Sollte man ein Solidaritätsticket für den Nahverkehr einführen?

Das Ergebnis basiert auf 33 Abstimmungen

Schlechte Idee 67%
Gute Idee 33%

24 Antworten

Gute Idee

Das ist eine sehr gute Idee. Luxemburg setzt das z.B. um. Der Vorteil wäre, dass man die Ticketautomaten einsparen kann, deren teure Wartung, die Busfahrer keine Tickets mehr verkaufen müssten und die Kontrolleure nicht mehr benötigt würden. Menschen würden mehr mit Bus und Bahn fahren, was die Straßen schonen würde: In meiner Stadt werden pro Auto pro Jahr 2000€ für Wartung und Instandsetzung der Straßen ausgegeben. Mit Bussen würde sich das massiv reduzieren, so dass man eigentlich von gesparten Geld wieder viel in die Finanzierung zurückfließen lassen könnte. Die Reduktion der Agbase und des Parkraumbedarfs in den Innenstädten wäre ein weiterer Vorteil.

Die Automobilindustrie würde dagegen sicherlich Nachteile spüren, denn es würden sicherlich einige auf ihr Auto verzichten, wenn der ÖPNV besser funktioniert. Nun glänzt die Auto-Industrie zwar mit damit, dass sie viele Menschen beschäftigt, der umwelttechnische Schaden geht dabei aber in die Billionen. Eigentlich ist der Auto-Hype der totale Irrsinn, aber das möchte keiner so sehen, weil es so ein tolles Spielzeug ist.

Schlechte Idee

Eine Demokratie lebt zwar von gut zugänglichen, gut recherchierten Informationen, auch von der Freizügigkeit ihrer Mitglieder, aber nicht von einem kostenfreien Ortswechsel. Daher hinkt der Vergleich mit der GEZ, da hier ja durch die öffentlich-rechtlichen Sender ein wichtiges Basisangebot an Informationen geliefert werden: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den verfassungsrechtlich vorgegebenen Auftrag, einen Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung zu leisten und so zu einem funktionierenden demokratischen Gemeinwesen beizutragen." gefunden bei: ARD.

Ein "Solidaritätsticket" gibt es insofern schon, dass Kinder, Jugendliche, Schüler, Studenten, Bewegungseingeschränkte und Sozialgeförderte eine erhebliche, teilweise vollständige Ermäßigung erhalten.

Darüber hinaus finde ich es gut, jedem seine eigene Wahl bei der Beförderung zu lassen. Nicht zu vergessen: Ein Auto, das für jeden erschwinglich wurde, war ein erheblicher Freiheitsgewinn für viele! Und das sage ich, obwohl meine Version mit Freiheit mit einen Schritt über die Schwelle der nächsten Bahn beginnt.

Woher ich das weiß:Hobby – ehemaliger Inhaber des Bahn-Berechtigungsausweis B
Gute Idee

Wenn das die GEZ ablösen würde, sehr gerne. Dann nutz ich das vielleicht auch öfter, trotz Auto, um bspw in die Innenstadt zu kommen. Da fahr ich mit Auto nämlich nicht so gerne hin und vermeide es daher. Und hab auch keine Lust immer ein Ticket zu kaufen. Durch Ticketkäufe verzögert sich auch gerne mal länger die Abfahrt. Im Zug hätte man endlich keine Probleme mehr mit kaputtenbTicketautomaten, sowohl zum Ziehen als auch zum Entwerfen.

In Berlin mag es bereits ein gut ausgebautes Netz geben und derlei Überlegung ließen sich umsetzen. Wenn das in diesem Bundesland funktioniert, schauen sich das Konzept andere BL vielleicht ab.

Verpflichtend für ganz D das seitens der Bundesregierung einzuführen halte ich für falsch.

Der Rundfunkbeitrag ist hier ein schlechtes Beispiel - dieser ist für alle verpflichtend weil alle Menschen die Möglichkeit haben die Dienste zu nutzen. Im Bezug auf den öffentlichen Personennahverkehr ist dies nicht gegeben.

Schlechte Idee

Ich wäre eher dafür, die KfZ-Steuer etwas anzuheben und die Autofahrer können dann dafür ein Stadtticket ihrer Wahl bekommen.

Dann würden viele sich vielleicht überlegen, entweder ganz oder teilweise auf den ÖPNV umzusteigen. Dafür müsste dann aber auch die Infrastruktur ausgebaut werden, also Park & Ride etc..

Und die, die eh schon umweltverträglich von A nach B kommen, gehen - wieder mal - leer aus? Was hat ein Fahrradfahrer davon wenn der Auofahrer für seine "etwas" erhöhte KFZ-Steuer n Ticket umsonst kriegt?

1
@cas65

Die Einführung einer Fahrradsteuer ist eine sehr gute Idee von dir - hatten aber andere schon, die dafür sehr viel Spott und Häme ernteten.

0
@Fraganti

Ich habe KEINE SILBE von einer Fahrradsteuer gesagt! Ich habe nur gesagt, dass es nicht geht, es über die KFZ-Steuer zu regeln. ^^

0
@cas65

Das mit den Fahrradfahrern gilt nach meinen Beobachtungen bei uns in der Grossstadt nicht im Winter. Für die Berufspendler gibt es jetzt schon billige Firmentickets, welche wohl die Preise für die übrige Klientel deutlich nach oben drückt. Das Sozialticket ist bei uns mit fast 40€ viel zu teuer. Ein Resulat von schwarz/gelb, die das in NRW zunächst sogar ganz abschaffen wollten.

1
@Joshua18

Schon Bismarck erkannte, dass man die Eisenbahn (und ich übertrage das mal auf den gesamten ÖPNV) nicht dem "Spiel der freien Kräfte" auf dem MArkt überlassen dürfe. Und der war nun wahrlich kein Sozialist. Auch ich bin dafür, dass solche Angebote kostengünstig oder gratis für eine entwickelte Gesellschaft es 21 Jh. einfach da sein müssen.

0

Was möchtest Du wissen?