Sollten wir nicht darauf hinwirken, nationalistisches Gebietsdenken aufzugeben und unter Beibehaltung der Nationen ein Europa ausbauen?

6 Antworten

Die EU war sich nie so ganz darüber klar, ob sie nun ein reiner Zweckverband (Freihandel + gemeinsamer Regulierungsraum) oder auch ein gemeines Wertesystem darstellt.

Gerade an Themen wie Massenimmigration usw. wird deutlich, dass man sich auf eine gemeinsame Wertebasis nicht wirklich verlassen kann. Siehe z. B. Dublin-Regelung bzgl. Migrationsverteilung vs. Weigerung diverser Staaten, überhaupt Migranten aufzunehmen.

Auch beim Euro sieht man deutlich, mit was für einer Doppelzüngigkeit regelmäßig gesprochen wird. Bzw. was für Divergenzen zwischen normativer Konstruktion und Realität bestehen. (Beispiel: Aushöhlung des Verbotes indirekter Staatsfinanzierung durch die EZB, demgegenüber dann aktuelle Situation.)

Konsequenz: zumindest für mich persönlich ist die EU als "Zukunftsvision" gestorben. So ein Europa will ich nicht haben. Da bevorzuge ich Rückkehr zu nationalstaatlichen Strukturen, Beibehalt nationaler Hoheit über zentrale Regulierungsfragen, und auch aus dem Euro sollten wir meines Erachtens so schnell wie möglich raus.

Ich weiß, das ist nicht das, was Du jetzt lesen willst. Aber der Frust über den ganzen Quatsch sitzt bei mir mittlerweile zu tief.

Man sollte auch immer bedenken, dass diese ganze Dampfplauderei von den Segnungen Europas, des Euros und des Binnenmarktes nur einem Teil der Bevölkerung helfen - und insbesondere der Großindustrie. Der "kleine Mann" zahlt derzeit kräftig drauf. Zum Beispiel durch jahrelange Nullzinsen bei real vorhandener Inflation. Da geht gerade in Deutschland die Altersvorsorge einer ganzen Generation den Bach runter. Und das nur, weil wir irgendwelche Kredite angeblich Not leidender Eurozonen-Südstaaten retten müssen.

Schaut man gleichzeitig in den EZB-Vermögensbericht (zuletzt leider 2014 erschienen), dann sieht man, dass ausgerechnet wir im ach so reichen Deutschland tatsächlich Schlußlicht(!) bei den Privatvermögen sind. Und wir sollten dann für die Unfähigkeit anderer Staaten, einen ordentlichen Staatshaushalt aufzustellen, in die Haftung genommen werden. Nein Danke! Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Also ASAP Austritt aus Euro und EU!

Offensichtlich haben immer die kleinen zu leiden wenn man sich zu größerem zusammenschließt. Schade, die Idee war ja nicht schlecht, man denke nur an die Kriege in der Vergangenheit, nur die Ausführung lässt zu wünschen übrig

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Nationen ohne Nationalstaaten? Keine Nationalsprache? Schon jetzt werden Sprachen benachteiligt, in dieser EU. Schon jetzt zählen einige mehr als andere. Schon jetzt dominieren die einen die anderen. Schon jetzt sind die einen wichtig die anderen weniger. Schon jetzt müssen sich die einen vor den
anderen fügen. Du solltest deine Illusionen begraben. Schon dieses
EU-Konstrukt wird kaum bestand haben. Geschweige denn eine Art
Europäischer Bundesstaat.

Die einzige Rettung wäre, umgekehrt einige Schritte zurückgehen zu einer reinen Wirtschaftsunion. Der Euro wäre auch weg mit seinen Problemen. Dann wären auch die Briten wieder mit dabei. Aber die Deutschen mit ihrem Irrsinn, werden das ganze schon Ruinieren. Welche Nation will schon mit den Deutschen in einem Bundesstaat leben? Keine? Aber die Deutschen wollen mit allen! Aber natürlich unter deutschem Kommando. Sie sind ja die Größten. Die Wichtigsten.

Oh oh, bei Dir schwingt ja richtiger Hass auf die Deutschen mit, ist das von der Eifersucht gefüttert? Immer auf die Großen? Ganz im Gegenteil leben Luxemburg,Monaco, Holland, Dänemark usw, also die kleinen wesentlich besser als der Durchschnitts Deutsche. 

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@Tomplus

Tolles Argument! Du hasst Deutschland und bist eifersüchtig. Eine intellektuelle Höchstleistung genauso wie die Behauptung, dass Monaco zur EU gehört. Wegen dieser in Deutschland vorherrschenden Arroganz wird die EU scheitern. Dann wird
der Deutsche schon Schuldige finden. Bloß nicht auf Argumente eingehen. Entweder Unvermögen oder Unwille. Beides ein Armutszeugnis genau so wie deine Unwissenheit. Im Übrigen, die Dänen können es kaum erwarten mit den deutschen in einem Land zu leben. Die wollen nicht mal mit Deutschland eine Währung haben.

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@Niconasbeznas

Gegen Deine Intelligenz ist kein Kraut gewachsen, dass alle  die Deutschen hassen ist Dir wichtig. Gut , wenn´s Dir hilft? Ich habe 36 Jahre nur in Spanien gelebt und seit dem in Asien, und sehe mit Schrecken diese Hasskultur, sorry!

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@Tomplus

Was hat das mit Hass zu tun, wenn man die Realität beschreibt? Nichts! Die Dänen wollen auch nicht mit Bulgaren, Italienern oder Polen in einem Staat zusammen leben. Alle wollen ihre Staaten behalten, nur die Deutschen haben teilweise ihre irrealen Vorstellungen vom Bundesstaat Europa.

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Darauf braucht man nicht erst hinwirken, dazu gibt es die Wirtschfaftsgemeinscht EU, das sollte sie auch bleiben.

Die letztenJahre jedoch flüchtete die Politik geradezu nach Europa, gleich mit der Intension gar den Nationalstaat zu überwinden.
Ein kardinaler Fehler.

Du führst nicht auf, warum? Noch immer sind Befindlichkeiten innerhalb Europas stark vorhanden, die könnten auch wieder explodieren?

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@Tomplus

Ein Krieg ist das letzte Mittel der Politik.
Heute hat man andere Instrumente, Befindlichkeiten hin oder her.

Anderseits ist der Nationalstaat Verfassungswirklichkeit, Europa genau nicht.

Alle Staaten können nicht wirtschaftlich prosperieren.
Mithin wird man ohne Ausgleich nicht auskommen.
Ist nicht sonderlich neu, sondern schon seit EWG/EU-Zeiten der eigentliche Inhalt.
Dem Frieden folgend, dem hohen Ideal.

Aktuell ist mehr die Frage, wie kommt man wieder raus aus Neoliberalismus und Austerität, ohne da Gesicht zu verlieren?
Gerade jetzt, mit rechten Treibern in den Parlamenten.

Jenen Geistern die man rief und nun nicht mehr loswird.
Frei nach "Der Zauberlehrling" von Goethe.

Das jahrzehntelange Abo auf die Macht funktioniert nicht mehr.

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