Sollten Männer bei Schwangerschaftsabbruch Mitspracherecht haben?

Das Ergebnis basiert auf 62 Abstimmungen

Contra Mitspracherecht 61%
Pro Mitspracherecht 34%
Neutral 5%

32 Antworten

Neutral

Was meinst du mit "Mitspracherecht"? Dass der potentielle Vater ein Vetorecht hat? Da bin ich absolut dagegen.

Natürlich sollte man im Idealfall als Paar, bzw. als ungewollte werdende Eltern, miteinander über die Entscheidung reden und diese so treffen, dass beide damit im reinen sind.

Denn ich kann schon auch nachvollziehen, dass es für Männer nur schwer zu ertragen ist, wenn ihr Kind, auf das sie sich eigentlich freuen würden, von der Frau abgetrieben wird.

Andererseits kann ich auch nachvollziehen, dass es Männer als unfair empfinden, wenn sie ungewollt Vater werden und dann auch noch Unterhalt zahlen müssen.

ABER: Das Ding ist, es gibt halt nicht "ein bisschen schwanger". Und zwischen Abbruch und Nicht-Abbruch gibt es keinen Kompromiss.

Also muss man fragen, wer von der Entscheidung letztendlich schwerer betroffen ist, und diesem jenigen das letztliche Entscheidungsrecht überlassen. Und das ist nunmal die Frau, die schwanger ist, die neun Monate lang das Kind austragen muss und die alle körperlichen Folgen tragen muss (die im übrigen gravierend sein können), sowohl die Folgen einer Abtreibung als auch einer Schwangerschaft.

Und in der Regel ist es die Frau, die dann das Kind am Hals hat und finanzielle Einbußen (niedrigere Rente usw.) und Nachteile im Job hinnehmen muss.

Wenn die Frau eine Abtreibung möchte und der werdende Vater nicht - das ist wirklich ein schwieriger Fall. Hier im Forum habe ich schon Argumente gelesen wie "man kann ja vorher einen Vertrag aufsetzen, dass hinterher der Vater sich alleine um das Kind kümmern wird" - klar, das kann man machen. Frau müsste zwar Unterhalt zahlen, dazu ist sie rechtlich verpflichtet, aber sie könnte das Kind beim Vater aufwachsen lassen, wenn der das auch möchte.

ABER: Eine Schwangerschaft ist auch gewollt schon eine ziemliche Anstrengung. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schlimm das sein muss, wenn man eigentlich gar nicht schwanger sein will. Und dann kommt ja die Geburt noch obendrauf. Mit allen körperlichen Folgen, die diese so nach sich ziehen kann. Deswegen kann man auch keine Frau zum Austragen der Schwangerschaft zwingen.

Ein Mitspracherecht des werdenden Vaters kann es hier nicht geben, das liegt in der Natur der Sache. Denn wenn die Schwangere für ihre Entscheidung (egal, für welche) das "OK" des Erzeugers bräuchte, wäre es ja nicht mehr ihre Entscheidung, sondern die des werdenden Vaters. Also würde so die hauptsächlich betroffene Person entmündigt, wenn sie weder abtreiben noch das Kind austragen könnte, wenn ihr Partner dagegen ist.

Ganz so ungefährlich ist eine Geburt auch nicht. Immerhin liegt die Inzidenz, bei der Geburt zu versterben, in Deutschland bei 7. Und es trifft auch völlig gesunde, junge Frauen.

Oder anders: man kann das Risiko, an etwas zu versterben, in Mikromort angeben.

Etwa 30% aller Geburten in Deutschland sind Kaiserschnitte. Ein Kaiserschnitt hat etwa 170 Mikromort.

Zum Vergleich: das Risiko einer gesunden 20-29jährigen, an COVID-19 zu sterben, liegt bei etwa 6 Mikromort.

Ist also doch nicht so ungefährlich, so eine Geburt. Sondern etwa 30mal gefährlicher als eine COVID-19-Erkrankung. (Ja, in höheren Altersgruppen steigt natürlich das Covid-Risiko - aber die werden auch nicht mehr schwanger).

Und außerdem ist nie ganz sicher, wer denn nun der Vater ist, zumindest bis zum Gentest. Also wer genau hätte dann ein Mitspracherecht? Alle in Frage kommenden?

Hey,

Schwierige frage. Ich würde sagen der Mann sollte mitreden dürfen, aber man sollte es vom Fall abhängig machen. Meine Meinung nach sollte z.B eine frau die Vergewaltigt wurde frei entscheiden dürfen ob sie das Kind behält, da der Mann ein Täter ist und jegliche Rechte damit verwirkt hat.

Für sonstige Fälle würde ich ich sagen Mitspracherecht ja, die Entscheidung sollte aber bei der frau liegen. Denn selbst wenn der Mann unterhalten zahlen muss etc. : die frau trägt das Kind aus und bringt es auf die Welt. Es wächst in IHREM Körper und eine frau die ein Kind nicht in ihrem Körper wachsen lassen möchte sollte das nicht tun , nur weil ein Mann das will

LG

  • da der Mann ein Täter ist und jegliche Rechte damit verwirkt hat.

das empfinde ich nicht als korrekt. Natürlich hat er einen Fehler/ eine Straftat begangen für die er geradestehen muss. Aber dennoch ist er der leibliche Vater dieses Kindes und dieses hat den Anspruch darauf zu wissen, wer sein Vater ist. Auch wenn der Kontext ein nicht schöner ist.

In den restlichen Punkten stimme ich dir zu.

0
@2001Jasmin

Weißt du eigentlich was es für eine Belastung für ein Kind ist, zu erfahren dass es bei einer Vergewaltigung entstanden ist? Das richtet nur Schaden an, sonst nichts. Schlimm wie naiv und weltfremd manche Menschen sind.

1
@2001Jasmin

Danke :D

Aber ich bleibe da bei meiner Meinung (die ich ja auch als solche bezeichnet habe): er ist natürlich der Vater und das Kind hat Anspruch darauf zu wissen wer er ist, aber die frau sollte ohne seine Mitsprache entscheiden dürfen ob sie das Kind behält.

0
@Luna0610

Besonders stark mit der eigenen Identität verbunden ist das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Als Bestandteil des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts soll es sicherstellen, dass man die nötigen Informationen erhält, um seine Herkunft aufklären zu können.

PS: Nur weil dir das nicht passt, brauchst du den Kommentar nicht zu löschen.

0
@2001Jasmin

Was soll ich bitte gelöscht haben?

Und ich kenne jemanden der so entstanden ist. Ein paar Monate nachdem sie es erfahren hat, hat sie einen Suizidversuch begangen. Sowas findest du also gut?

1
@Luna0610

Auch ich habe eben eine solche Person im nächsten Umkreis. Sie verstehen sich mittlerweile ganz gut. Dass es in dem Fall den du kennst anders gelaufen ist tut mir leid. Kommt wohl auch auf die Stabilität der einzelnen Person an…

0
@2001Jasmin

Wow. Wie rückgratlos und abgebrüht muss man sein, eine Beziehung zu einem Vergewaltiger aufzubauen. Die arme Mutter. Und meine Freundin ist sehr stabil, sie hat es aber nicht ertragen dass ihre Mutter durch sie jeden Tag daran erinnert wurde.

1
@Luna0610
  • Wie rückgratlos und abgebrüht muss man sein, eine Beziehung zu einem Vergewaltiger aufzubauen.

Schau mal, ich kann deine Haltung verstehen. Aber ich kann auch die Person die ich kenne verstehen. Auch wenn der Mann (Vater) eine Straftat begangen hat ist er doch der Vater. Er ist für das Kind aufgekommen, versucht seinen Fehler wieder gut zu machen, schreibt Briefe an das Kind, schickt Geschenke, will sich um das Kind kümmern das er gezeugt hat. Und wenn dann die Mutter den Kontakt verbietet oder Briefe unterschlägt (wie es im Falle meines Kollegen ist) ist das auch nicht die feine Art.

Nicht alle Vergewaltiger sind böse, nur auf ihre Lust zentriert und bestialisch. Einige können ihre Fehler auch einsehen und Verantwortung übernehmen.

0
Neutral

Ich denke es sollte zum Großteil in den Händen der Frauen liegen. Eine gemeinsame Absprache und Entscheidung gerade wenn man ein Paar ist, ist aber auch wichtig. In jedoch anderen Situationen wie Vergewaltigungen, unbekannte Väter ect. liegt die Entscheidung alleine zu 100% bei der Frau

Man muss das so sehen, wenn man ein Leben abbrechen will wegen sowas wie kosten ... Naja aber wenn es einen guten guten Grund gibt sollte der Mann auch Mitspracherecht Haben

Pro Mitspracherecht

sehr schwierig!

Es sollte mindestens zu einem Gespräch zwischen beiden Parteien zu kommen, am Ende ist es die Entscheidung der Frau.

Vllt ist es ja möglich, dass der Mann keinen Unterhalt zahlen muss, wenn klar ist, dass kein Kind gewollt war und alles dafür getan wurde.

Was möchtest Du wissen?