Sollte man in Deutschland den Kanzler oder die Kanzlerin nur einmal wieder wählen oder so lassen wie es ist?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Das ist nicht entscheidend. 

Entscheidend ist, dass die Wahl fair abläuft und nirgends getrickst, gefälscht und bestochen wird, dann kann eine Person meinetwegen so oft wiedergewählt werden, wie das Volk es wünscht.

Wenn die Gefahr bestünde, dass ein Politiker die Kontrolle über die Wahlergebnisse bekommen könnte, sollte dein Vorschlag besser umgesetzt werden.

So wie es ist, halte ich es für besser.

Wenn jemand gut ist, wird die Mehrheit ihn/sie im Amt belassen und die Partei wieder wählen. Ich vertraue da eher auf Kontinuität in der Politik.

Mit Ländern, die ständig ihre Regierungen wechseln (siehe z. B. Italien und Griechenland) ist es dann auch schwer etwas verlässlich abzustimmen zu vereinbaren usw.

Es gab wohl Zeiten, da hat Italien alle 6 - 12 Monate neu gewählt. Wenn man bedenkt, dass wir seit 1949 erst sieben Bundeskanzler und eine Bundeskanzlerin haben, also ACHT Führungsleute im Kanzleramt!

Jetzt könnte man sich ja auch mal fragen, warum Deutschland besser dasteht als Italien? Hat das evtl. AUCH mit der Kontinuität und Verlässlichkeit zu tun?

Zur Amtszeitbegrenzung in den USA gehört allerdings auch das Recht des neuen Präsidenten, weitreichend und tiefgreifen Personen der Ministerialbürokratie zu feuern und durch eigenes Personal zu erstezen...

Früher war ich auch mal ein Fan dieser Amtszeitbegrenzung. Heute finde ich sie als Selbstzweck eher sachfremd.

Wenn die Mehrheit der Wähler die Handelnden nicht mehr als Problemlöser ansieht, hat diese ja jederzeit die Möglichkeit der Abwahl...

nax11 06.07.2017, 19:33

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine, die Begrenzung der Amtszeit wurde erst nach Roosevelt zum Gesetz, während sie vorher lediglich üblich war?

In Präsidialdemokratien halte ich sie aber für sinnvoll, weil der Präsident eine enorme Macht besitzt. Wenn der die auch noch beliebig behalten kann - Cäsar läßt grüßen...

1
atzef 06.07.2017, 20:24
@nax11

In demokratischen Präsidialsystemen, die sich vor allem das Attribut verdienen, ist die Macht des Präsidenten durchaus wirksam durch das Parlament und das Rechtsstaatsprinzip gedeckelt...

Meine Begründung lief früher auf folgende Erwägung hinaus: Jemand wird in die Position des Präsidenten oder auch des Knzlers gewählt, weil er überzeugende Lösungen für aktuell dringliche Probleme hat. Arbeitet er sich dann erfolgreich an der Lösung dieser Probleme ab, ist das gleichzeitig aber auch der Boden für die Entstehung neuer Probleme. Hier entsteht aber auch die Gefahr der Betriebsblindheit. "Von außen" hat man auf diese "selbstgemachten" Probleme einen unvoreingenommeneren Blick und eher die Chance/die Motivation/die Kompetenz diese Probleme engagierter anzupacken...

Aber das ist natürlich sehr rationalistisch und auch ein wenig technokratisch gedacht...

Wenn der Wähler wirksam die Endkontrolle hat, ist es seine Aufgabe, die Überzeugungsarbeit der Opposition zu bewerten und dann eben seine Entscheidung zu treffen.

Unterm Strich sind wir damit jedenfalls sehr gut gefahren.

1

So lassen wie es ist. In Deutschland hat der Kanzler nicht eine solche Macht, dass es problematisch ist.

Darüber habe ich auch schon nachgedacht und vermutlich wäre es sinnvoll das umzusetzen, damit sich der Hintern nicht zu sehr an den Stuhl gewöhnt.

wahlen - schweres thema ?

hier werden parteien gewählt - keine kanzler !

Was möchtest Du wissen?