Sollten Leute, die aus der Kirche ausgetreten sind, an Feiertagen arbeiten müssen?


15.05.2021, 09:20

In Bezug auf kirchliche Feiertage

Das Ergebnis basiert auf 59 Abstimmungen

Nein 86%
Ja 14%

27 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein

Alle Arbeitnehmer sollten gerechterweise die gleich Anzahl an gesetzlichen Feiertagen genießen können (wenigstens je Bundesland einheitlich). In Deutschland gehören noch gut 50 % der Bevölkerung der evangelischen oder katholischen Kirche an. Wenn sämtliche ca. 48 % der arbeitenden Bevölkerung, die keiner Kirche angehören, an den ca. 6 kirchlichen Feiertagen, die nicht auf einen Sonntag fallen, ganz normal arbeiten müssten, wäre dies ungerecht und würde eine Spaltung der Gesellschaft befördern.

Feiertage dienen nicht nur dem Kirchgang, sondern haben wichtige familiäre und soziale Funktionen. Diese sollten sie auch weiterhin haben dürfen.

Nein

Eingeführt wurden viele der Feiertage ggf. aus religiösen Gründen, zu Zeiten an denen die Verbindung zwischen Kirche und Staat noch stärker war. Viele stark Gläubige haben wir hierzulande aber z.B. nicht.

Heute sind Feiertage denke ich eher eine Mischung aus Erholung und Kultur. Zusammenkünfte mit der Familie, ggf. Traditionen, unabhängig wie gläubig man ist oder nicht.

Generell ist Religion in meinen Augen auch eine private Angelegenheit und hat nix mit der Arbeit zutun.

Ansonsten gilt eben, genauso wie wir Religionsfreiheit haben und niemand aufgrund seiner Religion benachteiligen wollen, sollten wir auch keinen benachteiligen, weil er keine hat und sich z.B. eher auf die Wissenschaft stützt oder Leute die da gar keine große Meinung zu haben und an das glauben, was sie sehen und verstehen, nix ausschließen aber eben auch von nix des reinen Glaubens wegen überzeugt sind.

Woher ich das weiß:Beruf – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012
Nein

Wenn der Feiertag ein gesetzlicher Feiertag ist, darf natürlich jeder diesen in Anspruch nehmen. Da Deutschland christlich geprägt ist, sind natürlich viele gesetzliche Feiertage aufgrund der christlichen Feiertage festgesetzt worden.

Allerdings leben wir derzeit in einem Wandel: Immer weniger Leute fühlen sich der Kirche zugehörig, immer weniger sind christlich. Langfristig könnte das dazu führen, dass die ein oder anderen Feiertage abgeschafft werden bzw. durch andere Tage ersetzt werden. Wobei sich das sicherlich noch etwas hinziehen wird. Wer möchte denn auf die Weihnachtsfeiertage wirklich verzichten außer ultraharte workoholic-Kapitalisten?

immer weniger sind christlich.

Nur weil relativ viele aus der Kirche austreten, heißt das noch lange nicht, dass wir zunehmend unchristlich werden hier in unserem Land. Die Freikirchen zum Beispiel nehmen sprunghaft an Mitgliedern zu!

Ich selbst bin das beste Beispiel! Ich bin von Geburt katholisch, und als ich gläubig wurde an Jesus Christus, bin ich aus der katholischen Kirche ausgetreten! Heute bin ich mit-Begründer einer Freikirche

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@Tommyleinchen59

Naja gut. Bis vor ca. 5 Jahren hat sich der Anteil der "nicht Religiösen" und Atheisten weitestgehend mit dem Anteil der Konfessionslosen gedeckt.

Ob Freikirchen tatsächlich so regen Zulauf bekommen weiß ich natürlich nicht. Denke aber dass das ggf. allein durch die Dunkelziffer der "nicht Religiösen" mit formeller Konfession wieder ausgeglichen wird. Allgemein würde ich sagen, der Trend geht immer noch eher in die Richtung, dass Religion an Relevanz verliert.

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@IanGaepit

Gut; und wieso nehmen die Freikirchen so gewaltig an Menge zu? Allein in unserer Umgebung sind drei ganz neue Kirchen entstanden mit riesigen Räumen, um all die Gläubigen aufnehmen zu können! Unsere Kirche ist nur eine von Vielen, wir haben 300 Leute in den Gottesdiensten, ein Drittel davon Kinder!

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@Tommyleinchen59

Naja gut. Kinder, ich sage jetzt mal unter 10 sind ohnehin schwierig einzurechnen, da diese jetzt nicht unbedingt eine eigenständige Entscheidungen treffen. Diese werden halt von ihren religiösen Eltern mit in die Kirche genommen. Man kann nicht sagen ob diese gläubig bleiben wenn diese sich mehr zu eigenständigen Individuen entwickeln.

Was den Rest angeht. Ich habe bewusst bis vor ca. 5 Jahren gesagt. Kann gut sein, das aktuell mehr Religiöse aus der organisieren Kirche austreten um Freikirchen beizutreten. Ich bin auch nicht darüber informiert wie es aktuell innerkirchlich aussieht und ob Kirchenpolitik die Leute dazu treibt.

Der 30 Jahre Trend geht jedenfalls in Richtung des Relevanzverlust von Religion. Ob sich dieser Trend nun verändert und Kirchenaustreter nun vermehrt zu Freikirchen gehen und damit dieser Relevanzverlust gestoppt wäre kann man aktuell schwer sagen... Da das Phänomen wohl erst recht kurz in großem Maße existiert, wenn es den existiert. Deine Angaben sind ja, nix für ungut erst mal anekdotisch.

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@IanGaepit

Wenn du meinst.

„Komme mir bloß nicht mit Fakten. Ich habe bereits meine feste Meinung!“

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@Tommyleinchen59

Nix für ungut. Aber du besteht darauf, dass deine Überzeugung allgemeingültig ist. Ich räume hingegen ein, dass ich nicht weiß ob aktuell eine Trendumkehr stattfindet und lasse diese Möglichkeit sogar offen.

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@IanGaepit

Meinetwegen.

Ich weiß eben, was ich sehe. Und wenn man nicht in der Sache drin ist, kann man nicht mitreden.

Übrigens sind die Kinder, und alle jungen Leute mengenmäßig gut verteilt; wir haben sogar eine eigene Schule für junge Erwachsene

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@Tommyleinchen59
Ich weiß eben, was ich sehe. Und wenn man nicht in der Sache drin ist, kann man nicht mitreden.

Nun, du hast recht. Ich bin in der "Freikirchenszene" nicht vertreten. Auf der anderen Seite muss man aber sagen, dass du eben nur aus subjektiver Sicht argumentierst. Und ich den ebenfalls persönlichen Eindruck habe, dass grade Freikirchler gerne glauben wollen, die deutsche Gesellschaft sei noch zu tiefst religiös. Was allein durch 40 Jahre des Staatsatheismus in der egemaligen DDR tangierd wird, in der nun man eine sehr hoher Anteil von Atheisten und nicht Religiösen lebt bzw. schlicht die Mehrheit stellt.

Ca. 35% der Deutschen sind nun mal nicht religiös oder Atheisten und nicht schlicht Konfessionslos auch wenn sich dies wie schon gesagt mehr oder weniger mit den Konfessionslosen deckt.

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@IanGaepit
...die deutsche Gesellschaft sei noch zu tiefst religiös...

Nein, das behaupte ich keineswegs. Im Gegenteil. Ich bin sogar eher der Meinung, dass es weit weniger sind, die wirklich an Gott glauben.

Was ich aber nicht leiden kann, ist, wenn man behauptet, dass Deutschland „langsam ungläubig werden“ würde. Ich persönlich glaube nämlich, dass sich gar nichts verändert hat in den letzten 100 Jahren bezüglich des echten Glaubens! Und das war schon immer die Minderheit der Bevölkerung!

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@Tommyleinchen59

Naja gut. Das ist jetzt halt ein "kein wahrer Schotte". Etwas was in Freikirchen ja relativ häufig genutzt wird um anderen ihren individuellen Glauben abzusprechen.

Aber ja, wenn du aus dieser Sicht argumentierst stimme ich dir zu bzw. würde vielleicht sogar dahingehend sagen, dass die Anzahl der "Gläubigen" etwas zunimmt. Das ein Trend zum "US-Modell" in Europa angekommen ist habe ich als ich mich noch mehr mit dem Thema beschäftigt habe durchaus beobachtet.

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Nein

Bloß weil man aus der Kirche ausgetreten ist , hat man nicht automatisch die Aufgabe an Feiertagen zu arbeiten. Es gibt schließlich auch andere Feiertage die nicht von der katholischen Kirche stammen. Außerdem gibt es ja Leute die von sich aus eine andere Religion haben und trotzdem Weihnachten feiern.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Nein

Die wirtschaftliche Voraussetzung für den Feiertag erwirtschaften alle. Also müssen auch alle frei haben.

Da wird nichts durch die Kirchensteuer bezahlt.

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