Sollte man sich über einen Boykottaufruf VW betreffend Gedanken machen?

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10 Antworten

Ein Boykottaufruf müsste schon sehr professionell und mit einigem Aufwand aufgesetzt werden, um für einen Großkonzern wie VW spürbar zu werden - und sollte es so weit kommen, riskiert man massiven Ärger wegen Geschäftsschädigung.

Jeder einzelne Verbraucher muss für sich entscheiden, welche Kriterien ihm bei einem Autokauf wichtig sind - und ob z.B. diese jüngste Verlautbarung von VW für ihn akzeptabel sind.

Ich fand die plötzliche Wende ("war doch zumindest in und für Europa alles OK, was wir gemacht haben") ein starkes Stück, die die Marke bei mir allerhand Sympathien gekostet hat.

Es ist allerdings bei Autoherstellern verbreitet, nur so kundenfreundlich zu sein, wie der regionale Gesetzgeber das vorsieht - in Australien, das leider sehr unterentwickelte Verbraucherschutzregeln hat, gibt es auch noch andere Hersteller, die sich bei nachweisbaren Defekten blöd aufführen. (ich nenne keine Namen, empfehle aber mal die Videos von John Cadogan auf Youtube zu dem Thema).

Einer der Gründe für mich, weiterhin lieber gut erhaltene und gewartete Gebrauchte zu kaufen. Da hat man dann zwar keine Garantie - hat aber einen viel niedrigeren Einsatz und ärgert sich nicht so, wenn der Hersteller dann spinnt.

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Die US-Kunden bekommen nicht Geld, weil VW sich bei denen besonders beliebt machen möchte, sondern weil es das dortige Gesetz so verlangt.

In Europa gibt es nur dann Schadensersatz, wenn dem Kunden auch wirklich ein Schaden entstanden ist. Und das ist in diesem Fall nicht gegeben. Die Autos funktionieren und können normal genutzt werden. Die Umwelt wird dabei zwar geschädigt, aber dafür wird VW eine Strafe der Behörden bekommen.

VW hat einen großen Fehler gemacht, der sehr viel Geld kosten wird. Wenn VW nun alle Kunden weltweit freiwillig so stellen würde wie in den USA, dann würde das bedeuten, dass der Konzern gleich danach finanziell am Boden ist. Sei dir sicher: Der Konzern pfeift nicht auf die Kunden. Es wird auf anderen Wegen versucht, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Ein Boykott halte ich auch für fragwürdig. Wer der Meinung ist, dass er keinen VW kaufen möchte, der muss das auch nicht tun. Interessanterweise sind bei Überprüfungen die aktuellen VW-Modelle auch wieder auffällig geworden. Und zwar im positiven Sinne: Sie gehören zu den saubersten auf dem Markt.

Interessant ist auch, dass diejenigen, die jetzt am lautesten nach Entschädigung oder Betrug schreien, die sind, die aus anderen Gründen unzufrieden mit ihrem Auto waren und jetzt einen Grund gefunden haben, jemand anderen für die falsche Auswahl des Autos verantwortlich machen zu können.

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Als ich diese Nachricht gestern bei ntv gelesen habe ist mir fast das Kinn abgefallen. Zum einen will VW jetzt super auf Elektroimage machen mit der gläsernen Manufaktur und dem neuen I.D. (aber erst 2020) und dann schreiben die ernsthaft, dass Dieselabgase nicht schädlich seien. Die haben jeglichen Realitätssinn verloren. 

Ich werde und habe noch nie einen VW gekauft. Wenn das jemand tun will dann aber bitte einen Benziner und nicht einen Diesel. Ich fahre manchmal in einem Polo mit und das ist wirklich ein nettes Auto. Aber VW ist bei mir seit dem Skandal eh durch und der Diesel schon lange. Ich setze in Zukunft auf ein elektrisches Auto. 

Verachtend finde ich besonders, dass VW in den USA zugibt, dass es falsch war und hier wollen sie es nicht zugeben. Das sind die gleichen Autos. Schon rein von der Argumentation her ist das eine ziemlich dumme Aussage. Leider kriecht unser Herr Dobrindt der Automobilindustrie immer noch ziemlich in den Ar***. Ist halt CDU/CSU da muss man nichts erwarten. 

Boykottieren kann nur jeder für sich selbst entscheiden. In den USA sind die Verkäufe jedenfalls weiter zurückgegangen. 

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Die Frage ist für mich vor allem: "welchen effektiven Schaden hat der Autobesitzer, durch diese Software?"

Es ist ja für den Betrieb eigentlich egal. Natürlich ist es umweltschädlich. Aber der Fahrer hat persönlich keinen Schaden.

Eine Bestrafung von VW unter dem Umweltgesichtspunkt ist in Ordnung. Aber der Autoeigentümer hat aus meiner Sicht keinen Schaden.

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Kommentar von bronkhorst
05.11.2016, 10:05
Aber der Fahrer hat persönlich keinen Schaden.

Das weiß man nicht so genau.

Es gibt Modellrechnungen, die ergeben, dass diese Manipulationen weltweit zu 4.000 vorzeitigen Todesfällen führen.

Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass es den Fahrer selbst trifft, nicht sehr hoch - aber das Bewusstsein, an einer Gefährdung teilzunehmen, deren Wirkung eine Kleinstadt umbringt, würde mir als VW-Besitzer auch dann "stinken", wenn ich nicht unter dem Auspuff des eigenen Autos schliefe.

Und das ist eben genau das Imageproblem, das anscheinend zwar bisher noch nicht zu niedrigeren Restwerten der Autos geführt hat - es aber tun sollte.

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VW boykottieren? Aber selbstverständlich!!
Das hat schon mal geklappt, auch hier in Deutschland.
Da war doch mal der Shell Skandal in den 90er Jahren, wegen dieser Ölplattform. Da wurde zum Boykott gegen Shell aufgerufen, auch in Deutschland. Kaum einer ging mehr zum tanken zu Shell. Nach Wochen ist Shell dann eingeknickt.
Na also, es geht doch. So machtlos ist das Volk nun doch nicht.

Bedenkt!!
Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.

Und wenn ich in letzter Zeit die Kommentare der VW-Vorstände anhörte, da bekomme ich das kalte kotzen.
Mit welch einem Zynismus die sich über ihre deutschen Kunden lustig machten... also wirklich jetzt.

Dabei geht es doch nicht darum, ob ein Verbraucher nun wirklich geschädigt wurde oder nicht.
Nein, VW hat im Zuge des Skandals die Hosen runter gelassen und jeder konnte erfahren, was Konzernlenker wirklich denken und was sie wirklich von ihren Kunden halten. Nämlich gar nichts!!

Und noch was:
So gut ist VW gar nicht. Habe vor drei Wochen im TV die große VW Dokumentation gesehen.
Kurz gesagt, da wurde gezeigt, daß VW immer an der Grenze arbeitet, also defizitär. Die Gewinne machen die gar nicht, haben sie noch nie.
Und wäre der Staat nicht der Hauptanteilseigner, wäre VW auch gar nicht so groß.
Schon die Entstehung von VW, war ein einziger Betrug. Und diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch, bis in die heutige Zeit.

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Kommentar von RheumaBaer
16.12.2016, 13:13

Das habe ich auch gelesen,die "Käferkarte",die nie eingelöst werden konnte und und.. ein sauberer Verein! :)

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VW macht sich einfach nur noch lächerlich.

Sie haben die Abgas Werte ohne Schummeln nicht einmal auf dem Prüfstand eingehalten ohne zu betrügen. 

Jetzt behaupten sie entgegen allen wissenschaftlichen belegbaren Fakten , dass die Abgase nicht schädlich seien.

VW reitet das "Tote Pferd" Diesel noch ca. 10 Jahre bevor der ganze Laden dann eingestampft wird.

Und das, während Toyota bereits heute ein Fahrzeug auf den Markt hat, mit 600 km Reichweite, 5 Minuten Tankzeit  und 0 Emissionen. Den Mirai Elektrowagen mit Brennstoffzelle.

Ein Serienfahrzeug. Heute bereits kaufbar. Zugegeben  noch teuer. Aber der Preis wird sehr schnell fallen die nächsten 10 Jahre.

Auto Deutschland ist am Ende.

Sämtliche Elektroautos aus Deutschland sind gebaut mit Batterien aus Fernost. Da steckt kein bißchen  German Engineering drin.

Wir haben zwar viele bahnbrechende Erfindungen gemacht aber das Geld verdienen andere damit.

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Kommentar von DerServerNerver
03.11.2016, 23:46

"Ein Serienfahrzeug", was bis Ende 2017 auf eine Stückzahl von 3000 begrenzt ist soll die Zukunft sein? Danke, aber da bleibe ich lieber 10 Jahre beim Diesel und investiere dann in ausgereifte Technik, nicht in ein 'zugegeben noch teures' Auto, dass ich mit Wasserstoff betanken muss, den ich an kaum einer Tankstelle bekomme.

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Kommentar von RheumaBaer
03.11.2016, 23:50

Dann wäre die Komposition aus arrogantem Management,schlechter Planung und ignorantem Verhalten perfekt..

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Kommentar von machhehniker
04.11.2016, 09:24

...und wo kommt der Treibstoff für die Brennstoffzelle her? Hätte Greenpeace sich damals nicht eingemischt hätten wir jetzt genügend Wasserstoff und nebenher würden diese Anlagen auch noch der Erderwärmung entgegenwirken, aber die mussten damals ja unbedingt die Welt retten (haha).

Ich stimme dem zu dass es völliger Unsinn ist die E-Mobilität mittels Stromspeicher auszustatten, aber ich sehe im Diesel durchaus eine Zukunft, auch wenn der Staat sich noch so sehr gegen die Steuereinbussen wegen dem Diesel sträubt und den schlecht macht wo es nur geht.

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Kommentar von Karl37
05.11.2016, 21:20

Mach dich doch mit so einer Spielerei wie den Mirai von Toyota nicht lächerlich. 78'500 Euro kostet das Spielzeug und es gibt genau 16 Tankstellen Deutschlandweit für Wasserstoff.

Nach den jüngsten Unfällen mit Erdgas-Autos scheint mit die Technologie mit Gas ohnehin nicht praxistauglich für den Normalo zu sein.

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Ich habe VW schon immer boykottiert. Die können in Deutschland machen was sie wollen und der "blöde Kunde" akzeptiert das. Die Dieselfahrzeuge werden weiterhin in Massen gekauft. Kein besonderer Rückgang der Zulassungen.

Die wachen erst auf wenn das KBA die ABE widerruft und sie plötzlich nicht mehr fahren dürfen.

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Die Gesetzeslagen sind völlig unterschiedlich zwischen USA und Europa, daher kann das juristisch korrekt sein. Nicht zu vergessen ist das nahezu alle anderen Hersteller massive Überhöhungen des Schadstoffausstosses haben, teilweise bei Fiat, Renault und Opel wesentlich höher als bei jedem VW. Dort ist es nach Ansicht der Bundesregierung auch legal gewesen (Thermofenster etc) von daher sollte man mit Boykottaufrufen vorsichtig sein, um sich nicht lächerlich zu machen.

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Das NOX Thema im Abgas ist komplexer als du meinst.

Jeder Verbrennungsvorgang fossiler Brennstoffe mit atmosphärischen Sauerstoff erzeugt auch NOX im Abgas. Davon sind nicht nur die Dieselfahrzeuge betroffen, sondern auch die Benziner und sogar E-Autos, wenn deren Strom aus einem thermischen Kraftwerk stammt. Aber auch die Heizung der Häuser und deren Warmwasserbereitung sind  NOX Verursacher.

Dein Boykottaufruf läuft daher ins Leere und verursacht die höchstens juristischen Ärger.

VW hat keinen Käufer Schaden zugefügt, sie haben eine Software benutzt, die auf dem Prüfstand den Prüfbetrieb automatisch erkennt und den Zündzeitpunkt veränderte in Richtung geringeren Schadstoff Emissionen.

Damit wurden gesetzliche Vorgaben des Staates hintergangen, daher könnte nur der einen Schaden vermelden

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Kommentar von RheumaBaer
05.11.2016, 21:35

Mach Dir mal keine Gedanken,ich bin mir der Komplexität des Themas inklusive des "Fingerabdrucks" vermeintlicher Bio-Sachen oder "umweltfreundlicher" Technik wohl bewusst. Und ich rufe ja nicht zum Boykott auf,sondern mache mir Sorgen über das Umgehen eines "urdeutschen" Betriebes,(mit einer Historie des schlechten Umgangs mit Kunden,siehe den Käfer-Sparkarten), seines eigenen Landes. Und ich meine sehr wohl,daß ich mich als Kunde geschädigt fühlen würde,wenn ich mich anhand der Daten für ein vermeintlich kräftiges,aber sparsames und Umwelt"schonendes" Auto entschieden hätte,daß dieses Versprechen des cholerischen Konzernchefs nur dank einer Schummelsoftware in ausgesuchten Situationen erreicht.
Und dann erfahren muss,daß eben dieser,"mein" Konzern in den USA Kunden bauchpinselt und der eigenen Klientel nichts außer Arroganz anbietet. Weil man nicht muss.  
Ja. Alles Gesetzeskonform. Aber nachdem die Zeiten des Bedarfs vorbei sind und Werbung über Image und Emotionen gemacht wird,und sich Millionenteure Agenturen um diese Dinge kümmern,nehme ich mir das Recht,mit Enttäuschung und Empörung auf diese Entwicklung zu reagieren.
Ich habe und werde nie VW fahren,hatte mich einmal für ein kleines Modell interessiert,saß bei einem freundlichen Händler,der mir die tollste Ausstattung zusammenstellte,Dinge wie "Zweiter Außenspiegel"..(!). Wir kamen damals auf 36.000DM für einen Kleinwagen. Ich ging dann zu einem Franz. Hersteller,hatte tolle Erfahrungen,auch was Kulanz angeht,wenn mal das falsche Lämpchen brennt.
Wie ich lesen konnte,verkündete der damalige VW-Chef den Motor und gab dann erst mit enormem Druck den Auftrag an die Ingenieure,die dann in einem wohl nicht ungiftigen Betriebsklima auf diese "Notlösung" kamen.
Nein. So nicht.

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Das ist keine "Verachtung der Kunden", sondern Gesetzestreue. Jeder tut im Rahmen der Gesetze das für sich beste.

Dass die Gesetze so sind wie sie sind haben wir durch die von uns gewählten Politiker, Parteien und Abgeordneten selbst zu verantworten.

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Kommentar von RheumaBaer
03.11.2016, 23:36

Richtig. Aber ein Konzern,der soviel für Image-Werbung ausgibt,sich eben mit dem "Volks"-Anspruch schmücken möchte,zieht sich schlicht hinter ein "Muss ich ja nicht.." zurück? Das ist doch armselig und erhärtet den Eindruck der arroganten Chefs,die man auch beim verunglückten,(aus VW-Sicht),Bar-Interview mit Müller bekam,als er sich bei einer,nicht vorbereiteten,Frage nach der Ethik rüpelhaft verhielt.
Traurig. Schlicht Traurig.
Oder?

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Kommentar von DerServerNerver
03.11.2016, 23:41

Nein, das ist Kapitalismus und meiner Ansicht nach keine Arroganz. Es geht hier um die (finanzielle) Zukunft eines Milliardenkonzerns, der es sich langsam einfach nicht mehr leisten kann, immer weitere Strafzahlungen zu leisten.

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