Soziale Phobie und ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung - Unterschied?

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5 Antworten

die Unterschiede sind fließend, wie so oft bei psychischen Störungsbilder, soziale Phobien haben meistens einen Auslöser, der natürlich in einzelne frühere negative Erfahrung sich langsam aufgebaut haben kann. Eine Persönlichkeitsstörung ist eine Störung die schon ganz früh Anzeichen erkennen lässt, auch wenn sie sich später erst heraus kristallisiert oder deutlicher wird, weil man auch erkennen muss, was gehört in die Zeit der Pubertät und was nicht, die sind ja auch nicht immer ganz eindeutig abzutrennen.

Dennoch können beide, die soziale Phobie und vermeidende PS, sich gleich anfühlen, da du ja gar nicht wissen kannst wie sich das eine oder andere im Unterschied anfühlt, du glaubt natürlich, das gehört zu dir, welches du eher für dich akzeptieren kannst. Du könntest ebenso eine soziale Phobie haben und dennoch introvertiert oder schiziode Wesenszüge haben, dass eine schließt ja das andere nicht zwingend aus.

Diagnosen dienen der Verständigung für Ärzte und KK, dies habe ich dir schon einmal versucht deutlich zu machen, du solltest dich nicht kategorisieren, weil dies dann impliziert, eine Veränderung ist nicht möglich, aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Unser Gehirn ist jederzeit veränderbar, deine Denkweise ist rigide aufgrund deiner Erkrankung, auch dies wirst du während der Therapie feststellen und ändern können.

Adlerblick 27.08.2013, 13:58

@Peta67: DH - Hervorragende Antwort!!!!!

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Sag ihr doch genau das, was du hier jetzt geschrieben hast. Ist doch ganz einfach erklärt dann. Erzähl ihr, dass du Zweifel hast und auch warum, sie als deine Psychaterin wird das verstehen und sicher mit dir darüber reden und dich nicht irgendwie schief angucken oder so :)

Eine soziale Phobie entsteht durch konkrete Erfahrungen/Momente und wird als belastend, "fremd" und nicht nachvollziehbar empfunden. Eine PS fängt schon in den ersten Lebensjahren an und ist später tief in seiner Persönlichkeit verankert.

Sprech ihn einfach darauf an. Ich diskutiere oft mit meinem Psychiater über meine Diagnosen. Schließlich kann er keine Gedanken lesen.

mfG.

Ich gehe mal davon aus, dass diese Diagnose Soziale Phobie von einem Psychiater oder einer Psychiaterin gestellt wurde. Dann hat sich dieser Facharzt/Fachärztin sehr intensiv mit Dir befaßt, sonst käme er/sie nicht zu diesem Ergebnis.

Wenn Du eine Eigendiagnose aufstellst, so ist das logischerweise immer subjektiv, da Du Dich selbst von außen gar nicht objektiv wahrnehmen kannst.

Wenn Du Zweifel an einer Diagnose hast, so ist es Dein gutes Recht, den Facharzt auf das Ergebnis hin anzusprechen.

Ich muß aber Peta67 absolut recht geben: Eine Verbesserung bis zu einer Veränderung Deines Zustandes ist nur dann möglich, wenn Du auch bereit bist, Dich mit dem auseinanderzusetzen und anzuerkennen, was der behandelnde Arzt als Erkenntnis aufgrund der Beobachtung und Befragung Deiner Person in seiner Diagnose zusammengefaßt hat.

Lägen klare Indizien für ein anderes Krankheitsbild vor, hätte das auch Einfluß genommen auf die Diagnose.

Akzeptiere die Diagnose wie sie ist und laß Dich jetzt erst mal auf den Behandlungsansatz ein.

Wenn sich im Laufe der Zeit für Dich die Behandlung so darstellt, dass Du keine Fortschritte erkennen kannst, dann solltest Du mit dem behandelnden Arzt sprechen und gegebenenfalls eine Zweitmeinung einholen.

Ich wünsche Dir zunächst ein gutes Durchhaltevermögen und vor allem auch eine Akzeptanz dessen, was als Therapie für Dich vorgesehen ist! Nur dann, wenn Du das auch konsequent befolgst, wirst Du auf Dauer Ergebnisse erzielen, die sich für Dich und für Dein Lebensumfeld positiv gestalten.

Bromazepam 27.08.2013, 14:16

Danke für die Antwort, ich habe heute meine Ärztin darauf angesprochen. Sie meinte, ob es wirklich eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung ist, wird man in der Station feststellen, da ich dort intensiver beobachtet werde. Auf jeden Fall ist es eine Krankheit, die ich habe. Im Grunde genommen sind die beiden Krankheitsbilder fast identisch.

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Adlerblick 27.08.2013, 15:03
@Bromazepam

Na siehste, dann tut sich ja was. Es ist sicher gut, wenn Du auf Station beobachtet wirst, dann kann Deine Ärztin jederzeit reagieren, wenn dort andere Verhaltensweisen an Dir festgestgestellt werden! Du mußt Dir also jetzt keine so großen Sorgen machen, niemand hat ein Interesse daran, den Behandlungsansatz für Deine Krankheit falsch auszulegen!!!!

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute für Deine weitere Behandlung!

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Adlerblick 29.08.2013, 23:32
@DerFlaneur

@DerFlaneur: Das haben wir in Vorgängerfragen auch schon mal angesprochen. Es ist bei Bromazepam nur nicht ganz unproblematisch solche Überlegungen anzustellen, da er dazu neigt sich alle möglichen Krankheiten zu eigen zu machen, die in nur geringster Form zu seinen Verhaltensweisen passen könnten.

Auf diese Art hat er bereits eine Selbstdiagnose gestellt, von der er nicht mehr abzubringen ist.

So viel ich bisher mitbekommen habe, wurden aber in all den Untersuchungen die gängigen psychiatrischen Störungen bereits überprüft im Zusammenhang mit seinen Verhaltensweisen.

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Selbstdiagnosen sind eh immer die besten^^

Bromazepam 26.08.2013, 19:13

Ich kenne mich besser als eine Ärztin, die nur meine aufgesetzte Fassade sieht und das höchstens zweimal für 1 Stunde in der Woche.

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Maricat 26.08.2013, 20:49
@Bromazepam

"aufgesetzte Fassade" ??? - Du solltest auf jeden Fall ehrlich sein, wie soll man Dir sonst helfen?

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Bromazepam 27.08.2013, 14:17
@Maricat

Ich kann nicht Ich sein, wenn Fremde da sind. Das gehört mit zum Krankheitsbild.

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Adlerblick 27.08.2013, 14:19
@Bromazepam

Du kennst Dich aber nur subjektiv, weil Du glaubst, dass es so wäre. Du kennst aber nicht Deine Wirkung nach außen. Bei Diagnosen muß Beides berücksichtigt werden. So spielte Deine Eigenwahrnehmung sicher auch eine Rolle bei der Diagnose, von der Du Deinem Arzt erzählt hast.

Daneben kann aber der Arzt nicht außer Acht lassen Deine Wirkungnach außen und auf Andere!

Warum legst Du eigentlich so großen Wert auf die Diagnose vermeidende PS? Hat das für Dich einen anderen sozialen Stellenwert?

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