentar von kikanina
29.10.2015, 10:07

Gerne!

Das schreibst du ja nicht explizit
rein. Es kommt so oft vor, dass Firmen umstrukturiert werden müssen, da werden oft die zuletzt Eingestellten als erste entlassen.

Insgesamt ist es natürlich schöner, einen lückenlosen Lebenslauf zu haben, aber du bist ja schon auf der Suche. Evt einen Sprach-/PC-Kurs oder eine Fortbildung in der "Lücke" belegen. Dann ist da ja theoretisch keine. 😉

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Du hast doch einen Vertrag, wo auch deine Arbeitszeit sicher festgehalten ist und du weißt sicher, dass du Anspruch auf Pausen hast. Rede mit deinem Chef, sag ihm, dass du ab sofort nicht länger bereit bist, solche enormen Belastungen auf dich zu nehmen. Uns so handle auch. Sollten die wirklich an dir Interesse haben, dann werden umgehend dafür sorgen, dass du entlastet wirst und wenn nicht, dann kann es sein, dass sie dir kündigen. Was ist jetzt daran so schwer?

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Kommentar von Thalie100
29.10.2015, 09:26

Ich habe so oft schon geredet. Wenn ich tatsächlich nach 8h gehe ist mein Team alleine und wird vom Chef auf mich aufgehätzt, wie unzuverlässig ich bin. Und dann bin ich natürlich in den Augen vom Team eine miese Leitung, weil ich deren vorgesetzte bin. Es ist ein Teufelskreis. Ich würde das nicht schreiben, hätte ich nicht sogar schon versucht gekündigt zu werden.

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