Ich war früher aktives Mitglied im SV und habe dort viele Erfahrungen mit dieser Rasse gemacht (nicht nur mit meinem eigenen Hund).

Das der Deutsche Schäferhund nicht für Anfänger geeignet ist kann ich nicht behaupten. Meine Hündin war mein erster Hund und ich hatte nicht so viel Ahnung wie heute aber ich bin auch mit 14 Jahren gut mit ihr zurecht gekommen.

Auf dem Hundeplatz habe ich Hunde erlebt die sich gar nicht für eine Ausbildung als Schutzhund eigneten und die am Ende super, gutmütige, wunderbare Familienhunde wurden.

Es ist wohl wie bei anderen Rassen auch, die Hunde können vom Wesen auch sehr unterschiedlich sein. Die meisten Schäferhunde wollen ihrem Halter gefallen und sind sehr gelehrig und intelligent. Wenn sie das nicht nutzen können sind sie möglicherweise unterfordert und frustriert und kommen dann auf dumme Ideen.

Der Nachteil eines solchen Hundes ist wie bei vielen Hunderassen die Überzüchtung weshalb sie z.B.oft unter einer Hüftgelenkdysplasie leiden wegen der sie in den schlimmsten Fällen auch eingeschläfert werden. Bei einem Welpenkauf sollte man deshalb darauf achten das beide Elterntiere HD frei sind.

In Tierheimen und bei Tierschutzorganisationen ist der Schäferhund leider ein oft gesehener Gast weil viele Hundehalter keine Zeit oder Lust hatten sich genügend um den Hund zu kümmern. Es sind deshalb nicht immer schwierige Hunde sondern eher Tiere die unüberlegt gekauft wurden.

Die meisten Schäferhundmischlinge die ich kennen gelernt habe standen den rassereinen Tieren bei einer Ausbildung in nichts nach und waren im Punkt Gesundheit sogar im Vorteil.

Es hat schon seinen Grund warum der Deutsche Schäferhund eine der beliebtesten Rassen weltweit ist und oft als Polizei-, Zoll-, Rettungs-, Blinden- und heute sogar als Therapiehunde genutzt werden.

Schade das viele solcher Hunde wegen eines dummen Schönheitsideals kaputt gezüchtet wurden.

Meine heißgeliebte Schäfine ist im Januar 2015 verstorben.

Wenn sich irgendwann im Leben nochmals die Gelegenheit ergibt, einen Hund zu halten, dann wird es trotz aller Widrigkeiten wieder ein Schäferhund!

Ich hatte keine Erfahrung mit eigenen Hunden, als sie zu uns kam. Sie war nicht geprägt, hatte also noch weniger Erfahrung mit Menschen, als ich mit Hunden.

Abgesehen davon, daß sie vom Verhalten her nie ein normaler Hund war, hatte sie einen starken Charakter und einen ebenso starken Willen. Sie war trotzdem leicht zu führen.

Leider brachte sie Erkrankungen mit, die eben auch gerne mit Schäferhunden verbunden werden. Mit knapp 5 Jahren erkrankte sie an SLO, einer unheilbaren Autoimmunerkrankung. Auch das haben wir so in den Griff bekommen, daß sie Lebensfreude und wenig Schmerzen hatte.

Gestorben ist sie leider an einem Milztumor, den Schäferhunde auch häufig ausprägen.

Sie war ein echtes Goldstück, eine treue Begleiterin. Lustig, gelehrig, zurückhaltend, lauffreudig, anhänglich, eine Supernase und im Ausdruck unglaublich vielfältig und kommunikationsstark.

Ihre negativen Eigenschaften waren zu vernachlässigen. Der größte Teil stammt aus der nicht erfolgten Prägung.

Sie war ein reiner Familien- und Begleithund, einen Hundeplatz hat sie nie gesehen.

Auch wenn sich Hunde dieser Rasse sehr gut in die Familie einfügen können, verlangen sie doch ein hohes Maß an Auslastung. Nicht nur hinter einem Ball herrennen, sondern Nasen- und Kopfarbeit.

Triebig sind Hunde sowieso unterschiedlich stark, da kann man ja schauen, daß man sich nicht den aussucht, der extrem ausgeprägten Schutztrieb hat, wenn Kinder im Haus sind und nicht unbedingt den ausgeprägten Jagdtrieb, wenn man in Waldnähe wohnt.

Ich habe sie übrigens trotz Jagdtrieb im Wald ohne Leine laufen lassen können, Training ist alles.

Als Fazit kann man sagen, tolle Rasse, aber auch nicht anspruchslos.

Mein Beileid.
War das ein Deutscher Schäferhund mit abfallendem Rücken? Wenn ja, hatte sie irgendwelche Probleme mit der Hüfte?

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@Johnny5768

Ich danke dir. Nein, sie war eine mit geradem Rücken. Ein wunderschönes Tier. Ihre Hüften waren absolut sauber, ich habe sie röntgen lassen.

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Als erstes mußt Du Dich fragen, "wofür" Du einen Hund möchtest. Soll es ein Familienhund sein, möchtest Du mit ihm Hundesport machen, wenn ja, was, läufst Du gerne und viel oder lieber nicht? Hast Du Hundeerfahrung oder bist Du Anfänger usw.

Was sind Deine Vorlieben und wie ist Deine Lebenssituation?

Dann kannst Du Dich umhören, welche Eigenschaften die verschiedenen Hunderassen so mitbringen.

Da wird es sicherlich welche geben, die zu Deinen Gegebenheiten passen. Ob der DSH dazu gehört, wirst Du dann erst sehen....

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