Sollte sich ein Künstler runterhandeln lassen?

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4 Antworten

Da Kunstwerke nicht mehr ausschließlich als ästhetisch, wertvolle Kunst "an sich" gesehen werden und in einer völlig einseitigen und eindimensionalen Wirtschaftsgesellschaft zu viel , auch Kunst nur über den Geldwert, also den Preis verhandelt wird, ist das ein weites Feld:

Wenn Künstler unbekannt sind also noch nicht medial, PR mässig bekannt /berühmt oder sonstwie gelistet und auch noch nicht "viel" ausgestellt uns/oder verkauft haben, wird es schwer mit "vernünftigen" Preisen udn Geldforderungen/ Vorstellungen,

Das ist grundsätzlich ein "ökonomisches“ Problem , den alle Wertschätzung in unserer deformierten Konsum-Gesellschaft wird auf den Geldwert reduziert und jegliches als "Ware" daran gemessen, der Tauschwert also wird höher geschätzt als der Gebrauchs- und /oder der Liebhaberwert.

Große bekannte Sammler und Institutionen wie Galerien bestimmen das Preisgeschehen und wer nicht bekannt ist, darf sogar froh sein, wenn er/sie überhaupt und zu welchem Preis auch immer verkauft. Weiterhin gilt der Mythos von der "brotlosen" Kunst und jene wird oft eher unterschätzt und unterbewertet, also das sie wenig (ausser den bekannten Größen und Werken) sehr gefördert und geschätzt wird.

Du sagst es schon selbst: "im Sprachgebrauch negativ belastet".

In Europa hat das lange Aushandeln eines Preises keine ausgeprägte Tradition - anders im "Orient", z. B. im Basar.

Es gibt schon gute - psychologisch und philosophisch fundierte - Überlegungen zu diesem Thema unter dem Stichwort:

http://de.wikipedia.org/wiki/Feilschen

Ich neige zum Urteil: es schadet.

Grundsätzlich ist der Preis eines Kunstwerkes nicht verhandelbar - da Kunst keine Ware im klassischen Sinne ist. Der Künstler nimmt Geld für die Überlassung seines Kunstwerkes von einem Käufer, der damit zum Sponsor, zum Mäzen wird. Anders sieht es, finde ich, bei einem Kunstwerk im Auftrag aus. Wenn der Auftraggeber anfängt zu handeln und der Künstler darauf eingeht... nun, hier stellt sich grundsätzlich die Frage: ist ein Auftragswerk wirklich Kunst? Oder Dekoration in z.B. "Essig und Öl"?

xschwede 23.10.2013, 17:24

Auftragskunst.. kommt drauf an.. wenn man im Auftrag ein "freies" Bild malt schon, wenn man dem Kunden etwas bestimmtes herstellt.. ist es Handwerk würde ich sagen.

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Kunst hat seinen Preis. Wer das nicht sieht, sollte sich bei Ikea umsehen.

Mehr Geld kann ein Künstler verlangen der:

-studiert ist, also handwerklich gut -talentiert ist -Referenzen hat -grossformatig arbeitet, oder aufwändig -eine Galerie hat und es sich leisten kann

und einen Käufer findet der darauf eingeht. Der Einwand von wertverfall ist Momentan unberechtigt, dass zeigt der Kunstmarkt. Wenn du dir über den Wert deiner Kunst nicht sicher bist, weil er zu hoch, oder niedrig ist, dann behalte sie einfach, ansonsten passt du dich an.

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