Sollte man den Wissenschaftlern immer Glauben schenken?

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16 Antworten

Kurz: Nein, nicht immer. Aber meistens kann man der Kompetenz der Wissenschaftler vertrauen.

Lang: Wissenschaft ist die bestmögliche Methode, systematisch gesichertes Wissen zu erarbeiten und nahezu jeder Aspekt unseres modernen Lebens, von Technik und Medizin bis zur Telekommunikation und Kunststoffen, geht auf Errungenschaften der Wissenschaft zurück. Auch unser gesamtes Verständnis von der Beschaffenheit des Universums und seiner Geschichte verdanken wir der Forschung.

Wissenschaftliche Arbeit ist unter anderem durch ständige Skepsis und ständiges Hinterfragen und Überprüfen gekennzeichnet. Nur wenn man ständig überprüft, ob die momentanen Ansichten mit einer neuen Tatsachenlage in Einklang gebracht werden können, werden Widersprüche aufgedeckt und ausgemerzt. Deswegen sollte man keine dahingestellte Aussage, auch wenn sie von einem Wissenschaftler kommt, kritiklos hinnehmen ("glauben"), sondern zuerst überprüfen, ob sie durch Belege gestützt wird. Wenn das der Fall ist, muss man prüfen, ob die Belege schlüssig sind und ob es Gegenargumente gibt. Nimmt die Aussage alle diese Hürden, kann man sie als gesichert akzeptieren.

Wenn aber die Faktenlage nicht eindeutig ist, spaltet sich die wissenschaftliche Gemeinde in verschiedene Lager auf, die verschiedene Meinungen vertreten. Wenn jemand hier seine Meinung als Tatsache postuliert, ohne auf die gegnerischen Positionen und deren Argumente einzugehen, ist er nicht sehr glaubwürdig. Und es gibt immer Gründe, dass sogenannte Außenseitermeinungen nur von wenigen Wissenschaftlern vertreten werden. Als Außenstehender tut man gut daran, besonders Außenseitermeinungen nicht als Tatsachen zu betrachten.

Und letztendlich sind Wissenschaftler immer auch nur Menschen. Und Menschen müssen Geld zum Leben verdienen und streben nach Anerkennung. Und um diese Ziele zu erreichen, kann es sein, dass die sauberen Praktiken der Wissenschaftlichkeit manchmal nicht beachtet werden. Wenn ein Wissenschaftler finanziell von einem Konzern (Energie- oder Pharmakonzerne zum Beispiel) oder einer Regierung abhängig ist, wird er in den meisten Fällen nichts sagen, was seinem Geldgeber schaden könnte. Manche Wissenschaftler veröffentlichen auch völlig absurde Thesen, weil sie sonst zu keiner Bekanntheit und damit Geld gelangen.

Viele Leute geben auch vor, wissenschaftlich zu arbeiten, während sie in Wahrheit Pseudowissenschaft betreiben, das kann man zum Beispiel bei Anhängern des Intelligent Design oder Rassenkundlern sehen, die den guten Ruf der Wissenschaft ausnutzen wollen, um ihre Ansichten als Tatsachen hinzustellen, obwohl sie keinen tatsächlichen Wahrheitsgehalt haben und sie Fakten verdrehen müssen, um glaubhaft dazustehen. Als Laie ist Pseudowissenschaft oft schwer zu erkennen, vor allem, weil viele Pseudowissenschaftler selbst einen höheren Abschluss aufweisen.

Uns bleibt kaum was anderes übrig. Wir, die wir keine Wissenschaftler sind, müssen darauf vertrauen, dass auf mittlere Sicht das wissenschaftiche Prinzip der Erkenntnisgewinnung funktioniert.

Aber auf uns kommt es dabei eben gar nicht an. Wissenschaftler werden immer von anderen Wissenschaftlern kontrolliert. Dabei werden Fehler oder gar Betrügereien recht schnell aufgedeckt und korrigiert.

Dennoch ist Wissenschaft natürlich ein Prozess. Es gibt keine abgeschlossene Wissenschaft, deren Erkenntnisse man für das Ende der Suche halten kann.

So baut Eins auf dem Anderen auf, entwickelt und ergänzt sich.

Wir haben guten Grund, der Wissenschaft an sich zu Vertrauen. Unser Leben ist durchdrungen von Belegen für die erfolgreiche Anwendung von durch Forschung erzieltem Wissen.

Es gibt allemal kein anderes Prinzip, dass so gut und zuverlässig geeignet wäre, die Welt um uns zu verstehen und zu beschreiben.

Kommt auf die Aussage der Wissenschaftler an und obs mehrere Wissenschaftler gibt, die sich nicht widersprechen. 

Absolute Wahrheit ist selten, sofern es nicht gerade Mathematik ist oder das Thema so oft durchgenudelt wurde, dass nur ein Trottel es nochmal anzweifeln würde. 

Es sind Menschen.

Und kein Mensch ist immer vertrauenswürdig.

Die eigentliche Frage müsste lauten: kann man wissenschaftlichen Aussagen immer glauben schenken? Dabei spielt es keine Rolle, wer diese Aussage macht. 

Es kommt also nur auf den konkreten Inhalt der Aussage an...

Und letztendlich auch auf die Motive desjenigen, der diese macht...

Da man diese aber auch nur erahnen kann sollte man am besten sich selbst nicht glauben.

warehouse14

Mathematikern, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Medizinern kann man meistens (nicht immer) glauben. 

Aber es gibt auch andere "Wissenschaften", wie z.B. Jurisprudenz, Volkswirtschaft oder Theologie. Die Aussagen DIESER Wissenschaftler sollte man stets skeptisch betrachten, obwohl natürlich auch unter diesen Wissenschaftlern viele ehrliche und kompetente Menschen sind.

Die Wissenschaft hat uns in den 70er davor gewarnt, dass das Öl sofort ausgeht. Es gab eine riesige Krise. Doch das Öl ging nicht aus. Es gab mehr davon denn je.

Die Wissenschaft hat uns in den 80er davor gewarnt, dass die Wälder komplett sterben. Namhafte Wissenschaftler rückten sich im Fernsehen ins Rampenlicht um ganz vorne von Theorien zu berichten, die keinerlei Basis hatten.

Noch ein Beispiel gefällig? In den 50er Jahren bewiesen US-Amerikanische Wissenschaftler, dass dunkelhäutige Menschen das Hirn nicht ausschöpfen können und darum im Militär nur niedrige Arbeiten verrichten dürfen.

Fazit: wenn es darum geht, den Ruhm abzusahnen, dann ist gewissen Menschen alles recht. Egal ob die Studiert haben oder nie in der Schule waren. Macht-hungrige Idioten gibt es in allen Bildungsschichten.

jorgang 25.08.2015, 19:49

Und heute sagen sie, der Klimawandel sei von menschlichen Ausdünstungen aus Kohle und KKW verursacht. Wann ändert sich diese Meinung?

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Wissenschaftler sollte man nicht immer glauben. Es gibt viele wissenschaftliche Disziplinen die sich gegenseitig widersprechen. Ganz absurd wird die Abgelegenheit wenn sich Wissenschaftler anmaßen ihre aufgestellten Theorien als absolute Wahrheit darzustellen. Die Entstehung der Erde bzw. des Lebens kann man mit naturwissenschaftlichen Methoden gar nicht beweisen.  http://www.wahrheiten.org/blog/evolutions-luege

Du schreibst von "den Wissenschaftlern" so, als ob es eine einheitliche Institution wäre, ist es aber nicht. Außerdem wirst du einem Wissenschaftler niemals "glauben" müssen. Wenn er etwas nicht wirklich beweisen kann, wird er nicht sagen dass es wahr ist, wenn er es beweisen kann, musst du ihm nicht glauben denn du kannst es selbst überprüfen.

Mich stört das Wort "immer" - und letztlich auch das Wort "Wissenschaftler", weil es nicht hinreichend definiert ist.

Es gibt Kriterien für gute und für schlechte Wissenschaft / wissenschaftliche Praxis.

Das alles zu erklären, würde hier zu weit führen - google einfach mal nach "Wissenschaftstheorie", "Reproduzierbarkeit" und "Falsifizierbarkeit".

Jedenfalls glaube ich einem Wissenschaftler in der Regel mehr als etwa einem Politiker oder einem Wirtschaftsführer.

Ja, und es gibt auch richtig miese Wissenschaft, oder genauer: eine, die sich nur das Mäntelchen "Wissenschaft" umgehängt hat - z. B. die sog. "Genderforschung".

Du hast sicher auch schon mal was von "harter" und "weicher" Wissenschaft gehört; das entspricht in etwa der Einteilung Naturwissenschaften vs. Geisteswissenschaften - richtig für voll nehmen kann man nur erstere. In diesem Zusammenhang hätte ich auch noch 'ne tolle Buchempfehlung für Dich: "The Two Cultres" von C. P. Snow.

"Nein" sagt die Mehrheit. Wissenschaftler versuchen immer andere zu manipulieren, das Beste für sich herauszuholen und sie sind immer Lobbyisten, also von der Industrie gekauft.

Glauben kann man nur unseren Politikern und Presseleuten, die den Wissenschaftlern nie über den Weg trauen. Nur sie sind unbestechlich, wollen immer das Beste fürs Volk (siehe z.B. Energiewende, koste es was es wolle).

kalippo314 26.08.2015, 20:20

"Wissenschaftler versuchen immer andere zu manipulieren"

Ahja......

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jorgang 27.08.2015, 16:18
@kalippo314

Der erste Satz war ein Zitat der Öffentlichkeitsmeinung. Selbst als Wissenschaftler behaupte ich, das ist falsch, aber damit wäre ich schon wieder für die Öffentlichkeit unglaubwürdig.  ;-)

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Kanzelparagraph 08.09.2015, 01:03

Immer diese Ironie!

Du solltest eigentlich wissen, dass die nur von 5 Prozent aller Menschen und sogar nur von 0,2 Prozent aller gf-Nutzer verstanden wird.

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den kannst du glauben schenken, aber niemals erkenntnis

Nein, denn oft genug sind sie später widerlegt worden. Eine gesunde Skepsis ist angebracht.

Jein, es kommt hier aber auch ganz auf die Thematik drauf an. manchmal kann es auch besser sein, wenn man nicht alles glaubt, was manche Menschen verzapfen.  

Natürlich nicht. Angela Merkel beispielsweise hat einen Abschluss in Physik und redet den ganzen Tag geschwollenen Blödsinn.

Kanzelparagraph 08.09.2015, 01:22

So pauschal kann man das nicht sagen. Wenn sie über politische Fragen redet, redet sie Blech. Was die Physik angeht, so weiß sie sehr wohl Bescheid, ordnet dies aber völlig ihrem Machtstreben unter.

Übrigens ist auch Oskar Lafontaine Physiker ;-)

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Nein, aber sie sind meist vertrauenswürdiger als Politiker (die ja auch alle studiert haben).

glauben tun nur die Theologen und die Wissenschaftler wissen nichts über die Natur, sie können sie nur perfekt beschreiben ;)

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