Sozialphobie...was soll ich machen?

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5 Antworten

Hallo erbsenprincess,

eine Psychotherapie ist in deinem Falle eine sinnvolle Sache. Allerdings lese ich aus deinen Worten eine Akutsituation heraus. In deinem eigenen Sinne und aus meiner eigenen Erfahrung mit dieser Erkrankung kann ich dir nur wirklich zu einem Aufenthalt in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Fachklinik empfehlen. Im Anschluss ist dann eine Psychotherapie als Nachsorge sehr sinnvoll - auch um die Angstgedanken nicht wieder zum Ausbruch zu bekommen. Für die medikamentöse Weiterbehandlung nach der Einstellung in der Fachklinik solltest du zudem einen Psychiater aufsuchen. Es ist auch möglich nach der stationären Therapie eine spezialisierte Tagesklinik aufzusuchen.

Ich weiß nicht, in welcher Stadt du wohnst. Aber suche dir so schnell wie möglich eine Fachklinik heraus. Hierzu kannst du dich auch an deine Krankenkasse oder deinen Ärzten wenden. Über das Internet kannst du ebenso recherchieren. Es reicht dann dort anzurufen, auf deinen Akutfall hinzuweisen. Sollte es gar nicht mehr gehen, kannst du dich auch als Notfall einliefern lassen. Das geht dann sehr schnell. Du benötigst dann nur noch über deinen behandelnden Arzt eine Einweisung. Das ist nur ein Formblatt für die Abrechnung.

Ich erzähl dir noch kurz eine Anekdote aus meiner Reha-Zeit. Als ich aus meinem Zimmer kam und um die Ecke ging, kam eine ältere Frau aus dem Zimmer, machte riesige Augen und rannte sofort wieder zurück in ihr Zimmer und schloss schnell die Tür. Für mich war das natürlich eine perplexe Situation - irgendwie urkomisch, aber auch erschreckend. Am nächsten Tag begegnete ich ihr auf dem Gang. Sie hangelte sich ganz langsam an der Wand entlang und an mir vorbei. Der Schweiß saß ihr auf der Stirn und das Gesicht war äußerst angespannt. Sie brachte kein Lächeln heraus. Die Mimik war starr. Und weiter? Ein paar Tage später saß sie lachend und witzelnd mit den anderen Mitpatienten im vollen großen Speisesaal. Sie war sehr kommunikativ, aufgeweckt und ein neuer sehr sympathischer Mensch. Natürlich äußerte sie, dass dieser Sinneswandel enorm anstrengend für sie ist, aber sie war wieder mensch. Das hat sie mit einer guten medikamentösen Einstellung und der dortigen psychologischen Betreuung geschafft.

Und letztlich ist auch nur eines immer wieder klar. Die Ängste rühren aus der reinen Vermeidung. Die Angst bekommst du nur besiegt, wenn du sie aktiv angehst und bekämpfst. Sobald du dich der Angst hin gibst, hast du schon verloren.

Ein paar Freunde von mir hatten große Höhenangst. Sie musste Schritt für Schritt Höhen besteigen. Und heute haben sie zumindest damit keine Probleme mehr. Die Angsterkrankung hat eine gute Chance auf Heilung, im Gegensatz zu anderen psychischen Erkrankungen.

Also, geb dir einen Ruck - suche dir eine Klinik heraus und geh deinen Schritt für Dich selbst zur Besserung. Den Anfang hast du hier bereits gemacht!

Viel Glück und glaube stets an Dich!!

Du solltest wirklich zu einem Psychologen gehen bevor das noch schlimner wird.Das geht auch ohne Deine Eltern und Ärzte und Psychologen stehen unter schweigepflicht.Diese Phobie muss behandelt werden,Du bist noch jung und willst sicherlich eine Lehre machen und das kann mit dieser Krankheit ein Problem werden.Du musst keine Angst haben das es mal ein Arbeitgeber oder Ausbilder erfährt wenn Du danach gefragt wirst ob Du psychische Erkrankungen hattest dann kannst Du das mit nein beantworten.Es sollte vor allem der Grund für Deine Phobie gefundeb werden von daher könnte eine Tiefenpsychologische Therapie hilfreich sein.Ich wünsche dir alles Gute gruss andie.

Du brauchst keine Einverständniserklärung. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass deine Eltern dagegen stimmen würden.

Ich bin die letzten zwei Jahre wegen Sozialphobie auch in Therapie gewesen und mir hat sie geholfen, ich kann eine solche also nur empfehlen.

Du brauchst keine Erlaubnis deiner Eltern. Viel Erfolg auf deinem Weg zurück ins "normale" Leben.

Sprich doch mal mit deinem Betreuer vom betreuten Wohnen. Oder mit deinem Hausarzt. Du kannst auch zu einer Beratungsstelle gehen. Hilfe darf man sich ohne Erlaubnis suchen.

erbsenprincess 19.10.2012, 18:02

ich trau mich nur echt nicht mit ihr zu reden...verstehst du ? Soziale phobie -.-

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Lily76 19.10.2012, 18:10
@erbsenprincess

Ist mir schon klar, dass das nicht so einfach ist. Sie es als Anfang der Therapie. Es ist der erste Schritt. Hattest du schon mal Diagnostik oder so? Denn wie du es ausdrückst klingt ein bisschen danach.

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Lily76 19.10.2012, 18:30
@erbsenprincess

genaue Diagnostik ist aber trotzdem wichtig. Oft treten störungen kombiniert auf. Oft übersieht man selbst Symptome. Du willst Hilfe und, so wie du es beschreibst, brauchst du sie auch. Du kannst auch klein anfangen und eine Helpline anrufen.

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Lily76 19.10.2012, 18:31
@Lily76

und ganz wichtig: Phobien werden meistens schlimmer, wenn man nichts unternimmt bzw. kommen noch andere dazu. Aber wenn du so viel liest, weißt du das ja schon.

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