Sollte man große Wohnungsgesellschaften enteignen?

Das Ergebnis basiert auf 21 Abstimmungen

Nein, man sollte große Wohnungsgesellschaften nicht enteignen 57%
Ja, man sollte große Wohnungsgesellschaften enteignen 29%
Es kommt darauf an 14%

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein, man sollte große Wohnungsgesellschaften nicht enteignen

Artikel 14 GG:

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

=> zum Wohle der Allgemeinheit wären ALLE Berliner

  1. Berlin muss gem. Ziff. 3 eine Entschädigung von - nach unten geschätzt - 10 Mrd.€ zahlen (Steuergeld)
  2. Damit aus den Wohnungen sozial verträgliche werden, werden die Mieten gesenkt und zwar deutlich UNTER die Gewinnmarge der vorherigen Wohnbaugesellschaft (sonst macht es ja keinen relevanten Unterschied)
  3. Die Einnahmen decken nicht die Ausgaben für Verwaltung (die auch noch unprofessionell ist - siehe Vergangenheit) und reichen demnach auch nicht für eine Instandhaltungsrücklage => noch mehr Steuergeld zum Erhalt
  4. => Die Wohnungen werden auf Dauer quersubventioniert, was eben NICHT "zum Wohle der Allgemeinheit" ist und zudem werden entweder Schulden angehäuft (zu Lasten der nächsten Generationen) oder andere soziale Investitionen zurückgefahren (was nicht zum Wohl der sozial Bedürftigen ist)

Zudem

  1. Enteignung für viel Geld schafft exakt NULL neuen Wohnraum. Der wird aber bei zunehmendem Zuzug und Vermehrung von Singlehaushalten benötigt => kontraproduktiv zur eigentlich Idee; andersherum müsste die Stadt noch mehr Schulden aufnehmen, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, nur wo und wie?
  2. Kein Investor wird in einer solchen Stadt mehr sein Kapital anlegen - oder vielleicht doch, denn es fehlt ja nach wie vor an Wohnraum und für Neubauten gilt der Mietdeckel ja nicht. zwingend (den braucht man bei Enteignung ja nicht mehr so dringend - haha)
  3. Und dann gibt es tatsächlich Menschen, die in solche Gesellschaften ihr Geld als Zulage für die Rente angelegt haben. Wenn "unter Wert" enteignet wird, wäre das dann sozial unverträglich.
Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – ... aus Projektentwicklung, WEG-Recht, Beirat

Danke 😀

0
Nein, man sollte große Wohnungsgesellschaften nicht enteignen
  1. Wenn man anfängt zu enteignen, dann verlieren die Leute das Vertrauen und bauen nicht mehr.
  2. wenn man das Geld nimmt, mit dem man entschädigen müsste, dann kann man davon eine Menge Wohnungen bauen.
Es kommt darauf an

Wer Wohnugnen enteignet, der wechselt nur zwangsweise den Eigentümer; sonst nichts!

Wer Mieten nicht den steigenden Instandhaltungskosten anpasst, kann künftig nur Schrottimobilien vermieten, in denen sich niemand wohlfühlen kann und die dann über kurz oder lang wieder als solche von Spekulanten aufgekauft werden.

Ja, man sollte große Wohnungsgesellschaften enteignen

Nachdem die öffentliche Hand große Teile ihres Wohnungsbestandes für einen Appel und ein Ei der Deutschen Annington und anderen Firmen in den Rachen geworfen haben, nachdem diese Firmen dann durch Übervorteilung der Mieter mit überhöhten Nebenkosten und Renovierungsstau und so weiter jedes Jahr einen Profit von 10 % ausschütten, wäre es mal eine Sache, wohnen tatsächlich als Daseinsvorsorge und Menschenrecht zu betrachten.

Woher ich das weiß:Beruf – Hilfestellung im ökonomischen Fragen
Nein, man sollte große Wohnungsgesellschaften nicht enteignen

Die Investoren würden fluchtartig das Land verlassen und keine einzige zusätzliche Wohnung würde entstehen.

Was möchtest Du wissen?