Sonderkündigung Mietvertrag als Mieter wegen Gewalt?

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9 Antworten

Im Dezember eskalierte die Situation

Wann im Dezember? Am 31. Mitte Dezember oder schon Anfang Dezember? Bitte etwas genauere Angaben hierzu, denn wenn das schon am bspw. 20. war und ihr seid sofort am 1.1 in eine neue Wohnung gezogen, wo wart ihr dann zwischen 20. und 31.?

Für eine außerordentliche Kündigung ist es jetzt auf jeden Fall zu spät. Niemand würde das verstehen.

Angenommen, der Vorfall war am 31.12. Danach seid ihr zum Arzt, danach in die Wohnung, das nötigste gepackt und sofort am 1.1. morgens in die neue Wohnung umgezogen und zwischenzeitlich den restlichen Kram nach geholt.

Stellt sich natürlich die Frage, woher ihr so schnell eine Wohnung bekommen habt, wo andere doch meist wochen- oder monatelang suchen. Zweite Frage ist, warum die fristlose Kündigung dann nicht sofort am 2.1. (Postausgang) per Einschreiben oder sogar schon durch persönliche Übergabe am 1.1. geschehen ist als unmittelbare Reaktion auf den schweren Vorfall, der ein weiteres Verbleiben in der Wohnung für Deine Freundin in ihrem Zustand unmöglich macht.

Jeder, der etwas Durchblick hat, wird erkennen, dass ihr die Wohnung schon im Lauf des Dezember für 1.1. angemietet habt, noch bevor das mit dem Besen passiert ist. Also, dass ihr sowieso am 1.1. umgezogen wärt und ggf. 3 Monate doppelte Miete in Kauf genommen hättet.

War der Vorfall schon Mitte oder Anfang Dezember und ihr habt die Wohnung erst danach angemietet, sieht es etwas anders aus. Der Vermieter hätte seinem Nachbarn sofort fristlos kündigen müssen. Der Nachbar hätte seine Wohnung auch sofort räumen müssen. (Ganz ohne Übergangszeit geht es natürlich auch nicht.)

Wenn sich das Verhalten in dieser Zeit bis zu seinem Auszug nicht gebessert hätte oder sogar verschlimmert, hätte ihn die Polizei auch abholen und in eine Klinik einweisen können. In jedem Fall wäre es nicht notwendig gewesen, dass ihr sofort fristlos kündigt und auszieht.

Hätte der Vermieter jedoch nicht reagiert, dann hättet ihr aber auch wieder sofort und nicht erst mit wochenlanger Verspätung fristlos kündigen können. So in etwa sieht die Lage aus. Nicht besonders gut für Euch.

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Sonst müsste ich die nächsten Monate doppelt Miete zahlen.

Daher weht also der Wind.

Hat der Vermieter das verhalten des Nachbarn zu verschulden? Sicher nicht.

Also nix da mit fristloser Kündigung.

Nächstmöglicher Termin zu dem im Moment gekündigt werden kann ist der 30. April 2016.

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Normalerweise gilt eine drei monatige Kündigungsfrist. Kann ich diese auf Grund des Sachverhaltes umgehen und eine außerordentliche Kündigung verfassen?

Nein, die könnt Ihr nicht umgehen.

Hier wäre es nochmal nötig gewesen, dass dem Vermieter bescheid gegeben wird und der hätte der anderen Partei kündigen können.



Im Dezember eskalierte die Situation: Wir haben dies natürlich angezeigt und sind daraufhin natürlich zum 01.01.16 sofort in eine neue Wohnung gezogen.


Ich denke, hier werden einige User denken, dass Ihr eh umziehen wolltet und wie Du selber schreibst,  die Kündigungsfrist nicht einhalten möchtest.

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Kommentar von TrudiMeier
11.01.2016, 16:15

Natürlich drängt sich einem der Gedanke geradezu auf.

Sonst müsste ich die nächsten Monate doppelt Miete zahlen

Hätte er den Satz mal besser weggelassen......

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Nun, ich sehe sehr wohl, dass die Fortsetzung des Mietverhältnisses unter diesen Bedingungen unzumutbar war (Notlage) , du hättest sofort schriftlich fristlos kündigen müssen/können und das mit der Straftat begründen dürfen. Die Gefährdung deiner Frau und des ungeborenen Kindes war ja erheblich.   Wenn so nicht erfolgt, hole es sofort nach. Das Ereignis ist ja noch relativ frisch. Dein Vermieter war sehr wohl  veranlasst, zur Sicherung des erheblich gestörten Hausfriedens sogar  fristlos dem Störer zu kündigen.

Wenn du jetzt beim Vermieter mit der fristlosen Kündigung nicht durchkommen solltest, könntest du im zu erwartenden Strafverfahren gegen den Nachbarn (unbedingt Strafantrag stellen) Schadenersatz für die noch drei  Monate zu zahlende Miete fordern.

 Darüber hinaus für den Treppensturz dazu noch weiteren Schadenersatz und erhebliches Schmerzensgeld fordern. Beides wäre vermutlich getrennt in einem Zuvilprozess einzuklagen. Sucht euch deshalb schnellstens einen Anwalt, der davon Ahnung hat. Allein seid ihr verloren. Falls keine RSV besteht, bekämt ihr bei geringem Einkommen Beratungsbeihilfe und Prozesskostenhilfe.

Was hat eigentlich die Polzei gemacht? war sie vor Ort? Warst du mit deiner Frau im Krankenhaus um zu schaun, ob es mögliche Folgen für sie oder/und euer Kind geben könnte?

Alles Gute für euch Drei!

MfG vom Albatros

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Wenn bereits im Sommer Vorfälle waren, hättet ihr ja Zeit genug gehabt fristgerecht zu kündigen. Gegen den Nachbarn habt ihr ja Anzeige erstattet. Das ist jetzt ein Strafverfahren. Zivilrechtlich könnt ihr ihn auf Schadensersatz verklagen. Das ist aber nicht Sache des Vermieters.

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Kann ich diese auf Grund des Sachverhaltes umgehen und eine außerordentliche Kündigung verfassen?

Nein, die Kündigungsfrist ist dafür da, damit der Vermieter genügend Zeit hat, einen Nachmieter für die Wohnung zu finden und somit Leerstand zu vermeiden.

Der Vermieter hat an den Streitigkeiten keine Schuld, so dass keine außerordentliche fristlose Kündigung möglich ist.

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Auch wenn die Situation besch*** ist, das ist kein Grund für eine fristlose Kündigung, denn es handelt sich dabei ja nicht um eine Vertragsverletzung des Vermieters.

Stattdessen hättet ihr ggf. die Miete mindern können

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Nein, dein Vermieter kann ja nichts dafür, dass einer seiner Mieter eine schwere Körperverletzung begangen hat. Da der Umzug aber offenbar diesem Ereignis geschuldet ist, kannst du die zusätzlichen Kosten beim Täter einfordern.

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Solltest du auf jeden Fall machen. Ein solcher Zustand ist unzumutbar, und der Vermieter hat keine Abhilfe geschaffen. Hier ist eine fristlose Kuendigung rechtens.

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Kommentar von DarthMario72
11.01.2016, 16:10

Dann nenne mal bitte die Rechtsgrundlage dafür...

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Kommentar von ChristianLE
11.01.2016, 16:27

der Vermieter hat keine Abhilfe geschaffen.

Warum sollte er? Er ist nicht der Vormund des Nachbarn. Persönliche Streitigkeiten, bzw. die Körperverletzungen sind nicht Sache des Vermieters.

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