Sollte ich nun Angst vor der Hölle haben oder nicht?

21 Antworten

Hallo egla666,

die Lehre vom Höllenfeuer ist sowohl in der Christenheit, als auch in einigen anderen Religion weit verbreitet. Dennoch kann ich zu Deiner Beruhigung sagen, dass es gem. der Bibel eine "Hölle" in diesem Sinn nicht gibt.

Das haben auch einige Kirchenlehrer erkannt, z.B. John R.  W.  Stott aus Großbritannien, der schreibt, dass die „Heilige Schrift auf Vernichtung hindeutet“ und daß „die Lehre von der ‚ewigen Qual bei Bewußtsein‘ eine Überlieferung ist, die sich der höchsten Autorität der Heiligen Schrift unterordnen muß“ (Essentials—A Liberal-Evangelical Dialogue).

Die Bibel lehrt also eindeutig nicht, dass Menschen für böse Taten oder Ungehorsam ewige Qualen oder sonstiges Leid in Aussicht stehen. In vielen Bibelübersetzungen erscheint zwar mehrfach das Wort "Hölle", doch gibt dieser Begriff nicht den eigentlichen Sinn der zugrundeliegenden Wörter aus dem ursprünglichen Text der Bibel wieder.

In den hebräischen Ursprungstexten findet man z.B. das Wort "scheol".Da es kein genau entsprechendes deutsches Wort für "scheol" gibt, haben es einige Übersetzer in dem ursprünglichen Wortlaut wiedergegeben. Dieses Wort wird zwar in einigen Übersetzungen manchmal mit "Totenreich" oder "Hölle" übersetzt, gibt damit jedoch die alttestamentliche Bedeutung dieses Begriffs nicht richtig wieder.

In der Encyclopædia Britannica (1971, Bd.  11, S.  276) heißt es dazu: : „Der Scheol war irgendwo ‚unter‘ der Erde. Die Toten empfanden dort weder Schmerz noch Freude. Mit dem Scheol war weder eine Belohnung der Gerechten noch eine Bestrafung der Bösen verbunden. Gute und Schlechte, Tyrannen und Heilige, Könige und Weise, Israeliten und Heiden — alle schliefen zusammen, ohne voneinander zu wissen.“

Damit ist "scheol" einfach sozusagen der symbolische Aufenthaltsort der Toten oder das allgemeine Grab der Menschheit. Dies ist in Übereinstimmung mit vielen weiteren Aussagen des Alten Testaments, so z.B. dieser: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen...Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl, dem Ort, wohin du gehst (Prediger 9:5,10). Um durch ein Höllenfeuer gequält zu werden, muss man jedoch ein Bewusstsein haben also am leben sein.

In dem englischsprachigen Lexikon Collier’s Encyclopedia wird dies bestätigt, da man hier über das Wort „Hölle“ folgendes lesen kann: "In erster Linie steht es für das hebräische Wort Scheol im Alten Testament und für das griechische Wort Hades in der Septuaginta und im Neuen Testament. Da Scheol in alttestamentlichen Zeiten einfach den Aufenthaltsort der Toten meinte, ohne zwischen den Guten und den Bösen zu unterscheiden, ist das Wort ‚Hölle‘, wie man es heute versteht, keine glückliche Übersetzung." ( Collier’s Encyclopedia, 1986, Bd.  12, S.  28).

Wenn also die Lehre vom Höllenfeuer keine biblische Lehre ist, sondern eher ein Mythos, warum findet sie innerhalb der Christenheit überhaupt Anhänger? Die Erklärung dazu liefern die beiden Auszüge aus verschiedenen Nachschlagewerken:

„Unter den klassischen griechischen Philosophen ist Platon derjenige, der den traditionellen Gedanken von der Hölle am meisten geprägt hat“ (Die Hölle: zur Geschichte einer Fiktion von Georges Minois, Seite  63).

„Ab Mitte des 2.  Jahrhunderts  n.  Chr. verspürten Christen mit einer gewissen Vorbildung in griechischer Philosophie den Drang, ihrem Glauben in entsprechenden Begriffen Ausdruck zu verleihen .  .  . Die Philosophie, die ihnen am geeignetsten erschien, war der Platonismus“ (The New Encyclopædia Britannica, 1988, Band  25, Seite  890).

Die Höllenlehre ist somit keine biblische, sondern eine Lehre, die durch die Philosophie in die kirchliche Lehre Eingang fand. Die Frage ist also: Was ist glaubwürdiger - die Aussagen der Bibel oder die philosophischer Lehrer früherer Zeit? Das muss sich jeder selbst beantworten.

LG Philipp

Sollte ich nun Angst vor der Hölle haben oder nicht?

Meiner Meinung nach gibt es keinen Grund, Angst vor der Hölle zu haben, ganz einfach deshalb, weil sie nur ein Produkt unseres Geistes ist.

Jeder Mensch kann sich selbst das Leben zur Hölle machen, indem er sich von Ängsten, Schuldgefühlen und anderen negativen Dingen beherrschen lässt.

Wer sich aber von diesen Dingen befreien kann, ist damit seiner Hölle entkommen. Eine andere "Hölle" existiert aus meiner Sicht nicht.

Warum führt eine Diskussion zwischen einem Moslem und einem Atheisten zu nichts?

Weil ein religiöser Mensch, egal welcher Konfession, von der Ebene des Irrationalen, des Glaubens, des Unbeweisbaren und der Emotion ausgeht.

Ein Atheist hält sich dagegen an objektive Aussagen, beweisbare Tatsachen und logisches Denken und nicht an unbeweisbare religiöse Behauptungen.

Da treffen also zwei Welten aufeinander.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr , an was ich überhaupt glauben soll

Kein geistig normaler Mensch wird dich zwingen, an etwas zu glauben. Es gibt keine Verpflichtung zum Glauben.

Wenn du dich also durch die Frage des Glaubens verunsichert und unwohl fühlst, gibt es keinen Grund, weshalb du glauben und dich dadurch belasten solltest.

Grüß Dich egla666!

Weißt Du was Aufklärung ist? Da kommt man am Philosophen Kant nicht vorbei.

Er sagt:


"Aufklärung ist der Ausgang
(er meint das Weggehen bzw. das Hintersichlassen - Anm. von mir) des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen." Sapere aude! (Heißt wörtlich übersetzt: Wage es weise zu sein - Anm. von mir) Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."

Das richtige Fazit für Deinen eigenen Weg: Du kommst um das Selbstdenken nicht herum. Suche selbst Deinen Weg, niemand kann Dir das abnehmen und strenge Deinen Verstand dabei an. Das macht Mühe und braucht Zeit, viel zeit! Lasse Dir kein X für ein U vormachen!

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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