Sollte man größere Menschenmengen ab sofort meiden wegen Terrorgefahr?

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7 Antworten

Hallo,

über deinen letzten Absatz musste ich schon schmunzeln, nicht böse gemeint. ;) Hier wird eindeutig Ursache und Wirkung verwechselt.

Die Flüchtlings"krise" ist das direkte Resultat westlicher (und damit auch deutscher) Politik im Irak und in Syrien.

Um diese sehr komplexe Lage einfach zusammenzufassen: Es gab (bzw gibt) zunächst eine gewaltsame Niederschlagung durch das Assad-Regimes an seiner eigene Bevölkerung, nämlich den Teil der Bevölkerung, der im Rahmen des "Arabischen Frühlings" gegen das autoritäre Regime Widerstand leistete. Dieser jahrelang andauernde Mord an Hunderttausenden der Zivilbevölkerung wurde vom Westen beobachtet, es war von Obamas "Roter Linie" die Rede (den Einsatz von Giftgas gegen die Zivilbevölkerung), auch diese wurde mehrfach überschritten. Auch hierrauf gab es keine Reaktion seitens des Westens, das Problem wurde als "Bürgerkrieg" abgetan und die Katastrophe wurde seinem Lauf überlassen.

Inmitten dieses Bürgerkrieges übernahm die islamistische und dschihadistische Terrormiliz IS (Islamischer Staat) die Kontrolle über große Gebiete zunächst des im Bürgerkrieg befindlichen Syrien und schließlich auch über Teile des Iraks. Seit diese Terrororganisation die Kontrolle über diese Gebiete hat, wird im großen Stil die Zivilbevölkerung brutal unterdrückt und jeder, der nicht genau den religiösen Vorstellungen des IS gehorcht bzw wer der falschen Religion angehört, wird brutal ermordet, gefoltert etc. Kaum noch überraschend, aber auch hier gibt es kaum eine Reaktion des Westens. Es wird stattedessen geglaubt, dass eine Bombardierung des IS aus der Luft (also ohne Bodentruppen) den IS wirklich zerschlagen kann, obwohl dies (wie seit der ersten Minute von jedem Militärexperten vorhergesagt) absolut unmöglich ist.

All diese Dinge haben Teile Syriens und des Iraks praktisch unbewohnbar und ein Überleben dort fast unmöglich gemacht. Das hat die großen Flüchtlingswellen aus diesen Ländern erst hervorgerufen. Ironischerweise hat genau dieser Flüchtlingsstrom und die mediale Aufmerksamkeit rund um diesen dazu geführt, dass die mehr und mehr eskalierende und humanitär katastrophale Lage der Ursprungsländer noch mehr in den Hintergrund rückt, dass Europa mehr gespalten und damit handlungsunfähiger ist usw.

Und in der unfassbaren Ignoranz nationalistischer Parteien (AfD) wird dann tatsächlich die Behauptung aufgestellt bzw suggeriert, dass die Flüchtlinge der Grund für den Terror sind - dem ist nicht so, der Terror ist der Grund für die Flüchtlinge.

Du musst dir überlegen, was bzw wer Terroristen eigentlich sind: Für Terrorgruppen braucht es Menschen, die psychisch gestört sind, die ihr Leben als unbefriedigend empfinden und das Gefühl haben, nur über eine solch extreme Handlung etwas "bedeutendes" zu tun, zudem geben extremistische Gruppierungen jungen Menschen das Gefühl, Teil eines großen Ganzen und einer Gruppe zu sein. Diese Menschen müssen bzw sollten aus den Ländern stammen, in denen der Anschlag verübt wird, da sie so viel leichter viel größeren Schaden anrichten können (Vorbereitung und Durchführung sind sehr viel leichter).

Wer sind also "potentielle Terroristen von morgen"?

Von den derzeit ca. 4 Millionen Muslimen in Deutschland sind nur eine Handvoll wirklich einsatzbereite Terroristen, fast alle Muslime lehnen diesen Terror genauso ab wie du und ich. Dafür ausschlaggebend, wie viele Menschen ansprechbar für solche extremistischen Gruppierungen werden, ist neben fortschreitender (anonymer) Kommunikationstechnologie und anderen gesellschaftlichen Faktoren vor allem, wie viele Menschen sich ausgeschlossen und von der Gesellschaft zurückgelassen fühlen.

Und nun kannst du dir mal überlegen, wie sich eine ständige Hetze gegen Muslime, den Islam und auch generell Ausländer auf die Prozentzahl der Menschen auswirkt, die empfänglich für extremistische Propaganda sind, weil sie keinen oder kaum emotionalen Bezug zu dem Land, in dem sie leben, haben. Die Antwort sollte klar sein. Wenn man es so sieht, schafft sich eine Gesellschaft, die sich öffentlich und kollektiv einerseits vor dem IS in die Hosen macht, andererseits nach innen immer feindseliger und weniger versöhnlich wird, ihre eigenen Terroristen von morgen. Die Ursache und Wirkung steht zwar in einem komplexen Zusammenhang, trotzdem darf man diese nicht miteinander verwechseln.

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Kommentar von Pr1nzAlbert
16.07.2016, 00:01

Netter Aufsatz, allerdings mit Ursache und Wirkung scheinst du auch ein kleines Problem zu haben. Richtig ist, der Westen, allen voran die USA und deren NGO´s tragen die Hauptschuld.

Wer hat denn halb Nordafrika und den nahen Osten gezielt destabilisiert, stabile Regimes mittels CIA-Agenten in "Farbenrevolutionen" die regelmäßig in "failed States" endeten gestürzt?

Ghaddafi hatte mal gesagt sinngemäß: "Wenn ihr mich beseitigt, dann fällt ganz Afrika über euch her". Hätten sich die USA da rausgehalten wäre alles beim alten geblieben. Und deine Giftgaspropaganda ist längst widerlegt.

Den Amis geht es nicht um "Demokratisierung" das interessiert die einen Sch**, es geht ums Öl, den Dollar als Weltwährung zu behalten und um Geostrategie.

Wenn als netter Nebeneffekt Europa durch Flüchtlingsmassen und gelegentlichen Terror destabilisert wird, dann ist das auch gut für die US-Wirtschaft die derzeit stark unter europäischem Konkurrendruck leidet. Aus gleichem Grund wird auch massiv gegen Europas Wirtschaftsmotor Nr.1 , die deutsche Autoindustrie mit allen Mitteln geschossen.

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Sollte man zukünftig nie wieder mit einem Auto oder Fahrrad fahren, weil die Gefahr dabei zu Tode zu kommen, um ein Vielfaches höher ist, als bei einem Selbstmordattentat?

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Kommentar von Renguees
15.07.2016, 21:03

Ja hast Recht. Es war nur eine Frage. Mir ist auch bewusst, das in Deutschland nie was passieren wird.

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Die Wahrscheinlichkeit ist größer dass man überfahren wird also dürfen wir ab jetzt alle auch nicht mehr auf die Straßen gehen 🙄

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Kommentar von Renguees
15.07.2016, 21:00

Jap. Hast Recht. Wie gesagt, in Deutschland gehe ich eh nicht davon aus, das jemals irgendwas passieren sollte.

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Kommentar von amazingjule
15.07.2016, 21:02

Es kann natürlich passieren. Ich gehe sogar davon aus. Ich persönlich lasse mir mein Leben von solchen Monstern nicht vermissen. Wir leben nur einmal und wenn ich sterbe dann sterbe ich. Ob beim duschen, bei einem Unfall oder eben durch einen Anschlag. Wir haben es sowieso nicht in der Hand aber ich will wenigstens vorher was erleben und nicht in Angst leben :) aber das muss jeder selbst entscheiden - ich verstehe wenn man Massen meidet

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Kommentar von amazingjule
15.07.2016, 21:02

vermiesen*

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Kommentar von amazingjule
16.07.2016, 11:24

kann man nur sagen wenn man das erlebt oder? Aber zum Glück wissen wir das nicht, jedenfalls werden sie es niemals schaffen dass ich in Angst lebe:-P

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Nicht  unbedingt .  Wenn  es   keine  Menschenansammlungen  mehr  gibt,  dann  donnert  Dir der nächste LKW womöglich  in Deine  Wohnung

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Kommentar von Renguees
15.07.2016, 20:59

Jap, hast Recht. Am Besten immer ruhig bleiben und sich nicht in Panik versetzen lassen. In der Ruhe liegt die Kraft.

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Theoretisch kann immer und überall was passieren! Jetzt alle Freizeit und Events aufzugeben ist nicht die Lösung! Es ist trotzdem sehr unwahrscheinlich, dass es dich trifft. Es kann auch auf wenig bevölkerten Plätzen was sein. Und wenn doch.... Tja, falscher Ort! Aber ich finde nicht dass man was ändern sollte. So erreichen die Terroristen ihr Ziel! Autounfall ist immer noch wahrscheinlicher, trotzdem fährst du noch damit!

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Kommentar von Renguees
15.07.2016, 20:58

Ja du hast Recht. Ich finds trotzdem krass, das der Terrorismus sich schon in Europa langsam festsetzt, aber Angst habe ich auch nicht. Wenn man stirbt, sei es durch ein Unfall oder Anschlag, dann kann man es auch nicht mehr ändern.

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An der Möglichkeit eines Terroranschlags hat sich nichts verändert, in keinem Land Europas, das sollte spätestens seit "Charlie Hebdo" jedem klar sein.

Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Anschlag zu Schaden zu kommen, um ein Vielfaches geringer, als bei einem Verkehrsunfall.

Also Augen auf im Straßenverkehr.

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Wenn jemand nicht "lebensmüde" ist, ja!

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Kommentar von Renguees
15.07.2016, 20:55

Also das heißt du meidest größere Menschenansammlungen in Zukunft?

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Kommentar von Juli898
15.07.2016, 20:56

Es kann und wird nicht überall was passieren!

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Kommentar von Juli898
15.07.2016, 20:56

Ich will jedenfalls nicht mein Leben und meinen Spaß aufgeben wegen ein paar Idioten!

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