Spanisch oder französisch leichter lernen?

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5 Antworten

Ich schreibe mal auf, was mir an Unterschieden so einfällt. Es gibt auch Schwierigkeiten (für Deutschsprachige), die beide Sprachen gemeinsam haben, z.B. die Stellung der Objektpronomes allgemein, die "Aspektunterscheidung" zwischen den Vergangenheiten usw.) die beiden Sprachen gemeinsam sind.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit...


Schwierigkeiten der französischen Sprache:

ungewohntes Vokalsystem (Nasale kommen im Deutschen nicht vor), melodische statt dynamische Betonung;

viele Homophone (gleichklingende Wörter mit verschiedener Schrebweise und Bedeutung), holophrastische Syntax (mehrere Wörter veschmelzen zu einem gehörten);

Zahlreiche stumme Endungen, die die Schriftsprache von der gesprochenen unterscheiden; starke Abhängigkeit des Aussprache vom Stilniveau (in einem Gedicht werden Wörter anders ausgesprochen als in Prosa, bei feierlichen Anlässen liaisons verwendet, die in der Alltagssprache "abgehoben" wirken würden)

Teilungsartikel (du / de la / des)

die "typisch romanischen" Zeiten, die aber zu weiten Teilen selten und in der gesprochenen Sprache nie verwendet werden (passé simple, passé antérieur, subjonctif imparfait und subjoctif plus-que-parfait, zweite Form des conditionnel passé)

kleinere "gallische Eigenheiten" wie

  • drei verschieden Akzente (accent grave, accent aigu, accent circonflexe)
  • der Unterschied zwische h aspiré und h muet,
  • in der dritten Person abweichende Reihenfolge von direkten und indirekten Objektpronomen, wenn beide gleichzeitg vorkommen
  • accord du participe bei vorangestelltem objet direct (hat Spanisch überhaupt nicht),
  • Fragesätze mit invertiertem Pronomen (interrogation complexe)
  • Voranstellung einiger Adjektive, teilweise mit Nuancierung der Bedeutung,
  • Ersatz der lateinischen Wörter für 70, 80, 90 durch Umschreibungen,
  • ne explétif (kommt aber nicht oft vor)
  • Unterscheidung zwischen a postérieur und a antérieur in der Aussprache ohne Unterschied in der Schriftsprache (machen viele Franzosen auch nicht) ...

Schwierigkeiten der spanischen Sprache:

ungewohntes Konsonantensystem ("zeta" castillano, spanisches b = v, d, g, s kommen im Deutschen nicht vor, ein Zungen-r nur in Franken, nirgendwo in Deutschland zwei verschiedenen Zungen-r mit Bedeutungsunterscheidung; -ll- und ñ finde ich einfach);

nach meinem Gefühl (ich kenne die Statistik nicht) noch mehr häufig benutzte unregelmäßige Verben als Französisch, die vor allem Vokale des Präsens betreffen; die "typisch romanischen" Zeiten werden alle benutzt, auch in der gesprochenen Sprache, Schriftspanisch hat sogar einen Konjunktiv Futur, den hatten noch nicht einmal die alten Römer.

Besonderheiten in anderen Weltregionen; südamerikanisches Spanisch ist regional sehr unterschiedlich

kleinere "iberische Eigenheiten" wie

  • Auf dem Kopf stehende Aufrufe- und Fragezeichen am Satzanfang
  • Pronomen am Ende von Infinitiven,
  • Verbleib des unbetonten indirekten Objektpronomens in einem Satz, der ein betontes indirekten Objektpronomen hat;
  • indirekte Konstruktion be personalisierter direkten Objekten;
  • in der dritten Person Ersatz des indirekten Objektipronomens durch das Reflexivpronomen, wenn direktes und indirektes Objektpronomen gleichzeitg vorkommen
  • Verneinungen mit und ohne "no",
  • verschiedene Verformen für bejahten Imperativ einerseits, höflichem oder verneinten Imperativ andererseits
  • Unterscheidung zwischen ser und estar, ....

Wenn man nach den Statistiken geht, ist Französisch wichtiger, als Spanisch, insbesondere für Deutsche/Europäer. Frankreich ist der größte Handelspartner Deutschlands.

Du soltest aber besser danach gehen, welche Sprache dir mehr liegt. Welchen Klang magst du lieber? Hast du Lust, eines der französischsprachigen Länder (z.B. Frankreich, Kanada, La Réunion, Martinique, Gouadeloupe, Nordafrika, Westafrika, französischsprachige Schweiz, Franz. Polynesien, Madagaskar...) zu bereisen? Oder eher Spanischsprachige (Spanien, Mexiko, Argentinien, Chile...)

Vom Schwierigkeitsgrad ist der Unterschied nicht so groß. Der Mythos, das Spanisch leichter sei, ist enstanden, weil früher so gut wie jeder Spanischschüler vorher bereits Französisch gelernt hat. Wenn man bereits Französisch kann, ist Spanisch relativ leicht zu erlernen. (Umgekehrt ist das nicht ganz so).

Wenn du meine persönliche Meinung hören willst: Ich würde Französisch wählen.

Hallo,

sollte es darum gehen, dass du dich in der Schule entscheiden musst, welche der beiden Sprachen du lernst, so bleibt das - auch wenn Spanisch als Sprache m.E. dem Französischen inzwischen den Rang in Wirtschaft und Industrie abgelaufen hat -
letztendlich deine ganz persönliche Entscheidung.

Lasse folgende Punkte in deine Entscheidung einfließen:

  • deinen Berufswunsch: Welche der beiden Sprachen ist dafür am wichtigsten?

  • deine persönlichen, privaten Interessen:

    • In welchem der beiden Länder machst du am liebsten Urlaub?
    • Zu welchem der beiden Länder hast du am meisten Beziehung, Freunde, Verwandtschaft?
    • Für welches der beiden Länder schlägt dein Herz am ehesten?
    • In welcher Sprache findest du in deiner Familie, deinem Freundes- und Bekanntenkreis am ehesten Unterstützung, weil jemand die Sprache bereits gelernt hat oder spricht?

Ich wünsche dir ein gutes Händchen bei deiner Entscheidung und viel Glück und Erfolg für deine weitere schulische und berufliche Zukunft.

:-) AstridDerPu

PS: Man sagt, dass Spanisch leichter zu lernen ist als Französisch.

Musst du eine von den beiden in der Oberstufe wählen?
Dann solltest du dir beide anhören und nach deiner Vorliebe entscheiden.
Beide sind romanische Sprachen, daher deutlich anders als Deutsch. Und wenn es dir nun um den möglichst geringen Aufwand beim Lernen geht, dann ist es eigentlich egal, welche Sprache von mehr Leuten gesprochen wird, oder?

Bei Sprachen kommt es einzig und allein af die Motivation an !

auf die Motivation...

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