Sozialphobie . Ratschläge?

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5 Antworten

Erstmal paar Klarstellungen:
• Man ist kein Wichtigtuer wenn man zum Psychologen geht. Man nimmt seine Probleme wichtig, das ist was anderes.
• Man ist nicht unnormal, wenn man psychische Erkrankungen hat. Zumindest nicht unnormal im Sinne von krank, abstoßend, abwärtig. Es ist okay, Probleme zu haben! Jeder hat die, manche nur stärker. Es ist auch okay sich Hilfe zu suchen! :)

Ich würde dir in der Tat empfehlen einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Du brauchst nicht das "Go" von deinen Eltern dafür. Du kannst deinen Hausarzt aufsuchen, er kann dich zu einem Psychotherapeuten überweisen oder du kannst auch selbstständig nach einem suchen.

Bin selbst von einer Depression betroffen und danach kam die Sozialphobie. Beides ist diagnostiziert und ich bin in Therapie.
Zusätzlich gehe ich in eine Selbsthilfegruppe für Angststörungen und bin in einem Forum aktiv: www.sozcafe.de Ist extra für Personen mit sozialen Ängsten bzw. einer sozialen Angststörung :) Schau es dir an, du kannst auch Fragen zu deinen Problemen stellen. Ich bin mir sicher, dass du dann weißt wie du handeln kannst und vielleicht auch weniger Angst vor einer Therapie hast :)

Mach dir Gedanken wie sich deine vermeintliche Sozialphobie äußert:
- Was fällt dir schwer?
- Welche Gedanken hast du in sozialen Situationen?
- Hast du Vermeidungsverhalten?
- Hast du körperliche Symptome wie zittern, Herzrasen, Übelkeit, kalte oder schwitzige Hände, ...?
- Seit wann ist das so?

Das ist für dich und für die Therapie hilfreich.

Ansonsten kannst du auch versuchen selbst an deiner Angst zu arbeiten - allerdings empfehle ich dir trotzdem die Therapie!
Gleich einen Verein aufzusuchen würde ich mir auch nicht zutrauen, da hast du Recht. Das ist schon eine größere Herausforderung.
Hatte letztens eine App kennengelernt (Youper), die einem so paar Herausforderungen zeigt und über soziale Ängste aufklärt. Ist leider auf Englisch und man muss später auch zahlen, aber bis dahin war es interessant :)

Die Herausforderungen fingen einfach an:
- Grüße 3 Personen und lächel ihnen zu.
- Stell dich vor den Spiegel und sage nette Dinge zu dir.
- Schreibe an einem öffentlichen Ort einen Brief an dich selbst, wie es dir momentan geht, was du für deine Zukunft erhoffst und was du dir auf den Weg geben willst. (Den Brief liest du dann erst in fünf Jahren.)
- usw.

Du kannst Herausforderungen wählen, die so einfach wie möglich für dich sind, aber dich dennoch fordern und einem gewissen Angstpegel aussetzen :)
Bin beipsielsweise auch schon in die Bibliothek gegangen, wo ich noch nie war. Alleine mit Bahn wohin gefahren, dort rumgelaufen und zu einem Café gegangen und dort etwas gekauft. Alleine mal in einen Baumarkt und dort jemanden angesprochen, ... Schau was du dir vorstellen könntest zu machen.

Aber für den Anfang würde ich echt eine Therapie empfehlen bzw. erstmal abklären, was du hast :)

Liebe Grüße :)

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Kommentar von TheTrueSherlock
16.07.2017, 21:39

Danke für den Stern :)

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Hallo Markus,

ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Du scheinst kein einfaches Leben zu haben, dass dir Depressionen und die soziale Phobie noch zusätzlich erschwert.

Für deine Eltern wird es wahrscheinlich sehr schwierig zum nachvollziehen sein, wie es sich anfühlt, eine soziale Phobie zu haben. Sie werden deshalb wahrscheinlich nicht verstehen, warum es dir so schwer fällt, dich in neue Gruppen (z.B. Vereine, etc.) zu integrieren.

Der erste Schritt ist - wie du schon richtig erkannt hast - mal einen Termin beim Psychologen zu machen. Dieser kann dir bei deinen alltäglichen Problemen gute Ratschläge geben und dir helfen, die soziale Phobie und die Depression zu verarbeiten.

Für später kann ich dir noch das Angebot von Selbsthilfegruppen in Erinnerung rufen. Es gibt auch Selbsthilfegruppen, in welchem der Schwerpunkt auf sozialer Phobie ist. Ich finde es sehr hilfreich, wenn man sich mit Menschen unterhalten kann, die die gleichen Probleme haben und vielleicht gute Ratschläge mitgeben können.

Wichtig ist, dass du dich auf dich selber konzentrierst. Das heißt: Mache dir keine Gedanken darüber, was deine Klassenkameraden, Eltern, ... über dich denken würden, wenn du einen Psychologen aufsuchst. Es geht schließlich um deine Gesundheit und auch deine Eltern und Klassenkameraden würden dir Gesundheit (sei es körperlich oder in deinem Fall psychische Gesundheit) wünschen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

LG Markus

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Ich leide selber an einer Sozialen Angstörung und weiß sehr gut wie du dich fühlst!.

Ein Starkes war Signal von Sozialphobie ist, eine Konstante angst beobachtet zu werden und verurteilt zu werden.. Oder die Angst wenn du unter Menschen bist dass dich keiner da haben will!.

Leidest du denn an Panikattacken (Also Herzrasen, du wirst Rot, bekommst einen Heftigen Adrenalin Schub und willst gleichzeitig einfach nur wegrennen)?

Das Video was ich dir verlinkt habe setzt sich mit dem Thema Sozialphobie aus. Der Kanal setzt sich aber mit allerlei Psychischen Erkrankungen aus!

LG

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Es tut mir sehr Leid für dich. Ich weiß genau, wie man sich dabei fühlt.

Ich leide an Depressionen und sozialer Phobie. Wenn ich deinen Text so lese, ist es fast so, als ob ich ihn selbst geschrieben hätte.

Bitte geh zur Therapie und schäme dich nicht deswegen.

Anfangs lässt sich das noch gut behandeln, je länger du wartest, desto tiefer rutscht du in dieses Loch rein.

Ich hab das jetzt seit über 10 Jahren und hab die ersten 8-9 Jahre nix gemacht.

Jetzt komme ich da schwer wieder raus.

Umso länger du wartest, um so schlechter wird es dir gehen!!!

Diese Therapeuten haben schon tausende solche Leute wie uns behandelt, die nehmen das schon Ernst, glaub mir.

Ich hatte die selben Bedenken, aber brauchst du nicht ; )

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Deine Probleme mußt Du auf jeden Fall ernst nehmen. Sie hören sich auch für mich sehr nachvollziehbar an.

An Eurer Schule gibt es doch bestimmt einen Vertrauenslehrer. Frag den doch mal, ob er Dir eine Beratungsstelle nennen kann, die nicht sofort die Eltern informiert.

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