Sonne und Schlammloch im Koran

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3 Antworten

Al-Kahf: 86

Wie es dem, der sich auf dem Meer befindet, erscheint, dass die Sonne hinter dem Ozean untergeht, so erschien es Sul-Qarnain, als ob die Sonne in einer finsteren tiefen Grube unterginge. (Asad)

Das wahrscheinlichste ist, dass dies eine Flussmündung war, an der sich das Gras häuft. Dort steht meistens ein klebriger Schlamm. (Qutb)

“'Ayn“ bedeutet in erster Linie „Quelle"; es bedeutet aber auch „Wassermenge". „Wadschadahaa" habe ich mit „es schien ihm, als ob (sie unterging)" übersetzt. Vergleiche Rasi und ibn Kasir, die beide drauf hinweisen, dass es sich hier um eine Metapher handelt, die auf der optischen Täuschung beruht, dass die Sonne „im Meer versinkt", und Rasi erklärt dies ganz korrekt damit, dass die Erde rund ist (...).

Die Namen in Klammern sind die von verschiedenen Tafsirgelehrten (die den Koran interpretieren etc.).

aus folgender Quelle, und dort findest du noch mehr: http://www.enfal.de/Tafsirde/Teil%2016.htm

Vielen vielen Dank...

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"Schlammloch" steht da ja nicht wörtlich. Wenn du einen Sonnenuntergang am Meer beobachtest, hast du den Eindruck, die Sonne würde im Meer versinken, oder?

Nimm dir 'mal Luftbilder und schaue dir die Mündung großer Flüsse an, wie zum Beispiel des Nil oder des Ganges. Du wirst feststellen, dass diese Flüsse große Mengen von Sedimenten mitführen, die über viele Kilometer das Meerwasser schlammig und dunkel färben. Beobachtet nun ein Mensch, der keine Kenntnis von heutigem naturwissenschaftlichen Wissen hat, dann wird ihm scheinen, die Sonne versinke in schlammigem, trüben Wasser. Näher heran an den tatsächlichen Sonnenuntergang kann er nicht (er denkt, die Erde sei eine Scheibe und folglich muss die Sonne buchstäblich "untergehen"), also meint er, er sehe tatsächlich den Ort des Sonnenuntergangs.

Das ist eine rein logische Erklärung, aber so ähnlich habe ich das auch schon (in Englisch) von Koranexperten gelesen.

Als Nichtmoslem möchte ich nur einwenden, dass es nicht nur um die Schlammstelle geht, sondern auch um die Beschreibung, dass der Gehörnte einen ORT des Sonnenuntergangs und einen Ort des Sonnenaufgangs erreicht.

"18:90 Als er nun den Ort des Sonnenaufgangs erreichte, fand er, daß sie über Leuten aufgeht, denen Wir keine Bedeckung vor ihr geschaffen hatten."

Nun gibt es freilich einen gewissen Interpretationsspielraum, und diejenigen, die an den Koran glauben wollen, werden diese Aussagen eher bildlich verstehen wollen. Das muss wohl jeder selbst entscheiden.

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