Sollten Bürger in Deutschland zum Arbeiten verpflichtet werden?

Das Ergebnis basiert auf 21 Abstimmungen

Nein 71%
Ja 29%
Weiß nicht 0%

2 Antworten

Ja

Eine ausgewogene und gerechte Sozialpolitik ist für mich auch ein faires Verhalten aller Bürger. Soweit also Menschen durch das System unterstütz werden müssen, ist das auf jeden Fall in Ordnung. Andererseits ist es auch grundsätzlich jedem Menschen zuzumuten, das System im Rahmen der Möglichkeiten ebenfalls zu unterstützen. Dies erfolgt i.d.R. durch Steuern und Abgaben. Empfänger von Sozialleistungen können keine Steuern zahlen, also muss eine andere Möglichkeit zur Kompensation herhalten.

Es kann aber nicht pauschaliert werden. So sehe ich Einschränkungen beispielhaft wie folgt:

  1. gesundheitliche Gründe (soweit vom Amtsarzt bestätigt)
  2. bereits in der Vergangenheit erfolgte Einzahlung ins System
  3. AKTIV nachweisbar in der Arbeitssuche
  4. Im Ausbildungsverhältnis mit Erwartung an das Erreichen des Ausbildungsziels
  5. anderweitiges Engagement im sozialen Bereich

Arbeitsfelder außerhalb des Arbeitsmarktes sind definitiv vorhanden. Wenn ich erlebe, dass bei uns in den Weinbergen die "Putze" (Säuberung der Natur/Umwelt von Müll) durch u.a. Arbeitnehmern in deren Freizeit stattfindet, dann kann ich da als Beispiel keine Fairness erkennen.

Eine Pauschalierung der Antwort im Hinblick auf die Frage sehe ich allerdings nicht.

Woher ich das weiß:Hobby – Kommunalpolitik und Themen bis auf Landtagsebene

Nur eine Ergänzung zu einem Satz :

Empfänger von Sozialleistungen können keine Steuern zahlen,

Doch , auch diese Menschen zahlen vom Transfer die MWST und Ökosteuern durch reinen Konsum .

So gesehen also auch dort eine mittelbare Umfinanzierung durch das System statt Forcierung richtiger Arbeitsplätze ohne gierige Zwischenhand und steuerliche Absetzungsvorteile wie z.B. bei Leiharbeit .

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@Paroto92

Richtiger Einwand, aber ich denke es ist klar, was von mir gemeint war.

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@oklein

Wenn Du sagen wolltest , das Leiharbeit und Werkverträge wieder weg müssen vom deutschen Arbeitsmarkt in Rücknahme des Schröder - Schrotts , gebe ich mich in dieser Quest damit auch zufrieden .

Hunderttausende beschäftigungsfähige Menschen würden es dir überdies auch danken .

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@Paroto92

Ich habe es persönlich schon einige Male erlebt, dass Leiharbeiter im Anschluss in eine Festanstellung wechseln konnten und das bei Firmen, bei denen sie ohne "Vitamin B" noch nicht einmal ein Vorstellungsgespräch erhalten hätten. Es gibt also auch eine gute Seite an Leiharbeit - nicht nur Negatives. Ansonsten wird es aufgrund der - hoffentlich - weiter gut entwickelnden Wirtschaftslage in etlichen Branchen auch deutlich mehr feste Jobs geben. Wir selbst such auch immer händeringend nach geeignetem Fachpersonal und das auf auch ziemlich unüblichen Wegen.

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@oklein

Selbst ich kam in 1 von 20 Fällen mal tatsächlich von Leiharbeit in reguläre Beschäftigung .

Ich kannte Leiharbeit vor eigener Ausbildung und Schröder sogar kurzfristig auch vor Agenda 2010 .

Da mußten die Verleiher aber selber noch mit guten Konditionen um Bewerber werben , statt es von staatlicher Seite zwangszugewiesen zu bekommen .

ALG 2 + Leiharbeit ist Entrechtung ^2 im Schrödertum .

Bei Zwangsverleihe hat man alle Nachteile auch abseits der miesen Entlohung auf sich .

- Du gehörst einem Luden und mussst jeder Umweisung folgen

- Du mußt selber dafür sorgen , wie Du Dich zur wechselnden Arbeit zauberst

- Du krichst niemals echte Ruhe

- Du bist gegenüber tariflich angestelltem Personal im Entleihhetrieb immer schlechter gestellt durch 2.Klassen Verleiherschrott . ( Ars***ritt für die Gewerkschaften , wo diesen Teufelspakt damals mit stützten )

- Du bist ständig unter Druck der jederzeitigem Ersetzbarkeit gestellt und kommst auch deswegen nie zur Ruhe .

- Equal - Payment -Ausnahmen gibt es viel zu viele mit viel zu vielen Lücken ... auch DAS wird konsequent ausgenutzt .

- Es gibt viel zu viele Vergünstigungen für Betriebe durch Leiharbeit 2.0 ( Schrödertum )

- Dann wird sich wegen solch einer Müllkultur noch einschlägig beschwert , warum immer jüngere Menschen zwar nicht immer körperlich einhellig , aber psychisch immer weiter zunehmemnd immer mehr Schaden durch solch einen Zwangsmüll , Drucksetzung und gewisse Tatsachenerfahrungen nehmen , wenn ein Betrieb mal nicht übernehmen , oder unbefristet beschäftigen kann .

Wo ist die "Versuche es doch mal " - Kultur geblieben , und warum gilt Probezeit da modern nicht mehr für beide Seiten ohne generellen Sanktionsdruck ?

Warum darf ein Mensch in Leiharbeit nicht sagen , das er nur für einen bestimmten Einsatz dort bleiben will , und Umdisponierungen weder tragen kann , noch will . ( Sieh' zu , wie Du zum nächsten Einsatz kommst )

Warum muss der deutsche Staat beschäftigungsfähigen Menschen so einen Müll wie Zwangs-Leiharbeit vor die Füsse werfen und dann noch so tun , als wäre das alles ganz konform ?

Heute Knecht bei Bäcker Maier ums Eck , und morgen will Dich der Lude 30 Kilometer weit weg in irgend eine andere Firma schicken "dürfen" ... da schnuppert der Aal doch an seiner eigenen Kloake ...WO BLEIBT DA DIE SELBSTBESTIMMUNG ?

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@Paroto92

Leiharbeit ist mit Sicherheit nicht angenehm. Allerdings muss man sich auch fragen, warum man bei der Arbeitssuche oder dann in einem Leihverhältnis nicht zu einer Festanstellung kommt.

Ich würde meinen (kann es nur aus Sicht eines Arbeitgebers behaupten), dass ein Arbeitnehmer sich ggfs,. auch weiterbilden muss, um für den "festen Arbeitsmarkt" interessant zu werden. Das kann natürlich nur in der Freizeit passieren und man muss dies erkenne und auch wollen.

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@oklein

Weiterbildung fällt aber auch nicht mal so eben für alle kostenlos vom Himmel , und ein Grossteil Arbeitgeber hat doch keinerlei Ambitionen auf längerfristige Einarbeitung beruflich vorqualifizierter Menschen in den eigenen Betrieb .

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@Paroto92

Weiterbildung ist meist eine Frage des Willens/Aufraffens. Natürlich ist nicht alles kostenfrei aber es gibt doch jede Menge kostenlose Möglichkeiten, Förderprogramme und mehr.

Ob das ein Großteil der AGs so sieht, kann ich nicht sagen (und Du vermutlich auch nicht nachweisen). Ich denke, es ist eine Frage der Branche und auch der Region.

Abgesehen davon war/ist bei mir u.a. ein Kriterium bei Kandidaten auch die Allgemeinbildung, Eloquenz, aktive und verantwortungsvolle Mitwirkung im sozialen Bereich (z.B. Verein), usw. Es muss nicht immer ein Nobelpreis in dem Fach sein.

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@oklein
Weiterbildung ist meist eine Frage des Willens/Aufraffens

Richtig , das ist die engstirnig - vorurteilsbehaftete Auffassung vieler Menschen mit einer Argumentationshaltung wie Deiner . Da möchte ich DICH nun mal in wohlwollender Bereitschaft sehen , einen vor vielen Jahren ausgebildeten Facharbeiter mit anderen Aufgabenbereichen in den jeweiligen Betrieben in Deinem Betrieb auf den aktuellen Technikstandard Deines Betriebes zu bringen .

und Du vermutlich auch nicht nachweisen

Du erlaubst Dir reichlich abstrakte Kenntnisse über meine berufliche Historie . Alleine der flächendeckende Missbrauch von Leiharbeit spricht da schon eine Sprache für sich . Da liegt der tatsächliche "Hafteffekt" wenn es hoch kommt mal gerade bei etwa 10 bis 15 % . Meist geht es da trotz Ausbildung nur um zeitlich begrenzte Helferstellen , Anlernaufgaben , und weniger um höhere Qualfikationen .

Nur wenige Betriebe suchen abseits des Drehtüreffekts wirklich nach frischem Stammpersonal für die eigene Betriebszukuft .

Für mich ist diese Diskussion jetzt her auch beendet , weil das sinnfrei wieder in vertane Lebenszeit ausartet , und von Hölzchen auf Stöckschen kommt .

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Nein

Nein , das wäre in Zwangsverschacherung zu derzeitigen Sklaven- / und Ausbeutungsbetrieben ( wie von Schröder ersonnen ) absolut unterste Schublade .

Bürgerarbeit und AGH ist in DE aber selbst da eher als Bonus-System für stark vermittlungsgehemmte Personenkreise zu sehen , um was sich viele zumindest bedingt arbeitsfähige Personen sogar teilweise reißen .

DK will Arbeitspflicht übrigens nur für zugewanderte Personen ohne dänische Staatsbürgerschaft mit Langzeitsarbeitslosigkeit ab 4 Jahren einführen , wenn sie sonst nach derem Sozialsystem vom dänischen Staat bisher Transferleistungen erhalten konnten .

Das gibt es so in Deutschland nicht , und das Asylbewerbergesetz ist in DE auch eine völlig andere Sache .

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