Sollte ich die Inflation wirklich berücksichtigen, wenn ich Geld über Jahrzehnte anlege?

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo

Du mußt immer die mittlere Inflationsrate berücksichtigen. Zukünftig kann die zwar niemals korrekt geschätzt werden, aber über lange Zeiträume ist sie immer positiv. Das steuern die Zentralbanken grundsätzlich so, weil das für die Wirtschaft positive Effekte hat.

Die Inflationsrate ist eine Entwertung des Geldes, wirkt sich also auf selbiges direkt aus, auf andere Anlagen nur indirekt und auf Rohstoffe garnicht.

Für Rohstoffe gilt aber nicht zwingend, daß ihr Wert durch Verknappung steigen wird. Z.B. werden Erdöl und Kohle zwar knapper und schwieriger abbaubar, weshalb ihr Wert mittelfristig steigen wird, aber langfristig wird die fossile Verbrennung deutlich reduziert werden und dann sinken die Preise dieser Rohstoffe.

Der Wert von Platin zog extrem an, als selbiges Edelmetall für Katalysatoren benötigt, also knapp wurde. Wenn die Benzinmotoren zum Auslaufmodell werden, oder ein brauchbarer Ersatz existiert, dann wird der Platinpreis wieder fallen - (ist bereits billiger als Gold).

Gold wiederum ist zwar kein berauschender Leiter, aber einigermaßen gut. Die viel besseren Leiter Silber und Kupfer oxydieren aber, weshalb Gold für Kontakte unschlagbar ist und sich steigender Nachfrage der Industrie erfreut.

Etwas anderes sind Beteidigungen an Unternehmen (Aktien). Die sind insofern von der Inflation abhängig, als die Unternehmen mit Geld arbeiten und auch durch Inflationseffekte pleite gehen können. Grund-sätzlich steigen Aktien aber, wenn man sie über viele Unternehmen streut.

Derzeit gibt es einen Bitcoin-Hype. Daß der aber nicht immer nach oben geht konnte man kürzlich beobachten. Ob der momentane Bitcoin-Kurs nicht deutlich überschätzt ist, wird erst die Zukunft zeigen, weshalb das eine spekulative Anlage wäre.

Die beste Idee ist es eigentlich immer eine Anlage möglichst breit zu streuen. Damit erreicht man zwar nie das Optimum, aber ein Total-verlust läßt sich zuverlässig vermeiden.

Schönen Gruß

Erstmal vielen dank. Weshalb beeinflusst eine Inflation (Geldentwertung) Aktien und Anleihen, nicht aber Rohstoffe?

Ich meine wie du sagst ist ja die Inflation „eine Eigenschaft des Geldes“.

Sowohl Aktien/Anleihen sind wie Rohstoffe mit eben diesem Geld bewertet. Man kann sie nur gegen Geld erhalten. Und wenn das Geld eben weniger oder mehr Wert, kann man für sein Geld mehr oder weniger Aktien/Anleihen UND mehr oder weniger Rohstoffe kaufen.

Die Anlageprodukte Aktien/Anleihen und Rohstoffe wären, bis hier her ja gleich von einer Inflation/Deflation betroffen?

Du hast dann nich gesagt, dass der Wert des Geldes allerdings auch die Unternehmen der Aktien/Anleihen direkt beeinflusst. Inflation bedeutet ja dass die Unternehmen ihre Preise erhöhen. In wie fern ist das schlecht für die Anlageprodukte Aktien/Anleihen?

Wenn ich in Literatur oder im Internet etwas zum Thema Geldanlage höre, wird gesagt, von der prozentualen Performance des Portfolios muss man noch den Steuersatz und den Inflationssatz abziehen um die wahre Rendite zu erhalten. Daraus entstanden im Grunde meine Überlegungen.

Grüße

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@02567

Rohstoffe kann man notfalls auch tauschen, ist allerdings ein wenig archaisch. Praktisch werden sie natürlich in Geld gehandelt. Aber wenn die Inflationsrate nach einiger Zeit 10 % gestiegen ist, dann liegt der Preis des Rohstoffes ebenfalls 10 % höher. Dazu kommt die Steigerung des Rohstoffwertes durch Nachfrage und Verfügbarkeit.

Bei Unternehmen (Aktien) hast du mich mißverstanden. Sie sind nur indirekt durch Inflation betroffen. Deren Warenwert (in Geld) steigt zwar, wenn die Inflation steigt, aber sie können sich verkalkulieren. Z.B. könnten sie die Inflationsrate falsch einschätzen und sich auf zu hohe Lohnsteigerungen oder Einkaufspreise einlassen, was dann durch geringere Marktpreise für ihre Produktion nicht gedeckt würde.

Das ist aber nue rin Randeffekt, denn Unternehmen können sich auch aus vielen anderen Gründen verkalkulieren und pleite gehen. Deshalb habe ich eine Streuung von Aktien empfohlen. Damit macht man zumindestens so lange keinen Verlust wie die Wirtschaft überhaupt existiert (wenn sie das, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr tut, dann ist ohnehin garnichts mehr etwas wert). Für Anleger ist die Inflationsrate sowohl bei Unternehmensbeteidigungen, als auch bei Rohstoffen uninteressant, wobei beide sowieso in Aktien gehandelt werden - oder in Termingeschäften, aber die sind hochspekulativ. Davon würde ich dringend abraten, sofern du dich nicht sehr intim mit der Materie auskennst.

>>> geht noch etwas weiter (Editor will nicht) >>>

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@02567

(Fortsetzung) >>>

Was Steuern betrifft, so mußt du die bei jeder beliebigen Anlageform abziehen, weil ja dein Gewinn besteuert wird. Du kannst die Steuern ggf. wieder drücken, wenn du deine Gewinne reinvestierst, aber das solltest du eher mit einem Steuerberater besprechen.

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...noch* gesagt...

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Danke für das Sternchen

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Ja, natürlich, die Nicht-Berücksichtigung der Inflation ist ein wichtiger Denkfehler bei der Investition, auch bekannt als "Money Illusion" oder "Money Fallacy". Den Wertverlust durch Inflation könnte nur durch Deflation ausgeglichen werden. Diese tritt vor allem ein durch Steigerung der Produktivität, insbes. durch technischen Fortschritt. Die Inflation, besonders durch Steigerung der Geldmenge, ist aber historisch gesehen höher, manchmal viel höher, so dass man immer mit der inflatorischen Wertminderung von Geldbestand und Geldforderungen rechnen muss.

Geld anlegen hat den Zweck das es arbeitet, sprich es vermehrt sich.

Die Zinsen die du bekommst muessen immer hoeher wie die Inflationsrate sein, ansonsten stehst du bald mit leeren Haenden da.

Ein Zusammenbruch einer Waehrung 1923 waere dan ein Totalverlust aller Geldanlagen. Sachwerte behielten ihren Wert und somit ist das mit dem geldanlegen

keine sichere Angelegenheit ueber laengere Zeitraeume gesehen.

Auf Zinseinnahmen werden ausserdem noch Steuern faellig.

Warum strebt die EZB nach einer Inflationsrate von 2%?

Danke danke danke

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