Sollte man sich als religiöser Mensch auch einen religiösen Partner suchen?

41 Antworten

Lieber Harbart,

also vielen Dank, dass Du in der Tiefen Kiste der Vorurteile über Atheisten und Nichtchristen gegraben hast, was eine etwas Unchristliche Haltung ist eine sehr große Gruppe von Menschen die gleichen Handlungen und Eigenschaften zu unterstellen.

Es gibt Christen, die untreu werden, genauso wie es Atheisten gibt die treu bleiben. Es gibt Christinnen, die lassen abtreiben genauso wie es Atheisten gibt die das niemals tun würden. Dass Du Atheisten pauschal alle als Verantwortungslos darstellst ist einigermaßen ungerecht und Du solltest einmal überlegen, ob es Deinem Gott recht wäre wenn Du so denkst.

Die Fragen der Kindererziehung führen selbst in den Glücklichsten Ehen zu Uneinigkeiten. Es wird immer die Frage geben war das zu streng oder anders herum war es zu locker.

Es ist natürlich einfacher, wenn man was die (A-)Religiosität ähnlich ist. Ein nicht praktizierender Christ kann mit Sicherheit sehr gut mit einem (wurstigen) Atheisten zusammen eine Beziehung gestalten. Während es natürlich zwischen Strenggläubigen und Atheisten die die Existenz eines Gottes ablehnen sozusagen schon Vorprogrammiert ist, dass es zum Bruch kommt.

Im Endeffekt kommt's immer drauf an, wo die Liebe hinfällt ob das dann mehr wird oder nicht passiert dann halt, als gläubiger gehst Du ja ohnehin davon aus, dass Gott da seine Finger mit im Spiel hat. Wenn er Will, dass Du mit einer ungläubigen zusammen kommst, dann wird er dafür sorgen. Wenn nicht, dann nicht.

Also werde Glücklich

Schöne Grüße

Bei dir klingt eine große Unsicherheit durch. Denn eigentlich hast du deine Frage schon beantwortet - wo ist denn das Problem, dir eine ebenfalls christliche Frau zu suchen? Gibt es Leute in deinem Umfeld, die das in Frage stellen?

Für mich als Christin kommt auch nur ein ebenfalls christlicher Mann in Frage. Ansonsten bleibe ich lieber alleine.

Es ist aber auch innerhalb einer Religion gut, gewisse Sachen zu klären. Denn nicht in allen Bereichen, die du beschreibst, herrscht innerhalb des Christentums Einigkeit. Auch Christen sind nur Menschen. Und nicht alle Atheisten gehen fremd.

Und nebenbei bemerkt: Es gibt auch einen Mittelweg zwischen strenger und antiautuoritärer Erziehung. Ersteres ist ausserdem nicht unbedingt als christlich anzusehen. In der Bibel steht was anderes (Eph 6,4) :-)

Das muss das entsprechende Paar, bzw. die beiden Personen die sich kennenlernen, eben selbst ausmachen miteiander (und auch für sich selbst).

Manche kommen gut klar damit wenn der eine religiös ist - der andere aber nicht. Oder wenn der eine die eine Religion hat - der andere eine andere Religion.

In dem einen oder anderen Bereich kann man sicher Kompromisse finden, kommt eben auch wieder auf die involvierten Personen an.

Du, eine Person (die einen anderen Glauben hat als du oder die Atheist ist) muss nicht zwangsläufig: lockerer mit Sexualität umgehen, potentielle Fremdgängerin sein, die Ehe vermeiden, Schwangerschaften abbrechen, etc....

All diese kleinen Faktoren die dir (rein prophylaktisch) in den Sinn kamen sind abhängig von einer Person selbst. Nicht so wirklich von ihrem Glauben.

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Mir persönlich war es immer egal ob mein Partner einer Religion angehört oder nicht. Egal ob evangelisch, ob katholisch, irgendwas freikirchliches, oder lieber Atheist. Denn nicht dieser Aspekt war ausschlaggebend für mich. Wichtiger waren mir ähnliche Interessen, eine vergleichbare/ kompatible Lebenseinstellung, ähnliche Lebensziele, ein ähnlicher Humor, ähnlicher Musikgeschmack. Er sollte sozial sein, sollte mich nicht einsperren "im goldnen Käfig". Er sollte meinen Berufswunsch/ meine Arbeit respektieren. Er sollte mich respektieren, so wie ich aktuell bin.

Oh und ein wichtiger Punkt der auch schon mal darüber entschied "Der Typ wird nie mein Partner oder Vater meiner potentiellen Kinder": Er darf nicht latent gewaltbereit sein. Schläge als Erziehungsmaßnahme sind in meinen Augen ein absolutes und unumstößliches NoGo.

All dies war mir persönlich immer wichtiger als irgendwelche Religionszugehörigkeit.

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Ich gehe davon aus, dass die von dir genannten Dinge, wie ähnliche Interessen, eine vergleichbare Lebenseinstellung, ähnliche Lebensziele etc., sich bei gleicher Religion sehr wahrscheinlich automatisch ergeben.

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@harrbart

Nicht wirklich...

Den Musikgeschmack lasse ich mal außen vor, da meiner recht breit gefächert ist und somit so oder so irgendwo (musikalisch gesehen) Ähnlichkeiten vorhanden sind... egal wie alt/ welcher Nationalität/ welcher Religionszugehörigkeit mein Gegenüber ist. Meiner Erfahrung nach hat Musikgeschmack weder etwas mit dem Alter, noch mit der sozialen Schicht zu tun. Auch nicht mit dem erlernten/ ausgeübten Beruf.

Aber jetzt beispielsweise: Bei Hobbies/ Interessen. Modellbau oder wandern oder tauchen oder Fallschirmspringen (um nur irgendwelche Interessen irgendwelcher Leute mal zu nennen) ist die Religionszugehörigkeit absolut Latte.

Kinderplanung: So wie es nichtreligiöse Menschen gibt die keine oder eine bestimmte Anzahl von eigenen Kindern haben möchten, so gibt es auch religiöse Menschen die (aus ihren persönlichen Gründen) keine oder soundsoviel Kinder haben möchten.

Lebensziel/ Wunschziel: Angenommen jemand möchte in ein bestimmtes Land auswandern, sich selbständig machen.... Dann kann derjenige das ja machen (wenn die Grundvorraussetzungen stimmen). Eine bestimmte Religionszugehörigkeit ist dafür nicht nötig. Der Partner/ die Partnerin braucht da sicher nicht die gleiche Glaubensrichtung um einen vergleichbaren Wunsch zu haben, oder um den Partner/ die Partnerin darin zu unterstützen. Wenn ich mich recht erinnere heißt es: Der Glaube kann überall ausgeübt werden. Egal wo man sich befindet. Entweder aktiv mit anderen Leuten gemeinsam, oder aber für sich alleine (im Zwiegespräch und im Verhalten Mensch, Natur und Tier gegenüber).

Lebenseinstellung: Ein Beispiel von mir.... Ich habe schon als junges Ding gemerkt das ich im Bereich der Pflege und Betreuung behinderter Menschen arbeiten will. Das mir diese Arbeit Freude bereitet. Dies hat nichts mit dem Aspekt der Religionszugehörigkeit zu schaffen (hab damals nur aus Muss die Konfirmation mitgemacht, konnte mich mit dem Glauben an sich nie identifizieren). Was nützt mir da dann ein Partner der die gleiche Religionszugehörigkeit hat, der sozial gesehen aber ignorant, egoistisch ist? Der meine Berufung ins Lächerliche zieht und kein einziges Wort über meine Arbeit hören will? Solche Leute gibts überall auf der Welt. Egal welche Nationalität, egal ob sie an X oder Y glauben oder nicht glauben.

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@Rockige

Naja, ich meinte, es könnte bei religiösen Menschen mehr Gemeinsamkeiten geben , auch bei Hobbys oder so, zumindest wird es wohl Hobby, die beide nicht machen, z.B. rauchen, saufen, Kiffen, Pornos gucken, CS GO spielen etc.

Und normalerweise sind gläubige Christen auch nicht egoistisch oder ignorant, dem Partner gegenüber.

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@harrbart

Ach harrbart... Es gäbe dann zumindest die Gemeinsamkeit des gleichen Glaubens und die damit verbundenen Feste, Aktivitäten, die gleichen Möglichkeiten innerhalb der gemeinsamen Gemeinde.

Rauchen, Alkoholkonsum, kiffen, Konsum von Pornos.... das kann man wirklich nicht als "Hobbies" einstufen. Das sind Angewohnheiten die man mit sich selbst ausmachen muss - der (potentielle) Partner/ die (potentielle) Partnerin muss dann eben schauen ob er/sie damit klar kommt oder das als "NoGo" einstuft.

Computerspiele, ... das mag mancher für sich als Hobby einstufen. Okay. Ich kann mir aber nur wenige Glaubensrichtungen vorstellen in denen die dort Zugehörigen Computerspiele (Simulationen beispielsweise) aus glaubenstechnischen Gründen meiden.

Gläubige Christen sind (per se) nicht egoistisch oder ignorant? Ach komm schon, natürlich. Denn auch sie sind eben "nur" Menschen. Wie gesagt, der persönliche Charakter ist vorhanden - egal ob man dieser oder jender Glaubensrichtung angehört.

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@Rockige

Ich bin zumindest gegen Killerspiele, und mir wäre es auch unangenehm, wenn meine Partnerin so etwas spielen und mögen würde.

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Du scheinst dich allein dadurch, dass du so viel darüber schreibst, viel mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wenn du dir deine eigene Frage in ein paar Wochen nochmal durchliest, und über deine eigenen Worte nachdenkst - oder einfach noch mehr zu dem Thema schreibst - wirst du vermutlich bessere Antworten finden, als wir anderen Leute dir hier geben können.

Wie ScharldeGohl schon gesagt hat - das muss jeder für sich selbst entscheiden, also können wir dir hier schlecht helfen, wenn wir dir einfach unsere persönlichen Entscheidungen zu dem Thema mitteilen.

Generell kann man aber vielleicht sagen, dass eine Beziehung zwischen zwei Menschen aus zwei Religionen, bei denen beide Religionen es verbieten, sich scheiden zu lassen, länger halten wird - ob sie dadurch auch glücklicher ist, sei mal dahingestellt.

Ich denke auch, eine Beziehung zwischen einem überzeugten Atheisten und einem überzeugten religiösen Menschen funktioniert nur dann, wenn beide sich gegenseitig genug respektieren und ihre verschiedenen Ansichten nicht angreifen. Niemand sollte versuchen, den anderen von seiner Meinung zu überzeugen. Aber das ist irgendwie ja selbstverständlich. In der Theorie zumindest.

Ich weiß: die Frage ist älter, aber es juckt mich in den Fingern.

Zum einen: das Leben wäre viel einfacher, wenn man nicht so viele Vorurteile hätte. ;-)

Menschen gehen doch nicht fremd, nur weil sie nicht an Gott glauben. Oder hält dich alleine der Gedanke an Gott vom Fremdgehen ab? Zählt Treue, Vertrauen und Liebe bei dir gar nicht? Falls doch: das gibt es auch bei Atheisten.

Zum Ausgleich kenne ich genug Christen, deren Ehen auch zerbrochen sind.

Die eigentliche Frage ist im Grunde schnell beantwortet: je wichtiger einem etwas im Leben ist, desto wichtiger ist es, das mit dem Partner teilen zu können oder wenigstens sein Verständnis zu haben. Je tiefgehender es Auswirkungen auf die Lebensführung hat, desto wichtiger sind gemeinsame Werte....oder sehr viel Differenzierungsfähigkeit und Toleranz auf beiden Seiten.

Konkret heißt das: wenn dir Christus wichtig ist, wirst du mit einer Partnerin, die nicht an Gott glaubt eben nicht die Gemeinsamkeiten leben können, die du mit einer Christin haben könntest. Dann müsstest du vielleicht alleine zur Kirche (je nachdem, ob sie mitkommt), kannst nicht kirchlich heiraten (dann müsste sie ja lügen beim Eheversprechen) und gemeinsame Gebetszeiten wirst du eben auch nicht haben. Und ja klar: beide Ehepartner müssen einverstanden sein, was die Religion der Kinder angeht.

Deine Schlussfolgerung, dass es für dich einfacher wäre mit einer Frau mit anderer Religion verheiratet zu sein, finde ich eher verblüffend. Ich hätte weniger Probleme damit, wenn mein Mann gar nicht an Gott glauben würde (was er aber tut), als wenn er Jesus lediglich als Prophet (Muslime) oder eine Gottesinkarnation von vielen (Hindus, so sie Jesus integrieren) ansehen würden.

Und bezüglich Abtreibung etc.: da gibt es zwischen den Religionen Unterschiede. Es ist bei weitem nicht in jeder Religion verboten.

Da solltest du nicht den Fehler machen zu glauben, dass sich das alles ähnelt.

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