Sollte man mit seinen Finanzen in einer Beziehung offen umgehen?

10 Antworten

Vertrauen ist in einer Beziehung wichtig. Ich bin zwar ein Fan getrennter Konten, weil man damit viel Konfliktpotenzial vermeiden und besser die Übersicht behalten kann (und Daueraufträge lassen sich ja schalten, wenn einer vom anderen regelmäßig Geld bekommen soll). Aber wenn ihr zusammen leben wollt, musst Du wissen, was da abgeht. In dem Moment, in dem ihr zusammenzieht, seid ihr eine Bedarfsgemeinschaft. Soll heißen, man würde ihm ggf. die Stütze kürzen unter Verweis darauf, dass Du ja noch Geld hast. Bevor Du Dich darauf einlässt, musst Du Dich darauf verlassen können, dass Du weißt, was abgeht.

Es ist richtig, dass Du ihm gegenüber lieb und freundlich bleibst. Das heißt aber nicht, dass Du weich und inkonsequent werden darfst. An Deiner Stelle würde ich das gemeinsame Zusammenziehen von einer Offenlegung seiner Ausgaben abhängig machen. Nicht jeden Cent, aber doch so, dass Du erkennen kannst, wo der Löwenanteil des Geldes hingeht. Wenn er dazu nicht bereit ist, kannst Du ihm ja nicht so wichtig sein. Bzw. er hat dann etwas, was er wirklich vor Dir geheimhalten möchte. Das ist für Zusammenziehen keine taugliche Grundlage.

Wie gesagt, sobald Du mit ihm zusammenziehst, musst Du damit rechnen, zumindest mittelbar in seinen Finanzproblemen mit drinzuhängen.

Die Tatsache dass er vermutlich ab 15 des Monats scheinbar von Dir Geld braucht, auch wenn nicht jedesmal, erzeugt eine Abhängigkeitsbeziehung die echt schlecht ist für eine Partnerschaft. Da er Dir gesagt hat dass er keins mehr hat zeigt dass er von Dir was braucht. Du reagierst nicht gut, da wie ein Elternteil. Fragen wozu er so veil Geld ausgegeben hat etc.. Meine Meinung nach wurde das Ganze vorher nicht geklärt. Wohnt er auf Deine Kosten? Mit 600 kommt er sowieso nicht aus, wenn etwas unvorgesehenes passiert. Ich würde verlangen dass er auszieht, aber nicht kontrollieren was er ausgibt.

Wir wohnen noch bei unseren Eltern und stecken noch in der Ausbildung, pendeln immer aller 2 Wochen zwischen unseren Eltern hin und her. Ich bezahle für ihn ab und zu Essen und andere Sachen, er hat aktuell ca. 50 EUR schulden bei mir. Das mit der Abhängigkeit kenne ich. Ich habe auch kein Auto aber er hat eins, in dem Punkt bin ich leider auch noch von ihm abhängig, was sich aber bald ändert.

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Du hast vollkommen recht. Sobald man gemeinsame Kosten hat sollte man auch die finanzielle Situation offenlegen. Vor allem, sobald das ganze in Richtung Familienplanung geht, ist es empfehlenswert finanziell an einem Strang zu ziehen.

Bezüglich verheimlichen. Das handhabt jeder anders. Viele bestehen da auf ihre Privatsphäre. Meine Meinung dazu ist: Ich wüsste nicht was ich vor meiner Freundin verheimlichen sollte, was meine Ausgaben betrifft. Größere Ausgaben werden auch abgesprochen.

Wir hatten schon zweimal solche Fälle im Bekanntenkreis, bzgl "Was ist mit dem Geld passiert und verheimlichen". Einmal wars das Wettbüro, einmal Puff.

Es könnte sei, dass er genau weiß für was er das Geld ausgegeben hat, aber es ihm peinlich ist das zuzugeben. Meine Freundin hat vor ein paar Jahren mal viel Geld für ein Online Rollenspiel ausgegeben und sie rückte damit auch nur sehr zögerlich heraus. Nicht einmal so sehr, weil ich sauer werden könnte, sondern weil sie es selbst total daneben fand und sie einräumen musste, dass sie in diesen Momenten, in denen sie das Geld ausgibt, einen totalen Kontrollverllust erleidet. Sie hat sich geschämt.

Wenn man zugibt woran es liegt müsste man ja evtl. mit etwas aufhören, das man nicht aufhören will. Vielleicht geht er jeden Tag üppig essen und will das auch weiterhin machen, aber wenn er es dir gegenüber zugibt müsste er etwas ändern.

Das wären noch die harmlosen Optionen. Im Puff wird man noch viel schneller Geld los...

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Meine Theorie ist auch, dass er viel zu viel Geld für virtuelles Zeug ausgibt (er ist eine Zockerseele). Ich gebe für sowas manchmal auch Geld aus, aber nicht in Massen. Aber ich verstehe nicht, warum er es mir nicht einfach sagen kann...

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Mit 600€ kommt er eh nicht weit, besonders wenn ihr eine gemeinsame wohnung möchtet. Da wirst du den grössten teil der gemeinsamen kosten übernehmen müssen.

Ich würde mit ihm zusammen eine kostenübersicht machen. Einnahmen/ausgaben, dann schaut jeder wieviel er wo beisteuern kann. Ob 50/50 oder nach einkommen oder arbeitsaufteilung im haushalt muss je nach situation geklärt werden. Das sollte dann aber klappen.

Wenn ich du wäre, möchte ich schon wissen, warum ab mitte monat bei ihm kein geld mehr vorhanden ist. Nicht um ihn zu kontrollieren, aber ich möchte schon wissen, worauf ich mich finanziell einlasse. Besonders wenn du eventuell auch noch studierst oder aus anderen gründen nicht allzu viel zur verfügung hast. Nicht dass einer bei sich spart und der andere wirft das geld zum fenster hinaus.

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