Sollte ich die Schule abbrechen aus ungewöhnlichen Gründen?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Im Endeffekt liegt die Entscheidung am Ende bei dir.

Aus einer Überzeugung heraus eine Entscheidung wie diese zu treffen halte ich erst einmal für legitim und nicht verwerflich. Grundlage dafür ist jedoch, dass es sich hierbei wirklich um eine Überzeugung handelt und nicht nur eine Schnapsidee, die sich am Morgen darauf doch als eine Fehlentscheidung, aus deiner Perspektive, entpuppt. Sollte dieser Fall eintreffen, wäre eine erneute Eingliederung in die Schule mit viel Stress verbunden und die ganze Aktion wäre völlig umsonst gewesen.

Deine bisherige Begründung scheint mir, ganz subjektiv, noch zu kurz gegriffen. 

"[...] bei den meisten Jobs hangelt man sich genauso nur von Wochenende zu Wochenende."

Bei vielen Berufen mag das der Fall sein. Ein gutes Abitur, mit Zugang zu einem Studium, ermöglicht dir jedoch zum einen dich in einem Themenbereich zu bewegen der dich begeistert. Weiterhin bietet dir diese Qualifikation unter Umständen eine gute Chance auf einen Arbeitsplatz, bei dem dieses Konzept nicht greift.

Zwar mag diese Gesellschaftsgruppe keine Mehrheit bilden aber es gibt viele Menschen, die sehr viel Spaß an ihrem Beruf haben und dir, auf sich selbst bezogen, in diesem Punkt keine Zustimmung aussprechen würden.

Ein pauschalisiert pessimistischer Blick auf die gesamte Arbeitsstruktur ist in meinen Augen eine sehr vage Begründung für einen Austritt aus dem Abitur und hat eher den Charme einer gut verpackten Ausrede, da "Ich habe schlicht keine Lust auf Schule." zu plump erscheinen könnte.

"Ich bin krank und wahrscheinlich wird sich meine Gesundheit in zwei Jahren sehr verschlechtert haben."

Das ist jedoch ein Punkt, den ich für durchaus nachvollziehbar halte - auch wenn er von der jeweiligen Krankheit abhängig ist. Das sich dein Gesundheitszustand "wahrscheinlich" verschlechtern wird, ist erst einmal noch nicht wirklich fix. Wenn wir von einer faktisch unheilbaren Krankheit sprechen, mit einem tödlichen Ausgang, dann würde ich dem Plan, die folgende Zeit anders zu gestalten, vollends unterstützen. Ist dem jedoch nicht so käme der Abbruch des Abiturs, in diesem Zusammenhang, einer Kapitulation, vor einem möglichen Ereignis, gleich.

Wie schon erwähnt liegt die Entscheidung bei dir. Ich halte es aber für ungemein wichtig ehrlich zu sich selbst zu sein, bevor man eine solche Entscheidung fällt. Ist es wirklich die Überzeugung und die Krankheit oder doch, ganz schlicht, fehlende Lust in die Schule zu gehen? Die Frage musst du dir selbst beantworten, meiner Meinung nach kann dir diese keiner abnehmen. 

Kurzum - Sofern eine handfeste Überzeugung und gesundheitliche Faktoren die Entscheidung tragen, halte ich den Schritt für vertretbar. Sofern diese aber nur als die schöner klingenden Stellvertreter für eine "Null Bock Haltung" fungieren, würde ich diese Entscheidung nochmal intensiv überdenken.

Ich wünsche dir viel Glück dabei, die richtige Entscheidung für dich treffen zu können und hoffe du wirst glücklich mit ihr.

Liebe Grüße.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Metheme
05.08.2016, 22:54

Erstmal danke für die Antwort. Nein, wieso sollte ich zu mir selbst unehrlich sein? Das was ich geschrieben habe, sind meine unverfälschten Gedanken und kein Vorwand für eine Nullbockeinstellung. Wenn ich impulsiv nach meiner Laune handeln würde, dann wäre ich schulisch gesehen garnicht erst so weit gekommen und hätte schon viel früher abgebrochen. 

0

Ich verstehe dich absolut! Mich würde nicht nur das Schulsystem stören, mich stört die gesamte Weltwirtschaft und das politische System. Aber du kannst nichts dagegen tun! Nicht alleine. Es ist doch nicht mehr lange und bald hast du dein Abitur!

In einer hierarchischen Gesellschaft, wie wir sie haben, muss man sich buckeln um Positionen aufzusteigen. Du hast nur die Wahl zwischen Erfolg und keinen Erfolg. Das Problem ist, dass es dir offensichtlich nicht schwer fallen würde, dein Abitur mit gutem Schnitt zu bestehen. Du musst, wenn du denn Erfolg haben willst, weiter machen!

Jetzt fragst du dich sicher, wofür du diesen "Erfolg" benötigst. Und ja, eigentlich braucht man ihn nicht. Aber wenn du schon schreibst, dass du ein System nicht unterstützen willst, hast du sicher auch Alternativen in deiner Vorstellung. Doch um einer Vorstellung näher zu kommen, muss man auch in dem nicht gewünschtem System funktionieren können. 

Alle Revolutionäre wuchsen in den alten Systemen auf. Sie mussten sich in den alten System erst entfalten, um neue Systeme zu erschaffen. Es gab sicher Menschen die das Potential hatten, eine positive Revolution zu bewirken, doch dies verschwendeten indem sie gegen das existierende System streikten.

Und: Wenn du das folgende Jahr nicht machst, war dein letztes verschwendet. Wenn du es machst war es nicht verschwendet, dann hast du dein Abitur.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Metheme
05.08.2016, 23:02

Zum Glück nimmt wenigstens einer mich und meine Gedankengänge ernst. Das ist die einzige Antwort, die mir wirklich geholfen hat. Es stimmt schon, wenn man später dann etwas ändern möchte bezüglich der Situation, muss man sich zwangsläufig erstmal dem 'alten' System anpassen und sich dort hocharbeiten. Aus dem Blickwinkel habe ich die Sache vorher nicht betrachtet. Dankeschön! 

1

Also ich kann dazu nur sagen, dass ich es immer genauso gesehen habe wie du, aber ich wusste nicht waß ich ohne Abi machen sollte... ich persönlich wollte eben noch unbedingt studieren daher hatte ich keine andere Möglichkeit. Also wenn du für danach einen Plan hast ( also ich weiß ja nicht ob du noch eine Weile bei deinen Eltern bleiben kannst oder ob du überhaupt arbeiten willst) dann kannst du aufhören. Aber denk halt an deine Zukunft 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt keine verschwendete Lebenszeit. Letztlich beschreibst Du das selbst nach dieser Feststellung, und es ist wohl auch der Grund für deine augenblickliche Unentschlossenheit. Die glaube ich zu verstehen.

Ich bin der Meinung, dass gerade wegen deiner gesundheitlichen Prognose die Schule das beste ist, was Du tun kannst.

Es sei denn, Du willst oder kannst dich nicht in die Arbeitswelt eingliedern. Dann wärst Du aber auch weitgehend gesellschaftlich isoliert und gewissermaßen allein mit deiner gesundheitlichen Sorge.

Deshalb wäre mein Rat, in der Schule zu bleiben. Glück auf!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Wurzelstock
06.08.2016, 01:38

P.S.: Da ich dich offenbar erst jetzt verstanden habe, noch eine zusätzliche Information: Ich kannte eigentlich keinen einzigen Menschen, der in der 12. Klasse kein Revolutionär war. ('Rebell wäre eigentlich der rechte Ausdruck.)

0

Hey. Ich würde das Jahr noch durch ziehen. Auch wenn du krank bist. Nach dem Jahr kannst du stolz auf dich sein. Genieße die Zeit noch mit deinen Freunden und allgemein das Schulleben. Schau mal 11 Jahre hast du schon hinter dir, dann schaffst du auch noch das eine Jahr. Darfst einfach nicht so negativ denken. In ein paar Jahren wirst du dir denken, zum Glück habe ich es gemacht. Auch wenn es dir dann vielleicht nicht mehr so gut geht, hast du dann was geleistet wo du Stolz drauf sein kannst und dich drüber freuen.  Ich würde nochmal sehr stark drüber nachdenken. Alles Gute für dich Zukunft.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Darf ich wissen, was für eine Krankheit das ist?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Früher oder später wirst du es bereuen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

ja mach es

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Metheme
05.08.2016, 20:09

Hättest du noch eine Begründung? 

0

Mach doch, was du willst. Wen es interessiert's. Aber jammer hinterher nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was genau stört dich? Ich verstehe den Grund nicht

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?