Sozialphobie - wie schlimm ist es?

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2 Antworten

"Gesunde" Leute wissen meist wenig über eine Sozialphobie bescheid. Sie haben lediglich den Eindruck, dass du schüchtern bist. Weil du durch deine Schüchternheit niemandem zu nahe kommst bzw. niemandem was tust oder Raum wegnimmst, haben andere zunächst ein positives Gefühl dir gegenüber. Einige sind vielleicht auch unsicher, wie sie auf dich zugehen sollen, weil sie den Kontaktaufbau zu dir dann ganz alleine leisten müssen und weil sie dann unter Druck kommen, mehr sagen zu müssen, damit kein peinliches Schweigen entsteht, und weil sie sich vielleicht auch selbst gehemmt fühlen, wenn sie deine Zurückhaltung und ängstliche Selbstkontrolle spüren.

Bei solchen Ängsten hilft es am meisten, wenn du einen Menschen findest, von dem du dich bedingungslos angenommen fühlst. Wo du merkst, dass er dich nicht ständig bewertend anschaut, sondern dich so dasein lässt wie du bist. Dieser Mensch muss wahrhaftig sein und dir nichts vorspielen, dann kannst du Vertrauen fassen.Oft muss man da lange suchen, bis man so jemanden findet. Die Besserung der Sozialphobie braucht viel Geduld.

Unterstützend hilft eine Psychotherapie. Da kannst du einerseits schauen, welche Ursachen es in deiner Kindheit für diese Ängste gibt. Oft war es eine einzige Situation, die dich erschreckt hat, und bei allen späteren Situationen wirkt diese unbewusst mit. Zum anderen kannst du in der Therapie in geschütztem Raum Verhaltensweisen einüben, wo du die Garantie hast, dass niemand komisch über dich denkt oder redet, und dass niemand dich beschimpfen, lächerlich machen oder ablehnen wird.

Ich möchte dir Mut machen, dich trotz aller Angst immer wieder dem Kontakt mit anderen Menschen auszusetzen und Erfahrungen zu sammeln. Du wirst dann auch merken, dass dich andere gar nicht ständig beobachten oder was über dich denken. Die anderen sind nämlich meist genauso mit sich selber beschäftigt und nehmen andere längst nicht so sehr wahr. Du bist in jedem Fall ein wertvoller Mensch, den andere lieben und schätzen können.

wenn du glück hast, wirst du als sehr schüchtern gesehen und von vielen leuten gemocht.

wirklich schlimm sind sozialphobien nicht, auch, wenn sie todesangst auslösen können, denn mit relativ wenig und einfachem training kannst du das üben.

es dauert zwar jahre, bis du es unter kontrolle hast, aber in der zeit lernst du viel über dich und andere. je drastischer deine "übungen" sind, die sozialphobie zu bewältigen, um so effektiver.

statt also einfach nur zu essen in der öffentlichkeit, bekleckerst du dich dabei. statt einfach nur schüchtern ein mädchen anzusprehcne (oder nen jungen, keine ahnung), stolperst du direkt darüber usw.

präsentation halten ist natürlich ein anderes thema, das ist haarig, weil evtl. noch harndrang dazu kommt. da würde ich zu einem vollen glas wasser auf dem tisch raten und tatsächlich auch einen schluck zu nehmen. wenn du musst, verlässt du den raum und gehst auf's clo.

immer etwas mehr machen, als dir ein psychologe raten würde und vielleicht kriegst du sogar spass dran. wichtig ist es, zu beobachten, wie "gesunde" leute auf solche patzer reagieren.

wenn man sich z.b. bekleckert, dann senken sie nicht den kopf und geraten in panik, sondern präsentieren quasi den fleck (ganz übertrieben formuliert). wenn du kannst, lachst du laut "so ein mist!", wenn das zuviel ist, hebst du trotzdem den kopf, schaust dich um, schimpfst einmal laut oder halblaut und ich wette, du kriegst irgendwann unterstützung, und wenn auch nur nen netten oder amüsierten blick einer netten passantin.

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