Sollten Geschichtsbücher den Bürgern die volle historische Wahrheit präsentieren, oder lieber ganz große Schweinereien verheimlichen?

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8 Antworten

Du stellst hier eine interessante Frage.

Geschichtsbücher sollen die Wahrheit berichten, sind aber immer bis zu einem gewissen Grad subjektiv. Deshalb ist es sehr interessant, die Geschichtsschreibung von zwei Seiten eines Konfliktes zu vergleichen.

Ja, mir fällt auch auf, dass in Bayern und auch ganz allgemein in Deutschland die Nazi-Zeit anders dargestellt wird als in jenen Ländern, die in jener Zeit von Deutschland überfallen und ausgeraubt wurden bzw. als in jenen Bevölkerungsgruppen, die von Deutschland diskriminiert, beraubt und ermordet wurden.

Insbesondere verwenden Politiker in ihren Gedenkreden gerne Passiv-Strukturen wie "Menschen, die ermordet wurden". Von wem? Tja, das weiss man nicht so genau, bzw. das will man nicht laut sagen. Oder man verwendet formulierungen wie "Verbrechen, die im deutschen Namen begangen wurden" - Wir wollten das ja nicht, aber da kamen plötzlich die bösen Nazis, haben unser Land überfallen, und jetzt sind sie wieder verschwunden. Nie wirst du in Deutschland - wie in anderen Ländern - eine Gedenktafel finden, wo "Die üblen Deutschen" oder "Die deutschen Verbrecher" oder so steht, das vertragen die Deutschen nicht. 

Die Deutschen reagieren immer sehr pikiert, wenn man sagt, dass "die Deutschen" die Nazis waren... Obwohl ihr Staat eindeutig der Nazi-Staat war und die zahlreichen Verbrechen eindeutig vom Staat oder im Auftrag des deutschen Staates begangen wurden.

Besonders auffällig war für mich, dass in den 80er Jahren eine Fernseh-Serie lief die "Deutschland vor 40 Jahren" oder so hiess. Warum 40 und nicht 50? Wenn man 50 genommen hätte, wäre man genau in der Nazi-Zeit gelandet, und daran wollte man sich nicht gerne erinnern. Das war für mich ein sehr klarer Ausdruck der Verdrängungskultur. 

In Bayern liefen damals Serien die darstellten, wie sehr die armen Bayern unter dem Krieg litten und die andere Seite (überfallene Länder, diskriminierte Bevölkerungsgruppen) völlig ausblendeten. Es war ein Selbstmitleids-Festival.

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Mal wieder eine Suggestivfrage?

Und was du hier als angeblich verheimlicht präsentierst, pfeifen die (historisch einigermaßen versierten) Spatzen von den Dächern.

Reine Aufmischfrage?

Aber hier eine Antwort: Selbstverständlich sollten Geschichtsbücher die volle Wahrheit enthalten.

Das ist auch meist der Fall - wobei es natürlich auch eine eigene Sicht auf die "Wahrheit" gibt. Und bewusst verfälschende Bücher.

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Kommentar von bagdader
22.09.2016, 14:03

"Das ist auch meist der Fall" meint unser selbsternannter Spezialist. Na, dann knüpf dir mal die bayerischen Geschichtsbücher von Hubensteiner, Bosl, Volkert, Spindler und anderen vor und suche, wo was über Bayern als der Wiege des NS steht. Zumeist findest du leeres oder entschuldendes Geschwafel und nichts Konkretes, so wie hier:

http://www.hagalil.com/2009/03/bayern-ns/

Aus Lügen, Vertuschungen, Heuchelei, Schönschreibung und Klitterung besteht die bayerische, und auch vielfach die deutsche, Geschichtsschreibung vornehmlich. Und keiner protestiert dagegen.

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Es ist ja nicht so, dass  Hitler allein durch Bayern an die Macht gekommen ist. Es haben sich überall genug Anhänger für die NS-Ideologie und genug Wähler für die NSDAP gefunden.

Auch auf Antisemitismus hatte Bayern nicht das Monopol. Ein gutes Beispiel dafür liefert der Prozess zum angeblichen Knabenmord in Xanten und die kaiserreichsweite Berichterstattung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts.

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Kein Land kann die "Mutter" einer Ideologie oder einer politischen Bewegung sein. Das ist schlichter Unfug. Das behauptet eine völlig verpeilte Kausalität.

Ist dann NRW (Wuppertal, Friedrich Engels) der Vater und Rheinland-Pfalz (Trier, Karl Marx) die Mutter des Kommunismus oder was...?

Das ist einfach sinnbefreites Gesülze und repräsentiert keinerlei "Wahrheit", sondern verbaut eher deren Einsicht und Erkenntnis.


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Kommentar von bagdader
22.09.2016, 13:56

Sehr wohl kann ein Land die Mutter einer Ideologie sein. So wird wohl keiner bezweifeln, dass die Mutter des Sowjetkommunismus Lenins Russland war.

Ganz ähnlich verhält es sich mit unserem geliebten Bayern, der Mutter des NS. Dort wurden NSDAP, SA, SS, HJ zuerst gegründet, dort wurde das deutsche KZ-System (in Dachau) entwickelt und dann für den Export (Auschwitz) aufbereitet; von dort kamen diejenigen Nazis mein Mega-Einfluss - etwa Göring der Unterschreiber des Auftrags zur Ermordung von 6 Millionen Juden oder Himmler der Initiator von Dachau und Auschwitz, oder Julius Streicher der Herausgeber des Antijudenmagazins "Der Stürmer", oder die schlimmsten NS-Schriftsteller, Tremel-Eggert und Zöberlein, oder die Nazi-Generäle Dietl, Dirlewanger, Dietrich; die bayerischen Kirchen waren durch ihre Spitzen tief verstrickt in den Nazisumpf, ähnlich der bayerische Adel und das Königshaus...

Lies doch selbst, wenn du lesen kannst:

http://www.hagalil.com/2016/09/bayern-5/

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Natürlich sollte die volle Wahrheit in den Büchern stehen. Wenn man die Vergangenheit nicht kennt dann kann man auch nicht aus ihr lernen.

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Kommentar von bagdader
21.09.2016, 22:32

Ein bayerischer Historiker gab mir folgende Antwort: "Wir dürfen den Bürger nicht überfordern, außerdem hat es keinen Sinn, wenn jeder anfängt nachzudenken, es reicht wenn wir das tun."

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Die Wahrheit mitzuteilen ist immer wichtig und notwendig.

Ich bezweifle, dass Bayern die Mutter des NS-Regimes war.

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Hallo,

so etwas sollte meiner Meinung nach erwähnt werden.

Von der "vollen Wahrheit" kann man aber oft gar nicht sprechen, da a) ein beachtlicher Teil der Schilderungen von Geschehnissen nicht objektiv sind und b) ungefähr 97% der menschlichen Geschichte gar nicht dokumentiert wurden.

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Natürlich sollte man die volle Wahrheit wissen. Immerhin kann man an der Geschichte nichts ämdern.

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Kommentar von bagdader
21.09.2016, 22:34

Bürger, die zuviel über sich nachdenken, könnten weniger konsumieren, somit der Gesamtwirtschaft schaden. Nur ein unbeschwerter Bürger konsumiert nach Herzenslust und sorgt für Schwung bei den Umsätzen...

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