Sollte Trump Snowden gegenüber eigentlich als Nicht-Establishment Figur positiv gesinnt sein... eigentlich müsste er dem Snowden doch ne Ehrenmedaille geben?

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8 Antworten

Sollte Trump Snowden gegenüber eigentlich als Nicht-Establishment Figur positiv gesinnt sein... eigentlich müsste er dem Snowden doch ne Ehrenmedaille geben?

Trump hat angekündigt, dass es, im Falle seiner Präsidentschaft, eine seiner ersten Amtshandlungen werden würde, Snowden "mit dem schnellsten Jet zurückzuholen und sich bei ihm zu entschuldigen". (O-Ton Trump)

Schauen wir mal, was davon bleibt. Obama hatte auch angekündigt, "als eine seiner ersten Amtshandlungen das völkerrechtswidrige Gefängnis in Guantanamo zu schließen". Und was daraus wurde, ist Legende.

Trump ist doch einer, der das korrupte Washington D.C. mal so richtig aufräumen will.

Trump verdankt einen nicht unwesentlichen Teil seines Reichtums der Korruption. 

Richtig ist aber: Er ist auf das "politische Establishment", das sich für Amerikaner unter dem Begriff "Washington D.C." versammelt, nicht gut zu sprechen. (Das beruht auf Gegenseitigkeit.)

Nicht ohne Grund biedern sich gerade die Republikaner serienweise bei ihm an. Selbst große Gegner im Wahlkampf werden neuerdings immer kleinlauter. 

Aaaaaaaaber: "Aufräumen" ist ein großer Begriff, wenn der Sumpf schier allumfassend ist. Was er also bisher getan hat, war einfach nur "seine Freunde zu bevorteilen". Darunter serienweise Ultra-Rechte, gegen die selbst die Tea Party noch wie ein zahmer Hausfrauen-Verein wirkt...

Er ist kein Politiker und steckt nicht in DIESEM Sumpf.

Hier hast du einen Denkfehler. Es gibt keinen "losgelösten politischen Sumpf". Stattdessen entsteht der Sumpf durch die enge Verbindung von Macht & Geld.

Und Trump ist nicht Milliardär geworden, weil er jeden Morgen um 7 Uhr die Schaufel in die Hand genommen hat...

NATÜRLICH steckt er bis zum Hals in DIESEM Sumpf. 

Doch das ist kein homogener Sumpf; sondern ein Sumpf, in dem es Gegner und Helfer gibt. Und seine Absicht ist es, eine Strafexpedition gegen seine Gegner zu führen; gleichzeitig aber seinen Helfern durch Gefälligkeiten zu danken.

Beispielsweise sind die angekündigten Steuersenkungen für Unternehmen ein Geschenk an die Reichen; nicht an jene, die schon unter der bisherigen (und zutiefst ungerechten) Steuerpolitik litten und sich Verbesserungen für sich selbst wünschten.

Nicht zuletzt deshalb, weil irgendjemand diese Steuersenkungen finanzieren muss. Die USA schwimmen nicht gerade im Geld. Tatsächlich sind sie "pleiterer" als Griechenland. Und was da abgeht, kannst du in der einschlägigen Presse nachlesen. Auch dort werden die Reichen verschont, während man Mittel- und Unterschicht zur Kasse bittet, Löhne kürzt, Preise, Abgaben und Steuern anhebt, und nicht zuletzt auch die Renten drastisch senkt...

So gesehen ist Snowden doch ein Bruder im Geiste von Donald Trump.... oder täusche ich mich?

Du täuschst dich in vielfacher Hinsicht: 

  • Snowden gab seine Freiheit auf, um deine zu erhalten. Ihm ist die Demokratie eine so große Herzensangelegenheit, dass er dafür alles - wirklich alles - opferte.
  • Trump fühlt sich in erster Linie sich selbst verpflichtet. Sollten dabei ein paar Krümel für andere abfallen, nimmt er das jovial hin.

Abgesehen davon: In diesem Spiel gibt es DREI Interessengruppen:

  • Snowden hat am "Sozial-System" keine Kritik geübt. Ihm ging es "nur um die Demokratie als solche". Und nur aus dieser Perspektive - namentlich: dem Betrug am Souverän durch Geheimhaltung - kritisiert er die Politik. 
  • Trumps Kritik am System ist vor allem darauf gerichtet, dass er so wenig politische Freunde hat, die ihm das Leben leichter machen. Deshalb führt er seinen "Feldzug". Ihm sind Demokratie und Sozial-System völlig egal. 
  • Die Trump-Wähler wollen eine Reformierung des gesamten innenpolitischen Systems. Sie fühlen sich von der Politik betrogen und im Stich gelassen. Deshalb wählten sie einen Außenseiter; einen, der nicht aus dem "politischen Establishment" stammt.

Drei Gruppen, die völlig unterschiedliche Interessen haben. Drei Gruppen, die kaum gemeinsame Schnittmengen besitzen...

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Hallo,

Deiner Argumentation kann ich nicht ganz folgen.

Wie kommst Du darauf, dass Trump mit Korruption aufräumen wollen würde? Trump ist Teil der Korruption. Er hat immer alle Möglichkeiten genutzt um jegliche Vorteile für sich auszunutzen.

Das wird nicht anders sein, wenn er das Amt antritt. Das lässt sich schon daran erkennen, wie seine Unternehmensgeschäfte weitergeführt werden sollen, während seiner Amtszeit.

Trumps Wahlslogan America first müsste eigentlich heißen Trump first.

Gruß, RayAnderson

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Trump steckt nicht in dem Sumpf? Stimmt, er ist Teil des Sumpfes. Er gehört zu den reichen Unternehmern der USA die Einfluß auf alle Geschicke nehmen, ihm gehören viele Hotels etc wo u.a. wichtige treffen stattfinden.
Sein Image als non-Establishment ist totaler Quatsch und Blendung.

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Kommentar von TUrabbIT
24.11.2016, 07:47

Zu Snowden: Trumps Wahlspruch ist America first, Snowden hat den USA geschadet durch den Verrat, ich bezweifele, das Trump ihn dafür belohnen wird.

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Trump als jemand, der damit prahlt, dass er jahrelang keine Steuern gezahlt hat und mehrere Milliarden Dollar an Vermögen hat, "will das korrupte Washtington mal so richtig aufräumen"? Wie naiv bist du denn? Er versucht ja jetzt schon, aus seinem neuen Präsidentenamt Kapital für sein Unternehmen zu schlagen.

Nein, Trump ist selbst korrupt und wird definitiv nicht "mal so richtig aufräumen".

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Soviel ich weiß, gibt es auch in Amerika die staatliche Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive, Jurisdiktion.

Der Präsident ist der Vorsitzende der Exekutive. Deshalb kann er weder das Gesetz beiseite schieben, nach welchem sich Snowden vor der Jurisdiktion verantworten muss, noch einem Gericht vorschreiben, welches Urteil es zu fällen hat.

Täte er das, wäre er schneller in den Sumpf geraten, als er gewählt wurde. Er kann aber sicher die Staatsanwaltschaft zur Milde oder Strenge motivieren. Sie ist - falls ich mich da nicht irre - Teil der Exekutive, und nicht der beiden anderen Gewalten.

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Kommentar von DunnoAnything
24.11.2016, 00:08

Der Präsident kann einen Verurteilen aber begnadigen. Hat Obama letztens selbst erklärt, als er gefragt wurde, warum er Snowden nicht begnadigt, wenn er ihm (also Obama dem Snowden) in vielen Punkten recht gibt. Obama sagte dann, dass er keinen begnadigen kann, der nicht von einem US-Gericht verurteilt wurde und sich die Frage daher erübrigt.

Also kann der Präsident schon Einfluss nehmen.

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Theoretisch hast Du Recht . Aber wenn ich und Du ehrlich sind, kennen wir beide nicht und ich kann deshalb keine verlässliche Antwort geben.

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Kommentar von Rumpelstilzchen1
23.11.2016, 23:45

Ach so noch einen Tipp für diese Seite . Sie sollte

"gute Weisheit.net " lauten ;-)

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könnte so sein ja, vermute ich.
Oder die Eliten hinter District of Columbia gestehen Fehler ein.

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