Sonett von der endgültigen Frage von Jesse Thoor: Interpretation

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2 Antworten

Natürlich darfst du hier Links angeben (einen pro Beitrag): http://www.coropiccolo.de/kritiken/Lohff/texte.html#sonett

Dass der Tote ein Fallschirmspringer ist (z. B. ein Mitglied der Besatzung eines abgeschossenen Flugzeugs oder ein Fallschirmjäger), scheint mir plausibel; das erklärt am besten, was über den Toten mitgeteilt wird.

Deine weitere Interpretation kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich glaube, es geht dem Dichter einfach darum, der Schönheit der Natur die Brutalität der Nationalsozialiisten gegenüberzustellen; man kann nicht die Schönheit der Natur betrachten, ohne auf diese Brutalität zu stoßen.

Guildius10 19.03.2012, 14:03

Dankeschön! :D Habe heute meinen Deutschlehrer gefragt und er meinte dasselbe. Laut ihm ist es grundsätzlich egal wer der Tote ist (den Fallschirmspringer hat er ausgeschlossen o.O). Das Wichtigste ist jedoch, dass gezeigt wird, wie schon gesagt, dass die Welt nicht so "bunt" ist wie es scheint und dass in die theoretisch schöne Welt die brutale Realität ein donnert.

Jedenfalls vielen Dank für Ihre Antwort. Ich würde der Antwort gerne noch den Titel "beste Antwort" geben, war aber lange nicht mehr online und sehe hier nur den "gefällt mir" Knopf :(

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mittern8eule 20.03.2012, 02:02
@Guildius10

Gern geschehen! :-) Der Knopf heißt übrigens "Als hilfreichste Antwort auszeichnen" und steht direkt unter der Antwort.

Vielleicht interessiert dich auch, dass Thoors Sonett ursprünglich den Untertitel "Nach einem Sonett von Pottier"(http://books.google.de/books?id=Q-YvAQAAIAAJ&q=%22nach+einem+sonett+von+pottier%22) trug. Tatsächlich weist Thoors Sonett auffällige Ähnlichkeit mit dem Sonett "Überfluss" von Eugène Pottier von 1883 auf; ich zitiere die erste und vierte Strophe (in der deutschen Nachdichtung von Erich Weinert):

Ein wahres Meer von Ähren wogt im Winde.
Es schwillt von Sattheit. Und die Sonne brüllt.
Heißduftend rufts, daß man es schneide, binde,
und dresche, daß es reif die Speicher füllt.

...

Doch als ich heimkam, lag am Fuß der Linde
verhungert eine Frau mit ihrem Kinde. -
Was sagst du, Korn, was, der dich erntet, nun?

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Wow... Ich bin sprachlos... Hätte nicht gedacht, dass diese Person (Jesse Thoor) sowas plagiiert hat. Vielen, vielen Dank nochmal. sie siind eine große Hilfe!!!!!

Einzige Sache, die mich noch interessieren würde, ist, ob es sich bei diesem Gedicht um einen Jambus, Daktylus oder etwas anderes handelt.

Weil ich leider wenn es um den Jambus etc. geht, große Probleme habe, diese zu bestimmen.

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