Sollten Geimpfte mehr Freiheiten erhalten?

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ABER bitte betrachtet diese Frage ethisch und nicht wissenschaftlich.

Wie soll das gehen? Auf welcher Basis sollen denn ethische Argumente stehen, wenn nicht auf einer sachbezogenen? Ergibt eine Ethik ohne fundierte Argumente irgendeinen Sinn?

Sollten Geimpfte mehr Freiheiten bekommen?

Kurz gesagt: ja.

Grundregel: Man kann die Einschränkung von Grundrechten nur mit höherwertigen Grundrechten rechtfertigen, hier also Freiheit vs. Leben und Gesundheit.

Daraus folgt im Umkehrschluss: Wenn eine Einschränkung gar keine höheren Rechte schützt, dann kann sie auch nicht rechtens sein.

Derzeit kann die Politik sich noch rausreden auf ein "wer weiß, ob Geimpfte noch ansteckend sind" -- basierend auf diesem Argument ist daher auch die Wissenschaft und Sachbezogenheit so wichtig, die du eigentlich ausschließen wolltest.

VARIANTE 1: Wären Geimpfte (a) nicht selbst ansteckend, und (b) können auch selbst nicht erkranken, dann fällt mir absolut kein Grund ein, warum man ihnen Grundrechte verwehren sollte. Wie sollte man argumentieren, dass jemand eingeschränkt wird, wenn für niemanden Gefahr ausgeht, weder für ihn selbst noch für andere? Das kann gar nicht rechtens sein.

Für eine sehr kurze Übergangszeit könnte ich mir eventuell eine Ausnahme vorstellen, nämlich wenn der Impfstoff nicht für jeden verfügbar ist und eine Ungleichbehandlung durch Impfpriorisierung sich auch noch durch die Ungleichbehandlung der Geimpften potenzieren würde.

Aber spätestens sobald sich jeder impfen lassen kann, der geimpft werden möchte, müssten mit der Impfung auch Einschränkungen fallen, wenn keine Gefahr mehr durch den Geimpften besteht.

VARIANTE 2: Geimpfte können noch selbst andere anstecken, auch wenn sie selbst nicht erkranken. Wenn das so wäre, dann würde eine Gefahr ausgehen und man könnte gleiche Einschränkungen für alle rechtfertigen.

ZUKÜNFTIGE RECHTSLAGE

Ich gehe recht fest davon aus, dass der Impfpass kommt und weitere Rechte geben wird, die Nicht-Geimpfte nicht ausüben können.

Sehr viele Urlaubsländer werden den Impfpass als Voraussetzung definieren und auch viele private Veranstalter von Fußballstadion bis Konzert werden auf die Impfung setzen. Das finde ich auch gut und richtig und ethisch vertretbar.

Es ist geradezu albern, dass die Regierung sich da derzeit sträubt, anstatt rechtzeitig klare Bedingungen zu definieren und die Lage zu klären.

Sowohl aus wissenschaftlicher wie auch aus ethischer Sicht sollte versucht werden, eine Ausbreitung der "Seuche" zu verhindern. Wenn das bedeutet, dass Geimpfte weniger Einschränkungen haben als andere, ist das eben so.

Mal ehrlich: ich will weder 90 sein noch in der Pflege arbeiten oder Kinder unterrichten. Also muss ich eben zurückstecken, auch wenn ich im systemrelevanten Verkauf mit deutlich mehr Menschen Kontakt habe als viele andere, die vor mir drankommen werden.

Und wenn ich erst später als die wieder ins Kino oder ins Restaurant darf, ist das auch kein Weltuntergang.

Ethisch bedenklich finde ich dagegen, den Frust über mögliche eigene Nachteile zur Grundsatzdebatte zu machen...

ja.Es ist egal ob der jenigen mehr darf als der . Das Problem auf das kein anderer sich danach richten muss . Was im Endeffekt bedeutet das das dürfen garnicht geht

Nein. Die Begründung, wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, hat keine Berechtigung.

Wenn Geimpfte nicht mehr oder erheblich weniger ansteckend sind, gibt es keinen Grund mehr, ihre Grundrechte einzuschränken. Aus ethischer, wissenschaftlicher und rechtlicher Sicht.

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