Sollte ich mich auf den Vergleich einlassen?

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9 Antworten

Ich habe neulich ähnliche Erfahrungen mit der "freundlichen Postbank" gemacht. Kurzum: Nach mehreren Missverständnissen und Briefen meierseits an die Postbank, die allesamt nicht beantwortet wurden, kündigte ich meine Konten. Trotz Bitte um Kündigungsbestätigung, keine Reaktion. Ich überreichte dann ein zweites Kündigungsschreiben persönlich in einer Filiale und ließ mir den Empfang bestätigen.

Wichtig wäre zunächst einmal zu wissen, wie dein Antrag konkret (bzgl. Verbindlichkeit) aussieht und was du dort unterschrieben hast. An deiner Stelle würde ich mich zunächst einmal auf § 145 BGB berufen, wobei ein Vertrag erst bei übereinstimmender Willenserklärung zustande kommt. Zwar existiert ein Antrag deinerseits, aber offensichtlich keine Annahmeerklärung der Postbank. Nun könnte die Gegenpartei (Postbank) die Einrede der "entbehrlichen Annahmeerklärung" geltend machen. Diese ist aber nur dann entbehrlich wenn a) du darauf verzichtet hast oder b) gem § 151 diese unüblich ist. Da a) hoffentlich ausscheidet, ist zu prüfen, ob eine Annahmeerklärung gem. § 151 gem. Verkehrssitte nicht zu erwarten ist. Meine persönliche Meinung - aber das kann jeder Richter anders sehen - ist, dass bei Kontoeröffnung diese grundsätzlich zu erwarten ist. Schließlich muss der Antragsteller zumindest seine Kontoinformationen (Kontonummer, Bankkarte, PIN, etc.) erhalten.

Weise deinen evtl. Anwalt darauf hin. Meine Erfahrung ist, dass Anwälte gut und gern auf eine Strategie gestoßen werden wollen/müssen.

Oder du erklärst der Postbank gegenüber zunächst einmal, dass aufgrund o. g. Gründe kein Vertrag zustande gekommen ist, zumal auch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden. Da du keine Reaktion von der Postbank erhalten hast, musstest du davon ausgehen, dass dein Antrag keine Beachtung fand.

Geissboeckchen 13.07.2011, 16:48

wenn ich nun einen Rechtsanwalt konsultiere und sich herausstellt dass ich im Recht bin, wer kommt dann für diese Kosten auf ?

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kosy3 13.07.2011, 17:43
@Geissboeckchen

Das kommt darauf an. Und zwar, auf den Zeitpunkt, zu dem die Postbank einknickt. Wenn die Postbank es zum Prozess kommen lässt, trägt auf jeden Fall sie selbst alle Auslagen, auch deine. So lange du einen Anwalt beansprucht, obwohl es aufgrund der Rechtslage noch nicht notwenig ist, kann die Postbank die Übernahme der Anwaltskosten ablehnen.

An deiner Stelle würde ich mir von der Bank erst einmal die Kosten aufschlüsseln lassen.

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Geissboeckchen 13.07.2011, 17:53
@kosy3

Eine Kostenaufschlüsselung habe ich ja. Ich weiss nur nicht wo der Saldo von 123.12 hegekommen sein soll, da der Antrag damals auf ein Kostenfreies Konto lief. Irgendwelche Kontoauszüge habe ich nicht. hier kurz die Kostenaufstellung. Ganz interessant finde ich auch das mir keine Portokosten in Rechnung gestellt werden.

Dieses Kündigungsschreiben ist vom 04.12.2002 Es handelt sich um eine Kopie die ich von diesem Rechtsanwalt erhalten habe. Darin steht. Herrn I. A. Adresse von 1993

Unser Zeichen MB KontoNr. MB0... Tel.0691562-1616 Datum 04.12.2002 Betrifft: Überziehung des Postbank Girokontos Nr.0...... Beendigung der Geschäftsverbindung und Mahnung

Sehr geehrter Kunde, trotz unserer wiederholten Bitte haben Sie Ihr Girokonto nicht ausgeglichen. Wir haben daher das oben angegebene Konto aufgelöst und die Forderung Herrn Rechtsanwalt Ralf Heyl, Postfach 101742, 50457 Köln, Tel 0180/5951980 zum Einzug übergeben.

Unsere Forderung errechnet sich wie folgt: -Für die Auflösung des Kontos erheben wir 5€ -Kontosaldo zum Zeitpunkt der Auflösung -123,12 € -zuzüglich fälliger Zinsen 3,84 € -fälliges Portoentgelt 0,00 € -Entgeld für die Kontoführung 17,70 € Gesamtforderung 149,66 €

Die Gesamtforderung wird mit 5 v.H. über dem jeweiligen Basiszins ge. § 247 BGB verzinst. Bitte überweisen Sie unter Angabe Ihrer bisherigen Kontonummer die Gesamtforderung auf das Verrechnungskonto des Anwaltsbüros Heyl Kontonummer 242 400 500 Postbank Köln (BLZ 37010050)

Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist daher ohne Unterschrift gültig.

Mit freundlichem Gruß Deutsche Postbank AG

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kosy3 13.07.2011, 21:34
@Geissboeckchen

Jetzt sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn sich auf dem Konto ein Saldo befindet oder befand, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Konto tatsächlich von dir genutzt wurde. Somit ist alles oben Gesagte natürlich hinfällig. Es sei denn, es ist tatsächlich irrtümlich zu Buchungen gekommen, die du gar nicht getätigt hast. Peinlich wird es für dich nur dann, wenn die Postbank dir dann abermals nachweisen kann (z. B. durch Unterschrift oder Umbuchung von einem deiner anderen Kontos), dass du es genutzt hast. Setzt sich das Gesamtsaldo evtl. aus der Summe von Kontoführungsgebühren zusammen, mit denen das Konto automatisch belastet wurde?

Dass dir keine Portokosten in Rechnung gestellt werden, würde ich an deiner Stelle jetzt nicht zum Vorwurf machen. Das lässt sich auf Verlangen leicht nachholen.

Vielleicht rufst du den RA mal an und fragst ihn, wie das Saldo zustande kommt.

Der Satz "Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist daher ohne Unterschrift gültig." ist natürlich eine Frechheit. Wenn mir jemand so etwas schreibt, beende ich mein Schreiben genauso. (Außer bei Kündigungsschreiben und anderen Schreiben mit Rechtswirkung).

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Wenn du einen Vertrag eingesht, musst du ihn einhalten. Du warst 18 und solltest wissen was du tust.

kosy3 13.07.2011, 16:13

Ob hier ein Vertrag rechtmäßig zustande gekommen ist, ist ja strittig. Hier wurde ein Angebot in Form eines Antrages gestellt, auf das nicht reagiert wurde.

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Geissboeckchen 13.07.2011, 16:57

Ich frage mich ob ich einen Vertrag eingegangen bin, da ich nie eine Bestätigung bekommen habe. Vor allem irritiert es mich dass das Konto 2002 aufgelöst worden sein soll und ich 2011 von einem Anwalt darüber informiert werde.

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Vermutlich sind das die Kontoführungsgebühren für die Jahre, aber bis 26 ist ein Postbank Konto Gebührenfrei. Auch hat die Postbank da sie Dir niemal ihre Dienste , wie Kontokarte od. KTo - Nr. gegeben hat nicht erfüllt, somit liegt der Fehler bei Ihr so ist es zwar ein Frage dies beweisen zu können , aber wenn Du dies beweisen kannst solltest Du den Vergleich nicht annehmen.

Geissboeckchen 13.07.2011, 16:51

nach so einer langen Zeit ist es schwierig zu beweisen. Denn ich habe keine eigenen Unterlagen mehr. Nur die 3 Fotokopien von dem Rechtsanwalt Herrn Ralf Heyl

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Schlauerfuchs 13.07.2011, 17:08
@Geissboeckchen

Eigentlich müsste im Falle eine Verfahren die Postbank beweisen , dass sie ihrer Kundenverpflichtung nachgekommen ist, so mußt Du Dir sicher sein , dass Du während des Zeitraumes postalisch erreichbar warst. Wenn Du den Vergleich nicht annimmst wird wohle dies dann eine Mahnbescheid machen gegen welchen Du dann Einspruch einlegen mußt dann entscheidet ein Richter darüber und da kommt es auf die Beweisbarkeit an.

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Schlauerfuchs 13.07.2011, 22:35
@Geissboeckchen

Dann würde ich mal zu Verbrauerzentrale gehen und dort informieren , denn vielleicht wissen die einen guten Rat. Den Beweis über den Nachsendeauftrag würde ich gut aufheben , wenn der Fall weiterverfolgt werden soll , denn das ist der Beweis dass Du Deinen Verpflichtungen nachgekommen bist.

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Ich kann nicht ganz folgen, woher der Betrag kommt? Und dann wäre die Frage warum erst jetzt ein Bescheid kommt? Wenn die dir Mahnungen geschickt hätten, wären die sicher mit "Empfänger verzogen" zurückgegangen. Demnach hätte die Bank merken müssen, dass du die Briefe nicht erhälst. Was hat es mit dem Kündigungsschreiben auf sich? Das war eine Kündigung seitens der Bank, richtig? Also ich kenne mich da rechtlich nicht aus. Ich würde mich auf den Vergleich auf keinen Fall einlassen. Aber um sicher zu gehen wie du dich jetzt am besten verhalten sollst, würde ich einen Rechtsanwalt um Rat bitten.

Geissboeckchen 13.07.2011, 16:04

Es handelt sich um Zinsen, kosten für Kontoauflösung, Kontoführungsgebühren. Ich verstehe es auch nicht so ganz. Denn auf diesem Konto wurden nie Umsätze getätigt.

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Hallo, zu allem was gesagt wurde, solltest Du ergänzend die Geschäftsbedingungen der Postbank lesen, speziell wann ein Vertrag entsteht und wie er zu kündigen ist. Mir ist in Deiner Schilderung unklar, 1993 vor 18 Jahren wurde Kto.-Antrag gestellt ohne Kto-Eröffnung demnach ohne Vertragsbindung. Was für ein Kündigungsschreiben aus dem Jahr 2002 liegt an? Wo vertragsmäßig nix geschlossen, brauchts auch keiner Kündigung! Ergänzend gibt es im BGB Fristabläufe für Ansprüche jeglicher Art. Wenn eine Postbank einen Anwalt beauftragt, besteht eine Vollmacht die vom Anwalt vorzuzeigen ist. Ist diese nicht korrekt auf Deine Person bezogen, besteht kein Auftrag in Deinem Fall. Nocheins, geh zur Postbank und lass prüfen, ob der Anwalt beauftragt wurde und aus welchem Grund. Gibt es keine rechtmäßigen Bestand für die Forderung, wäre eine Anzeige bei der Kripo gegen den Anwalt fällig wegen Betrugsversuch. Vielleicht liegen schon weitere Anzeigen gegen diese Person vor. Auf keinen Fall was bezahlen oder einen Vergleich eingehen!!!

Geissboeckchen 13.07.2011, 17:43

Dieses Kündigungsschreiben ist vom 04.12.2002 Es handelt sich um eine Kopie die ich von diesem Rechtsanwalt erhalten habe. Darin steht.

Herrn I. A. Adresse von 1993

Unser Zeichen MB KontoNr. MB0... Tel.0691562-1616 Datum 04.12.2002 Betrifft: Überziehung des Postbank Girokontos Nr.0...... Beendigung der Geschäftsverbindung und Mahnung

Sehr geehrter Kunde, trotz unserer wiederholten Bitte haben Sie Ihr Girokonto nicht ausgeglichen. Wir haben daher das oben angegebene Konto aufgelöst und die Forderung Herrn Rechtsanwalt Ralf Heyl, Postfach 101742, 50457 Köln, Tel 0180/5951980 zum Einzug übergeben.

Unsere Forderung errechnet sich wie folgt: -Für die Auflösung des Kontos erheben wir 5€ -Kontosaldo zum Zeitpunkt der Auflösung -123,12 € -zuzüglich fälliger Zinsen 3,84 € -fälliges Portoentgelt 0,00 € -Entgeld für die Kontoführung 17,70 € Gesamtforderung 149,66 €

Die Gesamtforderung wird mit 5 v.H. über dem jeweiligen Basiszins ge. § 247 BGB verzinst. Bitte überweisen Sie unter Angabe Ihrer bisherigen Kontonummer die Gesamtforderung auf das Verrechnungskonto des Anwaltsbüros Heyl Kontonummer 242 400 500 Postbank Köln (BLZ 37010050)

Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist daher ohne Unterschrift gültig.

Mit freundlichem Gruß Deutsche Postbank AG

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Neuergast 14.07.2011, 14:12
@Geissboeckchen

Hallo, gab es nun einen Kontoführungsvertrag der mit 123,12 € überzogen ist oder nicht? Wurde das Konto eröffnet und überzogen stellt sich die Frage, in wieweit ein Rückanspruch im Jahr 2011 verjährt ist. Sind alle Feststellung zum Schreiben haltlos muss man nicht reagieren, da der Fordernde oder Anwalt desjenigen den Anspruch begründen muss vor Gericht. Geh mit dem Schreiben zur Postbank und kläre den Wahrheitsgehalt selbst, oder telefoniere dahin. Aber vorsicht, wenn Du einen Anwalt beauftragst, sind dessen Aufwand, sprich Beratungsgebühr, Schreibauslagen, Telefonkostenpauschale u.s.w. fällig. Siehe hierzu Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) im Internet. Ergo, trifft Dich kein Verschulden, gibt es keine rechtskräftige Erstattungspflicht, den Vergleich trifft man vor Gericht und dort nur um Schadensbegenzung zu erreichen. OK?

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sind das vielleicht anfallende Zinsen über Jahre gerechnet? Also hier würde ich mich erst einmal direkt bei der Postbank( Schalter) erkundigen was das ist bevor ich etwas bezahle. Vielleicht hat das mit der Postbank auch überhaupt nichts zutun und es sind Internetabzocker die sich auf diese Weise Geld ergaunern.Habe ich vor kurzem gelesen das es mit der Sparkasse so ähnlich gehandhabt wird. Ansonsten mal im Verbraucherschutz deiner Stadt fragen ob das in Ordnung ist.Vorher würde ich keinen Pfennig bezahlen.

Geissboeckchen 13.07.2011, 15:58

Es handelt sich definitiv nicht um Abzocker. Es handelt sich um mehrere Kostenpunkte. Kontoauflösung, Zinsen, Kontoführung ...

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Geissboeckchen 13.07.2011, 17:47
@Geissboeckchen

Nachdem ich ein wenig über Rechtsanwalt Ralf Heyl gegoogelt habe, bin ich mir nicht mehr so sicher das es sich nicht um einen Abzocker handelt !!!

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Es ist eine REINE MASCHE des genannten Anwaltes!!! Der KAUFT von der Postbank aufgelöste Kontodaten auf und treibt die EHEMALIGEN Kunden bis zur Zahlung!!!

Google sie mal nach den Namen. Bitte nicht erschrecken!!!

ACHTUNG!!! Bitte mal ALSBALD eine Schufa-Selbstauskunft besorgen. Bitte ebenfalls NICHT ERSCHRECKEN!!! Der gute Herr Anwalt hat Ihnen , ohne das Sie es bemerkt haben, schon längst den Schufa-Score VERSAUT!!!

Ohne Anwalt werden Sie den nicht mehr los!!! In aller Regel tauchen bei den Abrechnungen ebenfalls Kosten einer "acredis-inkasso-unternehmen" auf. Anschrift ist gleich wie die des Anwaltes.

Soviel zur Postbank Viel Erfolg

  1. Wenn du, wie beschrieben, tatsächlich nie von der Postbank angeschrieben worden bist, und über fast 20 Jahre lang (!) kein einziges Schreiben von dieser Bank bekommen hast, sehe ich keine Geschäftsbeziehung zwischen der Postbank und dir, und damit verbunden ist für mich auch die Forderung haltlos.

  2. Im Zweifel würde ich mich verklagen lassen, und hätte dann vor Gericht vieeeele Fragen an den Rechtsvertreter der Postbank.

BioHaze 13.07.2011, 16:15

So würde ich das auch sehen ... und das sie Dir nach einem Briefwechsel gleich einen Vergleich anbieten zeigt schon dass sie sich über die unsinnigkeit ihrer Forderung selbst ganz gut im klaren sind :D Ich sehe hier keine Anspruchsgrundlage ...

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Für was sollst Du denn die Strafe bezahlen ?! Ich sehe nicht ganz was hier der Kostenpunkt ist! ...

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