Sollte der Unterricht in "toten Sprachen" an bayerischen Gymnasien abgeschafft werden?

11 Antworten

Pro:

Latein ist nicht als vollwertige Sprache im Schulsystem anzusehen, da sie nicht gesprochen wird.

Die Ableitung zu anderen romanischen Sprachen ist nicht so hilfreich wie man immer meint. Es gibt viel zu viele Wörter, die es in den verschiedenen romanischen Sprachen gibt und nicht ableitbar sind, sodass es sich nicht lohnt Latein als Grundbasis zu lernen.

In der Medizin ist es auch nicht mehr Pflicht, da auch viele Begriffe aus griechischen Wörtern bestehen, somit macht es keinen Sinn dafür Latein zu lernen.

Contra:

Für andere Studiengänge allerdings ist es Pflicht, ich glaube Geschichte oder so.

Als Wahlpflichtfach wäre das Fach ok, so kann jeder Schüler selbst entscheiden, für was er sich entscheidet.

Da diese Sprache sowieso nie wirklich tot sein wird, kann man sie genauso gut zum Leben erwecken und Gespräche darin führen, damit den Schülern es mehr spaß macht dieses Fach zu lernen.

- durch Latein lernt man auch mehr über die deutsche Sprache (viele lateinische Lehnwörter im Deutschen wie Mühle, Semmel, Karotte...)

- durch Latein lernt man grammatische Konzepte (die Genus und Kasus werden auch in anderen Grammatiken oft mit lateinischen Begriffen bezeichnet, so gibt es auch einen Ablativ im Finnischen, der dort "ablatiivi" heißt)

- durch Latein lernt man einen Bezug zur römischen Geschichte (analoges gilt für Griechisch; hinzu kommt noch, dass theologisch Interessierte einiges mit Latein oder Altgriechisch anfangen können)

Hallo,

hast ja schon so Einiges.... ein Abitur "Allgemeine Hochschulreife" soll ja Allgemeinbildung im Hinblick auf den späteren Berufsweg geben.

In NRW sind die Schulen, die eher und vermehrt "tote" Sprachen anbieten, oft insgesamt fernab vom weltlichen Bezug und wirtschaftlicher Zusammenarbeit, daher als Pro noch ein Argument:

Pro: "tote" Sprachen wie Latein und Altgriechisch kann man gut durch Fächer wie Informatik, mit allen gängigen Programmiersprachen ersetzen, da diese in vielen Berufen/ Studiengängen  heute vorausgesetzt werden und somit zeitgemäß sind.-----------------------------------------------------------------

Als Contra fällt mir noch folgendes Argument ein:

Contra: gerade für mathematisch und nat-wiss. Begabte, die gleichzeitig unterbegabt in jeglicher Art von verbaler Kommunikation sind, sind diese "toten Sprachen" als Ersatz für die 2. Fremdsprache bestens geeignet.

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ich finde dein 2. argument:

Contra: gerade für mathematisch und nat-wiss. Begabte, die gleichzeitig unterbegabt in jeglicher Art von verbaler Kommunikation sind, sind diese "toten Sprachen" als Ersatz für die 2. Fremdsprache bestens geeignet

nicht so gut.  ich bin echt gut in naturwissenschaften weil ich mich dafür interessiere, aber der unterschied zu sprachlern ist, dass ich keine vokabeln lernen kann. fällt mir einfach sooo schwer. selbst wenn ich hochmotiviert dazu bin; wenn der nutzungs bezug fehlt kann ich mir die einfach nicht merken.

englisch geht, weil ich das fast täglich im internet brauche und sogutwie 90% allerr wissenschafts beiträge auf englisch verfasst sind.

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@TurunAmbartanen

1) vorweg: es ging um Argumente pro oder contra, nicht um meine persönliche Meinung und das Argument steht im Bezug zum Schulsystem an sich. Denn: in den meisten Bundesländern ist eine 2. Fremdsprache Pflicht.

Das mag sein, dass das bei dir so ist. Das Argument trifft aber auf eine hohe Anzahl von sprachlich nicht so Begabten mit gleichzeitig eher math. Begabung zu, da sie Probleme mit der Anwendung, also dem Sprechen der Sprachen haben, nicht mit der Logik der Sprache an sich. 

Ich persönlich bin recht sprachbegabt und kann mir auch Vokabeln / Sprachen nachhaltiger einprägen, die ich anwenden kann. Dennoch musste ich nach Englisch zunächst Latein nehmen.....was mir aber in Bezug auf alle weiteren romanischen Sprachen, die ich später erlernte (Französisch, Spanisch, Portugiesisch) und durch private und berufliche  Aufenthalte vor Ort anwendete, eine enorme Hilfe war. Übrigens hilft Latein auch bei wissenschaftlichen Arbeiten...denn die meisten Fachbegriffe haben einen lateinischen (bzw. ursprünglich griechischen) Ursprung.

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