Sorgerecht und Alkoholismus

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Hallo esel06,

ich kann mir Deinen Zwiespalt vorstellen. Als Mann der Frau die Du liebst die Kinder "entziehen" zu wollen/müssen ist eine -vorsichtig ausgedrückt- eklige Situation in die, glaube ich, niemand kommen möchte. Aber es geht doch in erster Linie um den Schutz der Kinder. Das geht für mich aber nur über den Weg einer rechtlichen Klärung, weil ich mir nicht vorstellen kann, das Deine Frau das so einfach nach einem Gespräch zwischen Euch zulassen wird. Die Möglichkeiten (aussergerichtlich) die mir bekannt sind wären in der Tat eine Suchtberatungsstelle oder eine soziale Einrichtung z.B. Caritas die für solche Fälle ausgbildete Sozialarbeiter haben um mit Dir die nötigen Möglichkeiten erörtern können.

Du schreibst auch das sie sich z.Zt.in einer Langzeit-Therapie befindet. Dort finden auch in der Regel Angehörigen-Seminare statt. Wende Dich an den/die Bezugstherapeuten/in in der Klinik und bitte um ein Gespräch. Die haben im Moment den besseren "Zugriff" zu Deiner Frau als Du. Vielleicht kann dort etwas in Angriff genommen werden. Du kannst abwarten ob die Therapie etwas bringt und hoffen, das sich Deine Frage hier damit erledigt hat, oder im Vorfeld in der Klinik schon einmal klären was Du als Angehöriger bei evtl. Fehlschlag der Therapie zum Schutz Deiner Kinder unternehmen kannst/musst. Im äusserste Fall sollte Dir aber bewusst sein das dies bis zum gerichtlichen Antrag auf alleiniges Sorgerecht für die Kinder führt. Auch wenn es - wie Du schreibst - "Deiner Frau das Genick brechen würde". Deiner Frau kannst Du nicht helfen, das kann nur sie alleine. , aber den Kindern kannst Du helfen und dazu bist Du als Vater auch in der Pflicht.

Eine Frage noch: Ist Deine Frau alleine in die Therapie gegangen oder wurde sie "geschickt", aufgefordert oder eingewiesen?

Vielleicht besteht ja die Möglichkeit für eine Lösung die hier niemand erahnen kann, aber wenn es dazu kommt das es nur den Weg über das Gericht geht wirst Du ihn einschlagen müssen um wenigsten für Dich den Einfluss auf die Kinder nicht zu verlieren.

Alles Gute und viel Glück wünscht Dir Gerd

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Vielen Dank für Deinen Beitrag, ich sehe, Du bist als trockener Alkoholiker in der Materie und kannst meinen Zwiespalt verstehen. Mit viel Überredungskunst ist es mir immer wieder gelungen, dass meine Frau sich in professionelle klinische Hilfe ( stationär / Despressionen ) begibt. Zum letzten Entzug versprach die Suchtberatungsstelle um Anschluss einer AEB, was aber niemals ohne mein Zutun geklappt hätte, wg. ewigen Wartezeiten. Und wiedermal wurde alles "geregelt". Die Therapeutin in der Klinik betont, dass sie die Therapeutin meiner Frau ist, Seminare werden nicht angeboten. Dieses - ich nenne es bewußt nicht Pflichtbewußtsein - bin ich mir bewußt, sonst könnte ich es mir auch sehr einfach machen und aufgeben. Aber Du schreibst sehr richtig, meine Frau kann sich jetzt ggf. nur noch selber helfen, meine Kinder nicht.

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@esel06

Hallo esel06,

die Wartezeiten für Behandlungen im Suchtbereich sind im Moment in der Tat sehr lang, was auf der einen Seite deutlich macht wie weit der Missbrauch mit stoffgebundenen Suchtmitteln vorangeschritten ist, auf der anderen Seite aber auch, das immer mehr Menschen sich entschließen oder "anstubsen" lassen, etwas zu unternehmen. Der Erfolg liegt bei den Patienten selbst. In der Therapie ist der Patient der Arzt. Läßt er es zu kann er sich selbst helfen. Die Aussage der Therapeutin Deiner Frau stört mich gewaltig "..SIE ist meine Patientin..." hat für mich den Unterton "...das geht Dich gar nichts an..." Das würde mich schon ein wenig aufbringen und ich würde nachhaken. Immerhin hast Du als Angehöriger das Recht über den Krankheits - bzw. Therapieverlauf informiert zu sein. Auf der anderen Seite hat Deine Frau auch das Recht einen Informationsstopp selbst an Familienangehörige auszusprechen. Dieser wird in der Regel strikt eingehalten. Besuchst Du Deine Frau und sprichst mit Ihr ?

Liebe Grüße und ein ernst gemeintes gutes neues Jahr in Eurem Sinne. Liebe Grüße, Gerd

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@Gerd02

Hallo Gerd02, wir reden viel, aber drehen uns immer wieder im Kreis, weil meine Frau m. E. ihre eigentlichen Probleme nicht erkennen will, sondern eben weglaufen möchte, und allen anderen eine Schuld/Mitschuld gibt, alles eben krankheitsbedingt. Sie sagt, dass sie sich in einer Sackgasse befindet, kein Licht, kein vor, kein zurück. Mein Angebot einen riesigen Kran zu holen, fand sie zwar lustig, aber dass hilft auch nicht weiter. Fast alle Aussagen sind teilweise so, ja schon irre, dass ich selber glaubte bald wahnsinnig werde. Sie substituiert gerade Alkohol gegen Tabletten, habe sie jetzt mehrfach erlebt, schlafen,schlafen, da geht nichts. Habe heute die Klinik informiert, dass ich das alleinige Sorgerecht beantragt habe, um ihr die Möglichkeit der Stabilisierung zu geben, und, als Schutzmaßnahme vor ihr selbst gebeten, die heimlich mitgeführten Tabletten zu finden, nun bin ich wieder der A..../Verräter,
aber für meine Kinder kann ich jetzt damit leben, auch wenn es ein langer und schmerzvoller Prozeß war und auch noch sein wird. Ich werde die Mutter meiner Kinder und meine Frau nicht aufgeben...

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@esel06

Hallo esel06, ich hatte auch keine Schuld, es gab immer jemand der mich auf dem Stuhl fesselte und mir den Alkohol einflößte. Diese Reaktion ist schon fast normal. Es ist nicht leicht die Fehler bei sich selbst zu finden, zuzugeben und dann auch noch um Hilfe zu bitten. Den Kran hast Du ihr schon vor die Tür gestellt. Sie muß nur noch den Führerschein dafür machen und sie wird sehen das sie sich selbst damit fortbewegen kann. Ich finde es richtig das Du die Klink über die versteckten Tabletten informiert und das Sorgerecht beantragt hast. Damit zeigst Du das Du die Sache durchstehen willst. Wenn Deine Frau Ihren Weg gefunden hat liegt es ja nur an Dir, welche Form des Umganges Du zuläßt. Aber vorerst sind die Kinder erst einmal abgesichert,wenn Dir das Sorgerecht zugesprochen wird. Ob Du nun der Ar.../Verräter bist weil Du Ihr nicht hilfst (sie da rausholst) oder Ihr keinen Alkohol kaufst, oder sie nicht einfach in Ruhe trinken läßt, oder weil Du das Rchtige getan hast, nämlich das Ihr die Pillen abgenommen werden, ist letztendlich egal. Kümmere Dich um Dich und Deine Kinder, Deine Frau muss herausfinden welchen Weg sie gehen will, egal wie auch immer ihre Entscheidung ausfällt, Du wirst Ihr das nicht abnehmen können. Eine gute Woche wünsche ich Euch Lieben Gruß, Gerd

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@Gerd02

Hallo Gerd02, schön zu lesen, wie jemand der in der Materie irgendwie drinsteckte, darüber denkt und schreibt. Klar fühle ich mich in einigen Momenten schwach, aber rausziehen kann sie sich jetzt eigentlich nur selbst, trotzdem werde ich ihr immer, ja immer die Hand reichen, die Schulter zum anlehnen geben, verdammt sie ist die Mutter unserer Kinder und auch noch meine geliebte Frau. Früher habe ich den Kran geholt, gefahren und wieder weggebracht, jetzt muss sie wenigstens, als ersten kleine Schritt, selber fahren, wegbringen würde ich diesen wieder.

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Also normalerweise dürfte das kein Problem sein mit dem alleinigen Sorgerecht.Meine Mutter war Alkoholikerin,starb letztes Jahr mit 61Jahren,grosse Hilfe fand ich in den letzten beiden Jahren beim "Blauen Kreuz",die haben alle wichtigen Anschriften und Anlaufstellen,sind immer hilfsbereit und gehen auch mit zu Behördenterminen.(ich habe dort eine Angehörigentherapie gemacht)

Ich denke, daß Du schon Kontakt zum Jugendamt wegen dieses Problems hast, können die Dich nicht professionell unterstützen?

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Nein, trotz Kenntnis der Sachlage verweisen sie an das Familiengericht, das ist das Ende meiner geliebten Frau und Mutter.

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@esel06

Oh, das tut mir leid, hatte gedacht, daß sich das Jugendamt damit auch befaßt.

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