Sommerreifen im Winter unter nichtwinterlichen Verhältnissen legal?

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11 Antworten

Hallo ichimma,

Deine Frage lässt sich ganz einfach beantworten in dem man in den entsprechenden Paragraphen der Straßenverkehrsordnung schaut. Dort steht:


§ 2 StVO - Straßenbenutzung durch Fahrzeuge

(3a) Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis” oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, die die in Anhang II Nummer 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG des Rates vom 31. März 1992 über Reifen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und über ihre Montage (ABl. L 129 vom 14. 5. 1992, S. 95), die zuletzt durch die Richtlinie 2005/11/EG (ABl. L 46 vom 17. 2. 2005, S. 42) geändert worden ist, beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S”Reifen). Kraftfahrzeuge der Klassen M2, M3, N2 und N3 im Sinne der Anlage XXIX der Straßenverkehrs”Zulassungs”Ordnung in der Fassung vom 26. April 2012 (BGBl. I S. 679), dürfen bei solchen Wetterverhältnissen auch gefahren werden, wenn nur an den Rädern der Antriebsachsen M+S”Reifen angebracht sind. Satz 1 gilt nicht für Nutzfahrzeuge der Land” und Forstwirtschaft sowie für Einsatzfahrzeuge der in § 35 Absatz 1 genannten Organisationen, soweit für diese Fahrzeuge bauartbedingt keine M+S-Reifen verfügbar sind. Wer ein kennzeichnungspflichtiges Fahrzeug mit gefährlichen Gütern führt, muss bei einer Sichtweite unter 50 m, bei Schneeglätte oder Glatteis jede Gefährdung Anderer ausschließen und wenn nötig den nächsten geeigneten Platz zum Parken aufsuchen.


Wie Du dem fett dargestellten Text entnehmen kannst, ist untersagt mit Sommerreifen zu fahren:

  • Bei Glatteis,
  • Bei Schneeglätte,
  • Bei Schneematsch,
  • Eis” oder Reifglätte

In allen anderen Fällen ist es durchaus erlaubt mit Sommerreifen zu fahren.

Auch versicherungstechnisch gibt es keine Probleme, denn solange Du mit den vorgeschriebenen Reifen unterwegs bist, kann die Versicherung bei einem Unfall auch keine Leistungen kürzen.

Schöne Grüße
TheGrow

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Vielleicht hilft Dir das ja weiter: Nur wer bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld. Wer Fahrten bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" zuverlässig vermeiden kann, darf auch weiterhin im Winter mit Sommerreifen fahren! Dies hat besondere Bedeutung in traditionell winterarmen Regionen sowie für Besitzer von Zweitwagen oder Oldtimern – und natürlich für den, der gegebenenfalls auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen kann.(ADAC)

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Die volkstümliche, aber nicht fachgerechte Unterteilung der Reifenarten in "Sommerreifen" und "Winterreifen" führt immer wieder zu der Schlussfolgerung, dass im Winter "Winterreifen" vorgeschrieben seien. Das aber ist falsch.

Tatsächlich darf man überall und jederzeit mit jeder für das Fahrzeug zugelassenen Reifenart fahren - außer bei bestimmten Straßenverhältnissen, nämlich bei: Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Liegen derartige Straßenverhältnisse vor, dann darf gemäß § 2 Abs. 3a StVO nur mit Reifen gefahren werden, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Solche Reifen werden in der genannten Vorschrift als "M+S-Reifen" bezeichnet und im Volksmund gern, aber eben irreführend "Winterreifen" genannt.

Die Pflicht, "M+S-Reifen" zu verwenden, ergibt sich überhaupt nicht aus der Jahreszeit, sondern ausschließlich aus den aktuellen Straßenverhältnissen. Sollte es aufgrund der Klimakatastrophe einmal zu Glatteis im Juli kommen, dürfte man nur mit M+S-Reifen fahren. Hingegen ist es zulässig, im Februar mit sogenannten "Sommerreifen" zu fahren, wenn die oben fett gesetzten Straßenverhältnisse nicht vorliegen.

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Im Interesse deiner Verkehrssicherheit solltest du Winterreifen aufziehen lassen, kann ja mal sehr schnell Blitzeis oder Schnee fallen. Außerdem tust du deinen Sommerreifen damit auch keinen Gefallen. Du schriebst über "winterliche Verhältnisse" genau da sind Winterreifen angesagt, denn im Unfallfall bist du nicht versichert bzw. deine Versicherung läßt dich komplett auf den entstandenen Schaden sitzen, da du fahrlässig gehandelt hast, und damit auch die übrigen Verkehrsteilnehmer gefährdet hast.

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Kommentar von Crack
07.02.2015, 16:09
denn im Unfallfall bist du nicht versichert bzw. deine Versicherung läßt dich komplett auf den entstandenen Schaden sitzen, da du fahrlässig gehandelt hast, und damit auch die übrigen Verkehrsteilnehmer gefährdet hast.

Kannst Du das auch an einem Beispiel belegen, ein Urteil vielleicht?

Auch Versicherungen stehen nicht über dem Gesetz.

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Du musst eine der Witterung angepasste Bereifung auf Deinem Fahrzeug haben. Sind also im Winter fast sommerliche Temperaturen, von Eis und Schnee keine Spur, dann wirst Du sicher auch nicht zur Rechenschaft gezogen.

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Ich lese hier oft etwas von Temperatur, dazu mal ein Hinweis, reifen werben beim Betrieb recht schnell warm.

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Die hier mehrfach geäußerte Behauptung, die Winterreifenpflicht richte sich nach der Außentemperatur, ist schlicht und ergreifend: Unsinn.

Festgeschrieben ist die Winterreifenpflicht in §2 (3a) StVO. Dort ist nicht von Temperaturen sondern von - Zitat: "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" die Rede.

Dort ist nicht mal eine nasse Fahrbahn erwähnt. Entscheidend ist also, ob Straßenglätte vorhanden ist.

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Das hat auch nichts mit Schnee zu tun, sondern hängt mit den Temperaturen zusammen.Sobald die Temperaturen unter sieben Grad fallen und bleiben, sollten die Winterreifen darauf. Meist von Oktober bis Ostern. Du solltest das Auto lieber stehen lassen, bei einem Unfall bist Du schuldig und wenn Du Pech hast, bezahlt die Versicherung nicht den Schaden.

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Kommentar von FloydPepper
07.02.2015, 16:00

Sorry, aber das ist komplett falsch.

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Meinem Wissen nach darfst du solange mit Sommerreifen fahren, bis Schnee oder Eis auf der Straße sind..... Das die Versicherung allerdings dann nicht zahlt (und manchmal für genau diesen Fall zusatzklauseln haben) erwähne ich mal am rande. Du würdest ebenfalls volle Unfallschuld tragen wenn einer passiert

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Kommentar von Eichbaum1963
07.02.2015, 23:22

Die Versicherungen stehen auch nicht über dem Gesetz. Ergo ist deine Aussage bezüglich der Versicherung falsch.

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auch wenn die fahrbahn trockener ist, ist sie dennoch kälter.

durch die kälte der straße und der rdes reifens, entsteht eine veränderte haftreibung... sprich du bist bei kalter strecke mit sommerreifenebenfalls schlechter unterwegs, kommts dann zum unfall, zahlt die versicherung nichts

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Kommentar von primaprimat
07.02.2015, 15:40

Die gägngien Gummimischungen für Winter/Sommerreifen sind so gemacht, dass die Temperurgrenze bei etwa 8°C liegt. Also wenn die Temperatur regelmäßig unter 8°C fällt sollst du Winterreifen haben. Ich glaube, der Monat ist neurdings nicht mehr entscheident.

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Kommentar von Crack
07.02.2015, 15:43
kommts dann zum unfall, zahlt die versicherung nichts

Und auf welches Fehlverhalten will sich die Versicherung dann berufen?

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Kommentar von FloydPepper
07.02.2015, 15:51

Diese Behauptung ist nachweislich falsch. Es geht hierbei nicht um die Kälte. Entscheidend ist lediglich, ob auf der Straße "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" vorhanden sind. Dann darf nur mit Winterreifen gefahren werden.

Solange die Straße trocken ist, kann man auch bei minus 30°C mit Sommerreifen fahren.

Nachzulesen in §2 (3a) StVO.

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