Sollte man bei der Erziehung eines Kindes darauf achten,möglichst wenig Druck wie möglich zu erzeugen,also dafür sorgen, dass sich das Kind frei entfalten kann?

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15 Antworten

Im kritischen Rückblick auf mein eigenes Verhalten als Vater  denke ich heute:

Den Druck, den ich als Vater ausgeübt hatte, entstammte meiner Angst, meine Kinder könnten den Herausforderungen des Lebens, wie ich sie
wahrgenommen habe
, nicht gerecht werden.

Heute weiß ich, dass es das Wichtigste in der Erziehung ist,
dass die Eltern (Erzieher) ein Gespür dafür entwickeln, was in den Kindern
werden will.

Erst dann kann es auch sein, dass ich dem Kind bei der Entfaltung  seiner Willenskräfte beistehe. Dann kann ich mit der Konsequenz in meinem eigenen Verhalten Vorbild sein und vom Kind auch einfordern, dass es das werden lässt, was in ihm werden will. Das kann dann auch als Druck erlebt werden.

Ich finde noch immer, dass Khalil Gibran   in seinem oft zitierten Gedicht die Aufgabe der Erziehenden treffend beschrieben hat:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der
fest ist.

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931

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Kinder brauchen Regeln, müssen aber die Möglichkeit haben sich selbst zu entfalten, sonst werden sie später unglücklich. Je älter sie werden, desto weniger werden die Regeln und merk dir zu viel Druck, löst immer Gegendruck aus und so erreicht man nichts.

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Ein Unwissender ist nicht der, der akademisch ungebildet ist, sondern der, der sich selbst nicht kennt. 

Und der akademisch Gebildete ist dumm, wenn er sich auf Bücher, Wissen und Autoritäten verlässt, um Verstehen und Erkenntnisse zu erlangen. 

Verstehen kommt nur durch Selbsterkenntnis, das heißt, durch Bewusstwerden des gesamten eigenen psychischen Prozesses. 

Somit bedeutet Erziehung und Bildung im wahrsten Sinne, sich selbst zu verstehen, denn es ist so, dass in jedem von uns das ganze Dasein versammelt ist.

Eine andere Art der Erziehung ist notwendig, nicht die blasse Pflege des Gedächtnisses mit der ganzen Betonung auf Druck, Anpassung und Nachahmung, die zu Gewalt führen, sondern die Pflege der gesamten Kultur des Menschen, in der das Dein und Mein verschwinden und nicht durch den Staat oder eine neue heilige Figur ersetzt werden. 

Diese andere Erziehung ist mit Wissen, mit Freiheit beschäftigt. Weisheit ist in keinem Buch zu finden, noch im perfekten Wissen, sondern liegt in der Freiheit des Erkennens. Dieses Erkennen hört nie auf und Weisheit beendet das Leid. 

Dies ein Kind zu lehren, ist wahre Liebe die Erziehung ist.

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Es gibt schon aus meiner Sicht so passende Antworten, dass ich gar nicht viel dazu schreiben muesste. Doch ich moechte gern berichten, wie wir es machen. Wir haben 4 Kinder, es sind 4 Maedchen. Sie duerfen tun und lassen, was sie wollen. Wir Eltern duerfen das auch. Wenn sich jemand gestoert fuehlt, muessen wir es klaeren.

Wir versuchen nicht extra Grenzen zu setzen, damit die Kinder etwas lernen. Doch wir raeumen auch nicht alles moegliche aus dem Weg, damit sie sich "frei" entfalten. Wenn wir ein Problem haben, sagen wir es - auch den Kindern. Wir versuchen nicht, die Kinder vor Problemen zu "schuetzen". Die Kinder duerfen gern in unserer Welt leben und unsere Welt miterleben. Nicht eine kuenstlich geschaffene Welt, die frei von Problemen ist.

Wir erlauben ihnen, eigene Entscheidungen zu treffen. Ob sie zur Schule gehen oder nicht, ist ihre Entscheidung. Wir unterstuetzen sie dann in ihrer Entscheidung und helfen, wo wir als Eltern helfen koennen. Doch vergessen uns selbst nicht dabei. Auch unsere Wuensche sind wichtig. Und nicht immer stimmen wir alle mit unseren Wuenschen ueberein. Also treffen auch wir Eltern Entscheidungen, die sich auf die Kinder auswirken. 

Wir versuchen nicht, die Kinder zu manipulieren. Also wir versuchen nicht, etwas bei den Kindern zu erreichen und sagen etwas anderes. Wir versuchen klar zu sagen, was wir wollen und dann koennen die Kinder entscheiden, ob sie das tun oder nicht.

Kinder brauchen Grenzen, klar, dem stimme ich zu. Doch der Satz sollte heissen: Kinder haben Grenzen. Punkt. Wir muessen nicht noch extra Grenzen setzen, damit sie etwas lernen. Sie hoeren schon genug Nein. Wir versuchen, mehr Ja's zu geben. 

Und ich meine nicht, dass es "die perfekte Erziehung" gibt. Wir haben alle unsere Schwaechen und Staerken. Und davon lernen auch unsere Kinder.

Ich kann das Buch "Eltern und Kinder" von Byron Katie empfehlen. Ich liebe es.

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Solange es trotzdem regeln und Grenzen gibt. Allerdings ist es schwierig gar keinen Druck zu erzeugen. Spätestens im Trotzalter, wenn das Kind versucht seinen Willen durchzusetzen, wirst du kaum umhin kommen hin und wieder Druck zu erzeugen damit das Kind tut was du möchtest.

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Natürlich sollte man ein Kind nicht, bzw. niemals unter Druck setzen.

Aber es muss lernen dass es Regeln gibt, die eingehalten werden müssen, im eigenen Haushalt, sowie der Gesellschaft selbst.

Bis auf diesen Punkt jedoch sollte ein Kind Freiheiten und vor allem die Unterstützung der Eltern haben.

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Mann muss auch Druck ausüben denn man muss das Kind auf das "wirkliche Leben" vorbereiten und dort herrscht nun einmal Druck von allen Seiten. Daher sollte das Kind frühzeitig lernen, auch mit Druck umzugehen - aber Druck heisst nicht Unterdrückung, man muss den Kindern auch viel Freiraum geben und keine willkürlichen Grenzen setzten. Trotzdem muss es lernen dass es nicht alleine auf der Welt ist und auch andere Menschen, ja auch die Eltern einen eigenen Willen und Wünsche haben die sie respektieren müssen.

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Kommentar von kiniro
29.07.2016, 16:01

Ein Kind so früh wie möglich "unter Druck" zu setzen, ist mitnichten ein Garant dafür, dass es im späteren Leben mit Druck zurecht kommt.

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Erziehung und freie Entfaltung des Kindes schließen sich gegenseitig aus.

Erziehung enthält auch immer eine Spur Druck. Und zwar den Druck, dass das Kind machen muss, was andere (hier Erwachsene) wollen.

Ich empfehle stattdessen einen "achtsamen Umgang" zu pflegen und vor allem bei sich zu bleiben.
Sprich, zu sagen, was einen stört, wo die eigenen Grenzen sind, wie Probleme gelöst werden können - ohne Verlierer zu hinterlassen.

Neben Achtsamkeit halte ich noch Flexibilität (statt sturer Konsequenz), Kreativität (statt das geht nicht anders), sich eingestehen "bin ja selbst nicht unfehlbar" (dadurch ist bisher noch keinem eine Zacke aus der Krone gefallen) und weglassen der Angst vor im Grunde harmlose Sachen (die aber leider von diversen Medien-"Gegnern" aufgepuscht werden).

Hilfreich finde die folgende Seiten:

www.diephysikvonbeziehungen.wordpress.com und

elternmorphose.de

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Nein, ein wenig Druck sollte immer da sein, klar kann man auch sagen "Mach wie du denkst" aber ich glaube sonein Kind kommt im Leben nicht weiter. Außerdem sind Kinder nicht immer gleich, da gibt es die ehrgeizigen und dann noch die faulen Kinder

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Ich würde Kinder frei machen lassen was sie wollen aber erst nachdem sie gewisse gereln gelernt haben ! du musst ihnen zeigen wo es im Leben drauf an kommt ! und dann irgendwann mit 13-14 sachen selbst entschreiden lassen  also nicht immer wissen wollen ob sie sich mal treffen mit jemand ( ich finde es schlimm wenn manche meiner freunde ihre eltern fragen müssen : Mama hab ich heut Zeit ?!!!! ) (ps wir sind 16 )  also da muss man schon den Kindern etwas freiraum lassen xD wenn du weisst was ich mein .....mhhh streng aber gut erziehen ,bei fehlern drauf hinweisen besser machen lassen und wenns  sein muss entsprechend bestrafen ...wenn dein kind etwas gut gemacht hat belohnen und loben .....so sähe für mich eine gute erziehung aus !

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Man sollte seinem Kind schon zeigen wo es lang geht also Regel ect man sollte ihm aber auch die Freiheit lassen Dinge selber zu entscheiden damit er dann auch aus seinen fehlern lernt.

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Kein Druck erzeugen - nein, frei entfalten - ja. Es kommt darauf an, das richtige Maß zu finden.

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Auf jeden Fall. Das Kind muss sich frei entfalten um sich selbst besser zu kennen. Sonst könnte das Kind sich selbst entfremdet werden und weiß am Ende nicht mehr was sein eigener Wille ist.


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Kommentar von ingwer16
28.07.2016, 21:55

Wird so das " Erwachsenen Dasein " aussehen ?

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Jein ... Auch Kinder müssen lernen mit Druck umzugehen .

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Nein.

Kinder brauchen Grenzen.

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Kommentar von Brutalo1996
28.07.2016, 21:57

Man könnte ihnen die Grenzen (und deren mögliche Konsequenzen) aufzeigen, ihnen aber selbst überlassen, ob sie diese Grenzen überschreiten oder nicht..

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Kommentar von GroupieNo1
28.07.2016, 22:17

Kinder brauchen nicht nur Grenzen, sie  wollen sogar Grenzen!
Der Erwachsene legt einen Rahmen fest in dem sich das Kind frei bewegen kann, die Grenzen sind kranktet abgesteckt und die Kinder haben trotzdem Platz sich innerhalb dieser zu bewegen.
Ich sehe es genau so, dass leider viel zu wenig Grenzen gezeigt werden heut zu Tage und viele Kinder ihren Eltern auf der Nase herumtanzen.

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