Sollten Verwaltungsformulare in jeder Sprache der Welt veröffentlich werden in Deutschland?

22 Antworten

Nein, das bringt nichts. Es gibt Amtssprachen. Darüber hinaus gibt es Barrierefreiheit. Also insbesondere muss beispielsweise der Zugang für Blinde gewährleistet werden.

Es ist lediglich so, dass für diejenigen, die der deutsche Sprache nicht mächtig sind, Abhilfe geschaffen werden muss, beispielsweise bei Gerichtsverfahren. Sprich: Es steht beispielsweise einem Angeklagten zu, dass ein Dolmetscher gestellt wird.

Das reicht in Kombination grundsätzlich aus, was die Rechtsverbindlichkeit angeht.

Alles darüber hinaus ist erlaubt und wird ggf. auch empfohlen. Wenn also beispielsweise auf dem Amt ein Mitarbeiter spanisch spricht und er mit einem schlecht deutsch sprechenden Spanier zu tun hat, kann er sich auch auf spanisch mit ihm unterhalten. Das ist völlig OK. Aber wenn auf Spanisch etwas besprochen wird, gilt das nicht als rechtsverbindlich. Rechtsverbindlich wird es erst, wenn es auf deutsch verfasst wird.

Beispiel: Ein Bürger stellt einen Antrag und legt eine spanische Urkunde vor. Dann muss die Behörde eine Übersetzung verlangen. Selbst wenn ein Mitarbeiter der Behörde perfekt spanisch spricht. Man kann sogar in Einzelfällen eine beglaubigte Abschrift verlangen. Bei Immobilienurkunden beispielsweise, weiß nicht genau, wie weit das geht. Aber der Behördenmitarbeiter kann trotzdem den Antragsteller auf spanisch beraten, ihm alles erklären usw.

Das ist in meinen Augen auch alles richtig, denn am Ende haben ja Verwaltungsakte eine besondere Bedeutung und man muss sie ggf. auch später nachvollziehen können. Es ist schon eine Grauzone, ob ein Dolmetscher stets perfekt richtig übersetzt. Aber wenn man dann noch Dokumente und Urkunden in jeder Sprache zulässt, kann man später auch als neuer Mitarbeiter oder wer sonst wie damit betraut ist, nie genau sagen, was nun konkret da drin steht. Da ist das Hantieren mit der Amtssprache für quasi alles Offizielle die deutlich leichtere Lösung.

So ein Quatsch, das ist viel zu teuer. Generell sollte jedes Formular und jeder amtliche Text auch auf Englisch erhältlich sein, Englisch sollte zweite Amtssprache von Deutschland werden. In ein paar wenigen anderen Sprachen kann man auch einen Teil der amtlichen Texte übersetzen lassen, z.B. Russisch, Türkisch, Arabisch. Das gilt z.B. für Corona-Regeln. Aber z.B. bei Beantragen staatlicher Leistungen sollte nicht so großzügig übersetzt werden, da sind die Leute selber verantwortlich dafür, dass sie die Texte verstehen. Schließlich sind sie auch aus eigenem Antrieb aus einem anderen Land hierher gekommen.

Wozu sollte Englisch Amtssprache in Deutschland werden?

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@Oponn

Man kann erwarten, dass jeder gebildete Mensch auf der Welt Englisch versteht und somit von dieser Regelung, falls er nach Deutschland kommt, profitiert. Es schadet auch uns selbst nicht, wenn wir mehr Englisch können. Ist halt nunmal die gefragteste Sprache auf der Welt. Dass jeder in der Schule Englisch lernt und dann trotzdem z.B. in den Nachrichten bei Interview-Ausschnitten Englisch ausgeblendet und mit deutschem Text übersprochen wird, ist ja sowas von lächerlich. Wenn man der Meinung ist, das englische Original verstünde niemand (weil der Schulunterricht für die Katz war), kann man sich gleich die ganze Schule sparen.

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@Tarzanoid

Ernsthaft? Ich arbeite international fast nur mit ziemlich gebildeten Menschen zusammen. Davon sprechen nicht einmal die Hälfte einigermaßen gutes Englisch. Zudem führt man auch nicht für ein paar Hanseln eine weitere Amtssprache ein, derer die meisten "Amtsleute" nicht einmal vernünftig mächtig sind.

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Hast du noch mehr solche weltfremde Vorschläge auf Lager. Kannst du dir nicht vorstellen, welch ein Packen Papierkram dann entstünde. Wer mit der deutschen Sprache Probleme hat, wende sich an seinen speziellen Ausländerverein, denn es in jeder größeren Stadt gibt oder wende sich an einen der Wohlfahrtsverbände, wo Dolmetscher und sonstige Berater kostenlos beraten.

Dir ist wohl hoffentlich klar, dass mit deinem Vorschlag ein gewaltiger Verwaltungsaufwand entstünde.

Die wichtigsten Sprachen sollten vorhanden sein. Aber alle ist nicht möglich. Auch nicht für jeden Antrag etc. Denn ein gewisses Maß an Deutsch sollte man voraussetzen. Aber für die anfänglichen Hilfen auf jeden Fall.

Na klar, man sollte sämtliche Formulare auch z.B. in Haussa, Kannada, Suaheli, Urdu oder Mongolisch vorhalten! Übrigens: Bekommst du bei der Einreise z.B. in China, Indien oder Brasilien auch die Formulare in deutscher Sprache?

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