Sonn-, Feiertage und Nachtarbeit

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5 Antworten

Stellst Du die Frage genau so noch einmal oder möchtest Du noch etwas anderes, zusätzliches wissen? Ich beantworte mal die alte Frage:

Montag frei, Dienstag 1ter Weihnachtstag (Arbeiten) Mittwoch, 2ter Weihnachtstag (Arbeiten) etc. und Sonntag auch arbeiten. Kriege ich dann also 3 extra freie Tage, oder reicht dafür lediglich der Montag? Wie genau kann ich das verstehen.

Für Montag und Dienstag muss der AG Dir innerhalb von acht Wochen jeweils einen Ausgleichstag gewähren. Für den Sonntag hast Du innerhalb von zwei Wochen Anspruch auf einen Ausgleichstag (§ 11 Arbeitszeitgesetz)

Selbstverständlich bekommst Du für jeden Sonn- und Feiertag einen Ausgleich. Außerdem müssen mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei sein. Weniger freie Sonntage sind nur zulässig, wenn dies in einem anwendbaren Tarifvertrag, einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung geregelt ist (§ 12 Arbeitszeitgesetz).

Zur Nachtarbeit ist meine Frage, müssen dafür Zuschläge bezahlt werden? Ich kriege einen festen Betrag an Gehalt jeden Monat. (kein Stundenlohn) Weder Sonntagszuschläge, Nachtarbeit etc. kann ich da trotzdem etwas geltend machen?

Für Nachtarbeit gibt es eine Regelung im § 6 Arbeitszeitgesetz. Hier steht: "Soweit keine Tarifvertragliche Ausgleichsregelungen bestehen, hat der AG dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren".

Dein AG muss Dir also entweder zusätzlichen bezahlten Urlaub oder Zuschläge für die Nachtarbeit geben.

Für Sonn- und Feiertag gibt es nur dann Zuschläge wenn das im Arbeitsvertrag, anwendbaren Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung vereinbart wurde. Ansonsten hast Du hier leider Pech gehabt.

Im Monat sind 5 Überstunden bereits im Bruttolohn mit einberechnet. Da ich auch Rufbereitschaft mache und in diesen Fall, Überstunden ansammle.... habe ich eigentlich nie etwas davon. Darf man solch eine Klausel im Vertrag setzen.

Ja, darf man. Das würde nur dann nicht gehen, wenn die genaue Anzahl der Überstunden die unentgeltlich zu leisten sind nicht angegeben wäre.

Hätte der AG nur geschrieben dass Überstunden bereits mit dem Bruttolohn abgegolten sind, wäre das nicht zulässig. Hier hat der AG diese unentgeltlichen Überstunden auf 5/Monat beziffert und somit ist das rechtens.

Ich weiß nicht in welcher Branche Du arbeitest und ob Dein Arbeitsverhältnis einem Tarifvertrag unterliegt (Zuschläge). Wenn Du eine 6-Tagewoche hast, dann hast Du einen Tag in der Woche frei (Sonntagsausgleich). Wenn ein Feiertag auf einen Arbeitstag fällt, dann hast Du einen zusätzlichen freien Tag. Rufbereitschaft wird meist mit 50% Arbeitszeit angerechnet, wenn Du 12 Stunden Rufbereitschaft im Monat hast, wäre das 1 Überstunde. Ja, die 5 Überstunden sind rechtens.

Joringoh 02.09.2014, 05:26

besten dank für die ausführliche Antwort ;)

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Soweit ich weiß, darf man nicht über 48h/Woche arbeiten. Zwischen den Arbeitszeiten müssen mindestens 11h Ruhezeit liegen. Überstunden dürfen nicht pauschal abgegolten werden, aber das ist bei dir ja nicht der Fall. Du bekommst mindestens 5 Überstunden im Monat bezahlt. Jede weitere kannst du auch anderweitig geltend machen (jenachdem was sonst im Vertrag steht).

Zusätzliche Freie Tage sind ebenfalls geregelt: http://de.wikipedia.org/wiki/Zuschlag_f%C3%BCr_Sonntags-,_Feiertags-_und_Nachtarbeit

Wenn du dir unsicher bist, kannst du deinen Vertrag ja von einem Anwalt prüfen lassen, bevor du deinem Chef irgendwas falsches vorwirfst.

Ich bin kein Anwalt, daher ist das nur meine Meinung und kein rechtlicher Rat :-)

Wenn in Deinem Arbeitsvertrag eine 6-Tage-Woche vereinbart wurde, dann hast Du 1 Tag in der Woche frei, unabhängig davon, ob Du sonntags arbeitest oder nicht, denn sonst wäre es ja keine 6-Tage-Woche. Ein zusätzlicher, also 2. freier Tag steht Dir nicht zu.

Wenn Du ein Festgehalt hast, so bekommst Du keine zusätzlichen Nacht- oder Sonntagszuschläge, außer es steht in Deinem Arbeitsvertrag was anderes.

Der Zusatz mit den 5 Überstunden ist durchaus zulässig. Du bekommst somit Überstunden bezahlt oder auch Ausgleich ab der 6. Stunde.

Du hast ein Vertrag unterzeichnet ohne es zu verstehen?

Da ist Ausbeutung vorprogrammiert.

Wenn Du nicht einverstanden bist, musst Du es auch nicht so tun. Kündige.

Abgesehen davon solltest Du ein klärende Gespräch mit dein Arbeitsgeber führen.

Hoffentlich ist dein Gehalt auch dementsprechend.

Bist Du in ein führende Position, bist Du hemmungslos ausbeutbar. ;-) <---

Joringoh 02.09.2014, 05:24

Es hatte seine Gründe warum ich den Vertrag unterzeichnet hatte und das ich ausgbeutet werde ist mir leider durchaus bewusst, aber hatte keine entsprechende Alternative aus privaten Gründen. (Arbeitsort, 5 Minuten Fußweg, Arbeitszeiten usw.) Dauerhaft möchte ich den Job natürlich nicht ausführen, aber vorrübergehend, habe ich einfach nichts vergleichbares. Trotzdem möchte ich mich einfach informieren und ich dachte dies hier wäre ein guter Ort dafür.

Nebenbei mein Arbeitsgeber ist sehr auf mich angewiesen, er braucht halt jemanden der direkt vor Ort einspringen und unterstützen kann. (außerdem wer sonst arbeitet gerne an Feiertagen, Wochenende und in der Nacht)

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