Sollte man in der Bewerbung und im Lebenslauf möglichst eine "einfache" Sprache ohne Fremdwörter oder "gehobene Ausdrücke" benutzen?

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12 Antworten

Diesen Zwiespalt kenne ich noch. Oft ist es in Personalabteilungen so, dass jemand mit nicht so hohem Bildungsstand die Vorauswahl der Bewerber vornimmt - und wenn man da zu doll aufgetragen hat, kann man die Ambitionen gleich beerdigen. Es sei denn, eine Agentur ist mit der Management der Bewerberauswahl befasst - dann ist es anders und man sollte sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Schwierig zu entscheiden.

Du kannst aber - ohne herablassend zu sein - dein Bauchgefühl einschalten und dich in die Rolle eines weniger sprachversierten Menschen versetzen, der deine Bewerbung lesen soll. Mit diesem psychologischen Einfühlungsvermögens gelingt es dir, in der Situation richtig zu formulieren. Aber denk auch an den Eindruck, den du letztendlich bei den Entscheidern hinterlässt - letztendlich kommt es auf die Qualifikationen an sich an und nicht auf ihre Benennung, finde ich.

Ich habe seinerzeit - wenn überhaupt - öfter die Antwort bekommen: 'Sie sind leider überqualifiziert' - das wars dann.

Viel Erfolg!

Eigentlich ganz einfach. Man passt das Vokabular dem unternehmen an ohne sich dabei zu verstellen.

Fachwörter die z.B. aufzeigen das man wirklich vom Fach ist und kein Laie sind angebracht. 

Fremdwörter die eher weniger mit den Beruf zu tun haben sind es mmn nicht und können schnell als überheblich wahrgenommen werden.Man muss ein unterschied zwischen Fach- und Fremdwörtern machen. 

Ich bin z.B. Koch. Wen jemand in seiner Bewerbung mit korrekten Fachbegriffen hantiert, weis wie sein Posten heißt und kennt auch die Fachbegriffe für bestimmte verfahren ist das eine gute Sache. 

Kommt er mir aber mit Curriculum Vitae oder gar nur der Abkürzung und allgemein zu akademisch wirkt, frag ich mich ob die Küche das richtige ist. 

Aber auch da hängt das eben stark vom Betrieb ab. Eine Kantine hat sicherlich andere Schwerpunkte als ein 5 Sterne Hotel sowie sich eine Brasserie sich von eine Steakhaus unterscheidet.  

man sollte also die Fremd- und Fachwörter nehmen die im Beruf und/oder Unternehmen üblich sind und ansonsten damit eher sparsam umgehen.

Ein Zeichen von guter Bildung ist es eben auch zu wissen was angemessen ist und sich gegebenenfalls auch ohne Fremdwörter artikulieren zu können.

Curriculum Vitae sagt in Deutschland so gut wie niemand, Lebenslauf reicht vollkommen aus. Volkswirtschaft würde ich Ökonomie vorziehen, Wirtschaft selbst ist zu allgemein gegriffen. 

Ausgezeichnet präferiere ich vor Exzellent, da es ein deutsches Wort ist und man eher abgehoben klingt, wenn man alles in Fremdsprache ausdrücken muss.

Jurisprudenz hab ich persönlich nie gehört, dann lieber Jura oder Rechtswissenschaften. USA ist etwas anderes als Amerika, dann lieber "Vereinigte Staaten".

Bei beruflichen Ausdrücken würde ich zum englischen Begriff wechseln, da heutzutage so gut wie jeder Beruf eine englische Bezeichung hat, sie Facility Manager (Hausmeister).

Zur Bildungsnähe gehört nicht nur, mit Fremdwörten um sich werfen - sondern auch einschätzen zu können, wann welche Ausdrücke unangemessen sind. Aber das nur nebenbei.

Der Begriff "Curriculum Vitae" ist z.B. solch ein unangemessener Begriff. Aber gut möglich, daß er zum unsäglich lächerlichen Vokabular des Beratersprechs gehört wie "Consultant" und "Asset Management". Bei mir bekämst Du dafür Punktabzug. Es sei denn, ich wollte mit Dir Bullshit-Bingo spielen.

Die Sprache sollte vor allem eines: passen. Zur Stelle, zum Unternehmen und vor allem zum Bewerber. Ein 20jähriger, der sich um ein Praktikum bewirbt, wird mit derlei Vokabular eher Heiterkeit auslösen.


Fremdworte sollte man nur benutzen, wenn sie korrekt verwendet werden.

Und auch nicht zuviele davon, sonst klingt es albern, prätentiös. Man darf ruhig beim (guten) Deutsch bleiben.

Curriculum Vitae statt lebenslauf ist so ein prätentiöses Wort, das ich albern finde. Beim Lesen würde ich sofort denken: "Oh, da will aber jemand partout gebildet klingen. Wahrscheinlich ist nicht viel dahinter."


So viele korrekte Fremdworte wie unbedingt nötig,so wenig wie möglich.


Um direkt auf deine Frage zu antworten: Dein Ausdruck sollte klar und passend sein und zur Arbeitswelt passen. "Curriculum Vitae" ist nicht klar und auch nicht üblich in seiner Verwendungsweise. Lebenslauf ist klar.

Dein Studienfach solltest du klar benennen. Wenn es Volkswirtschaft ist, dann solltest du das auch reinschreiben.

Bei beruflichen Ausdrücken kommst es darauf an. Wenn eine Firma einen Consultant sucht, solltest du dich als Consultant bewerben und nicht als Berater ;-). Wobei es hier auch wichtig ist zu klären, ob du das gleiche unter einem Consultant verstehst wie die Firma.

Eine "einfache" Ausdrucksweise empfehle ich nicht. Diese wirkt meist sehr schlicht, langweilig und als ob der Bewerber sich nicht wirklich Mühe gegeben hat.

 

Ich bin eher für die einfache Sprache. 

Ich war Banker und eine Kollegin von mir brachte immer wieder englische Begriffe, wenn sie sich mit mir unterhalten hat. Das kam zumindest bei mir nicht so gut an. Finde ich etwas abgehoben. 

Wenn deine Fremdwörter den Arbeitgebern am Ende 1.000,00 - 1.500,00 € pro Monat mehr kosten, finden sie ganz schnell Gefallen an der etwas schlichteren Ausdrucksweise deiner Mitbewerber/innen.

Wie sagte Luther? Man soll das Volk aufs Maul schauen.

Das willst du ja nicht, sondern hier eine Bewerbung fuer ein bestimmtes Gebiet abgeben. Somit ist die Richtlinie schon vorgegeben, ohne Geschwafel beim Thema bleiben und fertig.

Kommst du mit geschwollenden Redewendungen daher, koennte mancher Vorgesetzter sich fuehlen, als ob er selber damit getestet werden soll?

Das musst du vermeiden, ansonsten wirst du weggelobt.

Bei deiner Bewerbung ist einzig und allein wichtig, dass sie authentisch ist. 

Du als Mensch musst dich darin wiederfinden, und zu dem stehen können, was du geschrieben hast und wie du es getan hast.

Sicher kann es nicht schaden, sich für Anregungen ein paar gute Bewerbungen oder einen guten Ratgeber zu besorgen, aber das wichtigste bist du selbst. Das gilt für die Bewerbung und später auch für das Vorstellungsgespräch. 

Bleib immer du.

Die Bezeichnung deiner Studiumsfachrichtung kannst du dir nicht aussuchen.
Amerika ist kein Land. Es ist ein Kontinent.

Genau so gut könntest du fragen, ob man lieber auf Stelzen oder ohne diese gehen sollt.

MonsieurInconnu 29.06.2017, 13:33

Lieber ohne...

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voayager 29.06.2017, 13:35
@MonsieurInconnu

gut so, dann weisste ja auch wie meine Metapher gemeint ist und wirst sie entsprechend für deinen Lebenslauf aufgreifen

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MonsieurInconnu 29.06.2017, 13:43
@voayager

Ja, nämlich eher "einfache Sprache"... obwohl die Art und Weise, deine Metapher (Versinnbildlichung), wie du mir das klarmachen wolltest auch lustigerweise paradox zu dem ist, da ja eine Metapher meist komplex und ziemlich abstrakt ist. Aber ich fands gut :-D.

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loema 29.06.2017, 13:52
@MonsieurInconnu

Der Inhalt deiner Frage, passt irgendwie nicht zu dem, wie du dich hier zeigst.

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voayager 29.06.2017, 15:38
@MonsieurInconnu

Wie kommste denn ausgerechnet auf den schmalen Steg, dass eine Mwetapher abstrakt und komplex ist ? Offensichtlich ist dir die Bedeutung einer Metapher nicht klar!

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