Spendenquittung vom Verein ohne Spende?

Bescheinigung  - (Geld, Steuern, Jugend)

8 Antworten

Eine Bemerkung vorweg: ich würde dringend empfehlen, dass jemand aus dem Vorstand sich zu diesem Thema im Rahmen einer Fortbildung schlau macht. Wenn nämlich solche Spenden nicht korrekt abgewickelt werden und dies aufgedeckt wird, zahlt der Verein unter Umständen einen Großteil des Betrags an das Finanzamt.

Zunächst muss es die Satzung hergeben, dass Dir für deine Tätigkeit eine Zuwendung im Rahmen der Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale zusteht.  Dann sollte in Form einer Vereinbarung (z.B. Übungsleitervertrag) dokumentiert sein, welcher Betrag dir zusteht und was deine Leistung dafür ist.

Statt den Bertag anzunehmen, kannst du auch eine Verzichtserklärung unterschreiben und dafür einen Spendenquittung bekommen. Es muss aber klar sein, dass dein Verzicht freiwillig und nicht schon im Voraus geplant war. Wenn der Verein dutzendweise solcher Verzichtserklärungen mit vorgefertigten Formularen verteilt, ist der Verdacht naheliegend, dass es keine rein freiwillige Spende mehr ist.

Die Finanzmittel des Vereins müssen es theoretisch auch möglich machen, dass die Beträge auch ausgezahlt werden. Wenn ein Verein nur 2000 Euro Finanzmittel hat, aber seinen Helfern Spendenbescheinigungen im Rahmen von 3000 Euro ausstellt, ist eigentlich klar, dass die "Spende" von Anfang an eingeplant war und daher nicht als solche anerkannt werden kann.

Das Ganze funktioniert also, wenn man alle Voraussetzungen beachtet.

Du kannst an einen Verein nicht nur Geld- und Sachspenden tätigen, sondern auch Aufwandsspenden.

Wenn Du also einen Aufwand hast oder erbringst und dafür auf die Dir zustehende Erstattung verzichtest, dann kann man Dir das als Spende bescheinigen.

Problem ist halt wirklich, dass Du ein (im Notfall) einklagbares Recht auf das Geld haben musst.

Im Normalfall wird bei Vereinen keine Stundenlohn gezahlt. Den Zeitaufwand kannst Du also nichts spenden.

Bei Material oder ähnlichem geht es. Du reichst die Rechnung dem Verein ein und bittest um Abrechnung und teilst im Nebensatz mit, dass Du Deinen Anspruch spendest.

Das ist richtig. Allerdings gibt es einiges zu beachten: Es muss ein Beschluss der Mitgliederversammlung vorliegen, dass bestimmte Dinge (Fahrgeld, Spesen oder ähnliches erstattet) erstattet werden. Dies ist dann zu überweisen (in diesem Fall an den Jugendleiter). Der Empfänger überweist es dann freiwillig zurück. Hierfür kann eine Spendenquittung ausgestellt werden. Die Rücküberweisung muss aber tatsächlich freiwillig erfolgen, das heißt: Es darf keinen Beschluss geben oder irgendeine Art von Zwang, dass das Geld zurücküberwiesen werden soll. Für den Zeitaufwand geht das aber möglicherweise nicht.

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