Sollte man seine Kinder vegan ernähren?

15 Antworten

Ob man "sollte" sei mal dahingestellt, aber man kann es tun. Es erfordert jedoch sehr viel Fachwissen in Ernährung und eine große Sorgfalt bei der Ausführung.

Hier gibt es zwei sehr gute Fachbücher zu diesem Thema:

"Vegane Kinderernährung" von Prof. Dr. Markus Keller und Edith Gätjen

https://www.buecher.de/shop/abnehmen/vegane-kinderernaehrung-ebook-pdf/gaetjen-edith-keller-markus/products_products/detail/prod_id/58954334/

"Vegane Ernährung - Schwangerschaft, Stillzeit und Beikost" von Prof. Dr. Markus Keller und Edith Gätjen

https://www.buecher.de/shop/abnehmen/vegane-ernaehrung-schwangerschaft-stillzeit-und-beikost/keller-markus-gaetjen-edith/products_products/detail/prod_id/45600468/

Diese Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen. Aber es funktioniert. Wenn Leute ohne Vorwissen anfangen ihre Kinder vegan zu ernähren, dann ist dies selbstverständlich nicht gut. Jedoch zählt das für jede Ernährungsform, die es gibt. Das Wissen muss vorhanden sein. Da sich die Ernährung mit tierischen Produkten bei uns etabliert hat, ist es für die meisten einfacher an die Infos ranzukommen. Auch durch die entsprechenden Fachleute. Es gibt jedoch auch Fachleute, die sich mit veganer Ernährung (auch im Baby- und Kindesalter) sehr gut auskennen. Dies sollte ebenfalls bedacht werden. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt keine vegane Ernährung. Wahrscheinlich aufgrund dessen, was ich beschrieben habe. International betrachtet gibt es Ernährungsgesellschaften, die andere Empfehlungen aussprechen:

Auch, wenn sich die DGE nicht für eine rein pflanzliche Kost in der ersten Lebensphase ausspricht, gibt es eine Reihe an internationalen Ernährungsinstitutionen, die anderer Meinung sind. Diese äußern sich in Positionspapieren für eine rein pflanzliche (vegane) Ernährung für jede Lebenslage, das heißt, auch Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder- und Jugendalter.
Mit dem Wissen über die potentiell kritischen Nährstoffe und vor allem der notwendigen Vitamin B12-Versorgung können vegane Eltern aber eine Saat an gesundheitlichem Mehrwert in die nachfolgenden Generationen pflanzen. Das heißt, dass unsere Kinder durch den reichlichen Konsum an vollwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln dessen Nährstoffspektrum sowie alle gesundheitsfördernden Begleitstoffe ausschöpfen und damit den aktuellen Zivilisationskrankheiten den Kampf ansagen können. Die Wissenschaft legt uns schon sehr nahe, dass wir mit der pflanzlichen Kost massiv vorherrschende Gesundheitsprobleme reduzieren und in Zukunft gar verhindern können.

https://ecodemy.de/magazin/stellungnahme-vegane-ernaehrung-fuer-kinder-wie-gut-ist-sie-geeignet/

Woher ich das weiß:Recherche

Nein.

Kinder vegetarisch ernähren geht, wenn man sich ein bisschen auskennt. Vegan geht auch mit dem nötigen Fachwissen und Supplements, da sollte man sich aber wirklich gut auskennen.

Ich selbst würde eine vegane Ernährung bei meinen Kindern nicht ausprobieren. Das Risiko, etwas falsch zu machen, wäre mir zu groß.

P.S. Wenn meine zukünftigen Kinder bei Freunden essen, dann dürfen sie auf jeden Fall alles mitessen - ob das jetzt Fertigpizza oder Pommes oder Fleisch ist, ist dann egal.

Zwar sind Vegetarier und Veganer auf dem Vormarsch, trotzdem ist der prozentuale Anteil in der Bevölkerung nach wie vor sehr gering. Weniger als 10 Prozent in der Bevölkerung sind es, die zumindest gelegentlich oder teilweise vegetarisch leben. Daher fehlt es bei vielen ganz einfach am richtigen Bewusstsein und leider auch an der nötigen Sensibilität in Hinblick auf vegetarische Ernährung und im sozialen Umgang mit Vegetariern. Im schlimmsten Fall, wird es dann von der Allgemeinheit sogar als eine mangelnde oder fehlende Anpassungsfähigkeit ausgelegt, wenn man nicht wie sie "ganz normal" dasselbe isst oder auch anders ist. Was da abgeht, geschieht auf der Grundlage sozialer Normen: "Du bist okay" oder "Du bist nicht okay". Solche Bemerkungen wie: "Der oder Die ist nicht ganz normal" oder "Der oder die ist dumm", klingen zwar nicht besser, meinen aber im Prinzip dasselbe. Natürlich muss auf die Ernährung während der Schwangerschaft und generell auch bei Kindern geachtet werden. Aber wer sagt denn, dass schlechte Ernährung und Krankheitsrisiken speziell ein Problem der vegetarisch-veganen Ernährung sind. Laut einer Untersuchung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) stammen 92 % aller Giftstoffe in der Nahrung (Dioxine und PCB) aus Tierprodukten. Größter einzelner Lieferant für Giftstoffe ist die Milch mit 47 %, vor Fisch mit 22% und Fleisch mit 21%! Das heißt, wenn ich doch weiß, dass 92 % aller Giftstoffe in der Nahrung aus Tierprodukten stammen, würde ich Tierprodukte halt nicht noch extra empfehlen. Das bedeutet in der Konsequenz, viel mehr zur vegetarisch-veganen Ernährungsweise zu tendieren. Nicht weil vegetarisch-vegan schlechter ist, sondern weil es sich nachhaltig besser, auf die Gesundheit der Kinder und der Erwachsenen auswirken kann.

Und das ist noch nicht alles: Durch nur in Tierprodukten enthaltenes tierisches Protein und Cholesterin und die vorwiegend in Tierprodukten enthaltenen gesättigten Fette, werden schon bei Kindern das Gefäßsystem durch arteriosklerotische Veränderungen geschädigt, so dass daraus eine verminderte Durchblutung resultiert. Dr. Caldwell B. Esselstyn erinnert in seinem Buch “Prevent and Reverse Heart Disease“ daran, dass im Alter von nur 12 Jahren, 70 Prozent aller amerikanischen Kinder Fettablagerungen in ihren Arterien aufweisen, also die direkten Vorläufer einer Herzerkrankung. Dr. Charles Attwood hat darüber hinaus, auch viele der allgemeinen Mythen über die schädlichen Effekte einer pflanzlichen Ernährung für Kinder und Jugendliche zerstört. Dazu gehörte die Vorstellung, dass ein rein pflanzlich ernährtes Kind nicht genügend wachse oder nicht genügend Energie habe, dass es nicht genügend Kalzium, Eiweiß und Eisen aufnehme und dass die Überwachung von Übergewicht und Cholesterin warten könne, bis die Kinder älter seien. Keine diese Prämissen ist wahr. Am bedeutungsvollsten aber war, dass er den couragierten Schritt tat und empfahl, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Geflügel und Öl, aus der kindlichen Ernährung heraus zu nehmen. Und heute ist es gar nicht mehr so revolutionär zu behaupten, dass die Versorgung der Kinder mit einer fettarmen, rein pflanzlichen Ernährung, sie vor den verheerenden Auswirkungen der Herzerkrankungen und der weit verbreiteten Krebserkrankungen schützen wird.

Woher ich das weiß:Beruf – Fitness Ernährung Philosophie Psychologie Astrologie

Wenn man die Überzeugung hat, das Wissen hat, die verfügbaren Ressourcen dazu verwenden kann... klar, kann man dann machen wenn man möchte.

Nur sollte man, wenn dieser Nachwuchs "irgendwann in seinem Leben" von sich aus entscheidet "Nö, ich hab keine Lust mehr darauf aufgrund von XYZ", diesem Nachwuchs seine Entscheidung lassen und sich nicht weiter einmischen in den Bereich Ernährung.

Ob es eine "kindgerechte" Ernährung ist weiß ich nicht.

Bei uns daheim stand diese Überlegung nie zur Debatte

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