Sollte man nur unter bestimmten Bedingungen Sterbehilfe leisten?

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4 Antworten

Jeder Mensch sollte, wo immer es möglich ist, schmerzfrei und ohne Angst sterben können. Genau das muß das oberste Ziel sein und nicht das Nachsinnen darüber, welche ethischen Normen man sich zurechtbasten muß, um trotz des Tötens anderer Menschen ein gutes Gewissen zu behalten.

Bereits die Verflechtung mit der Gegebenheit, daß Sterbehilfe auch immer damit verbunden ist, daß irgend jemand daran Geld verdient (ein Arzt, eine Klinik oder sonstwer) ist ein übler Umstand, der geeignet ist, die Denkweise zu verfärben, ebenso wie unbewußte Wirkmechanismen, z. B. das Wissen, daß ein lukratives Erbe in Aussicht steht oder das Wissen, daß das stetige Abmühen aufhören wird.

Ich meine, bei so etwas ist es irrelevant, wenn Menschen meinen, daß ein heimliches Profitdenken bei ihnen nicht vorliegt. Wenn man Vorhandenes selbst nicht bemerkt, dann wird es trotzdem mitwirken.

Sofern es der Wille Sterbender ist, ihrem Leben selbst ein Ende zu machen, spielen oftmals ebenfall Gedanken wie "anderen nicht zur Last fallen" usw. mit eine Rolle. Auch das sollte nicht sein.

Aus allen diesen Gründen sehe ich die Sterbehilfe nicht als Problem an, sondern die überwiegende Denkweise der Menschen. Solange diese Denkweise so ist, wie sie gegenwärtig eben ist, betrachte ich Sterbehilfe als etwas schlechtes.

Gleichzeitig bin ich mir aber bewußt, daß auch ich eines Tages sterben werde, und daß dies im schlimmsten Fall jede Menge Qual bedeuten kann.

Dadurch befinde ich mich in einem dauernden gedanklichen und emotionalen Konflikt, bei dem meine gegenwärtige Strategie auch nur stetiges Verdrängen ist.

Trotzdem bin ich gegen die Sterbehilfe, besonders aus dem Gedanken heraus, welchen Gewissensproblemen z. B. meine Ehefrau ausgesetzt wäre, wenn sie eines Tages die Entscheidungsgewalt darüber hätte, die Zeit meines Sterbens durch ihre Willensentscheidung zu verkürzen, und sie danach ständig nachgrübeln würde, ob nicht vielleicht doch eine andere Möglichkeit bestanden hätte oder ob vielleicht ein Wunder geschehen wäre.

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Oder wenn eine Person eine schwere Zeit durchmacht. Es ist doch das Leben der Person.

Wenn es zu Regel würde das jeder zweite Teenie sich wegen des ersten Liebeskummer umbringt ist die Grenze eindeutig überschritten. Irgendwo muss man die Menschen auch vor sich selbst schützen.


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Kommentar von DanIsMyName
04.11.2016, 19:28

Da hast du Recht!

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Kommentar von SlowPhil
04.11.2016, 20:48

Das wäre dann aber auch keine Sterbehilfe, wenn man dies unterstützend würde. Sterbehilfe hat etwas mit schwerer Krankheit zu tun, die nicht besser werden wird.

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Bezogen ist ja nicht nur derjenige, der sich das Leben nehmen will , sondern auch der, der das entsprechende Medikament verschreiben/ausgeben muss. damit muss man ja auch leben können. 

Ich halte eine Reglementierung der Sterbehilfe für unumgänglich.  

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Bei Depressionen nun aber ganz und gar nicht. Meinst du nicht, Robert Enke wäre gerne am Leben geblieben? So etwas gehört behandelt und nicht ins Jenseits befördert.

Bei bestimmten sehr schweren Erkrankungen, die nur noch ein Leben voller Schmerzen und Qualen ermöglichen, könnte es sicher berechtigt sein.

Aber keinesfalls bitte kommerziell und privat begibt man sich da auf sehr dünnes Eis. Staatsanwälte und Richter halten sich da eher an Gesetze als an Meinungen oder Empfindungen.


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Kommentar von nnblm1
04.11.2016, 19:16

Es gibt auch Fälle  von depressiven Patienten, bei denen keine Therapie Wirkung zeigt. 

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