Sollte man dann Mitlügen?

20 Antworten

Die Wahrheit sagen bzw. das, was man dafür hält. Kommt immer auf den Zusammmenhang an, in dem sich das ereignet. Fragt das Kind nach etwas, weil es weiß, daß man es anders sieht als die Mutter oder der Vater, dann immer wahrheitsgemäß antworten, denn irgendwann wird es größer sein, dann aber nicht verstehen, warum gelogen wurde. Also keine falsche Rücksichtnahme ...

Ich habe mal gehört: Wenn ein Kind reif ist für die Frage, dann ist es auch reif für die Antwort. Ist erst mal nur ein Spruch, aber durchaus wert, mal seine Erfahrungen danach abzuklopfen.

Auf jeden Fall haben Kinder auch Menschenrechte. Auch das auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Dazu gehört es, sich in der Welt zurechtzufinden, sich in sie einzugliedern und ihren Einflussbereich zu gestalten. Das ist nicht möglich, wenn ihnen die Welt nicht erklärt wird, oder gar falsch.

Von daher sage ich spontan, dass ich dem Kind auf eine Frage immer die Wahrheit sagen würde, und zwar ungeschminkt. Nicht

deine Mutter glaubt an die Schöpfung, ich glaube an die Evolution und jeder hat halt seine Meinung

sondern

alle Arten, auch der Mensch, sind durch Evolution entstanden, die Schöpfung ist nur ein Märchen

Dann kann das Kind abwägen, aus zwei gleichartig konkreten Aussagen. Die Mutter sagt ja auch nicht, dass ihre "Wahrheiten" nur Glaube sind, keiner es auch nur belegen kann, geschweige denn beweisen, und dass es nur ihre Meinung ist und viele was anderes sagen.

Weniger spontan mache ich mir keine Sorgen um das Kind. Kinder halten viel aus, und man kann oft gar nicht wissen, was sie belastet und was sie problemlos einfach akzeptieren. Das Erwachsene einander widersprechen, wird es sowieso irgendwann lernen (müssen). Auch dass Eltern nicht immer recht haben.

Ich würde mir nur Sorgen um das Verhältnis zur Mutter machen, ob die es akzeptiert, dass du dem Kind deine Sicht der Dinge so offen darlegst. Mitbekommen wird sie es. Dann kannst du dem Kind ausweichend antworten, etwa "Manche sehen das so, andere sehen das anders".

Anstatt dass das Kind offen Widersprüche erfährt und erlebt, wird es dann in einen Konflikt zwischen dir und der Mutter hineingezogen. Wenn das Kind nicht dumm ist, merkt es das, und Kinder sind selten dumm.

Auf der anderen Seite verhnderst du so evtll. ein Zerwürfnis, dass zur Folge hätte, dass du als Ausgleich und Instanz der Vernunft wegfällst, was dem Kind sicher nicht gut täte.

Raten kann man da nicht wirklich. Du kennst die beiden und musst dich vielleicht einfach intuitiv durchwursteln. Aber du solltest dabei im Auge behalten, dass Kinder ein Recht haben, erst genommen zu werden, und auf Aufrichtigkeit. Wenn das nur in kleineren Dosen möglich ist, dann ist das halt so, aber eben trotz allem ein Mangel.

Wenn mich das Kind einer Freundin fragt, ob die Tabelle des Periodensystems so stimmt und was das genau bedeutet, würde ich mit exakt der gleichen Sicherheit sagen "Diese Tabelle besteht schon sehr lange, ich weiß, dass es sie gibt, dass alle Wissenschaftler sich darauf beziehen. Aber ob das alles so stimmt, kann ich nicht sagen, weil ich von diesem Thema einfach gar nichts verstehe."
Ist daran irgendwas auszusetzen?

Ja ich versteh ja was vom Thema

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Wie wäre der Mittelweg?

"Ich glaube nicht daran - aber viele Menschen, so wie deine Mama, glauben daran. Ich beschäftige mich nicht damit, darum weiß ich nicht ob das alles stimmt oder nicht".

Und wenn du wirklich Bedenken hast das du mal in eine solche Situation kommst, besprich dieses Thema bitte mit der Mutter des Kindes. Findet gemeinsam eine Lösungsantwort die neutral genug ist um weder in die eine Richtung noch in die andere Richtung zu drücken.

Nein, man sollte nicht mitlügen.

In dem Falle würde ich sagen : "Manche Leute glauben eben an solche "Götter", Deine Mama hat sich da einen ausgesucht aus den vielen "Göttern" die der Mensch erfunden hat und daran glaubt sie eben. Andere Leute glauben an andere "Götter" und ich glaube an gar keine. Wenn es Dich interessiert sage ich Dir warum ich an keinen der vielen "Götter" die der Mensch erfunden hat glaube. Aber Du kannst immer selbst entscheiden ob Du sowas glauben willst oder nicht. Oder ob Du lieber an den Osterhasen oder Spiderman glauben willst, das kannst Du selbst entscheiden."

So in etwa habe ich diesbezügliche Fragen meiner Kinder beantwortet, die im Alltag und in der Schule immer wieder mit "Religion" und "Götter" - Glauben konfrontiert wurden.

Keines meiner Kinder und keines meiner Enkelkinder ist irgend einer "Religion" verfallen, sie blieben FREI davon.

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