sollte der Staat im rahmen der Kindererziehung Kindergarten für 3-6 jährige zur Pflicht machen (im Bezug auf Solidaritäts- und subsidarutätsprinzip)?

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4 Antworten

Das ist ein schönes Thema für einen ausführlichen Besinnungsaufsatz (etwas modernenr: Erörterung)

Grundsätzlich klann der Staat die Schulpflicht schon ab dem fünften oder auch dritten Lebensjahr einführen. Nur müssten dann die Kindergärten ebenso wie die Schulen entweder verstaatlicht oder nach dem Subsidiaritätsprinzip staatlich finanziert werden.

Derzeit liegen Kindergärten überwiegend in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft, aber auch Wohlfahrtsverbände und freie Träger unterhalten Kindergärten. Bei der Einführung einer Vorschule müsste der Staat dann plötzlich als Vollfinanzierer dieser Kindergartenjahrgänge einspringen, denn eine Schulpflicht, zu der die Eltern noch finanzielle Beiträge (so wie im Kindergarten) leisten müssten, ist nicht vermittelbar und durchsetzbar.

Ob es sinnvoll wäre, ist eine andere Frage. Das Interesse an eine frühe Einbeziehung gerade bildungsferner Familien, die sich oftmals die Kindergartenbeiträge sparen, wäre schon wünschenswert, auf der anderen Seite werden Kinder oftmals schon im frühen Alter, in dem sie eigentlich spielen, singen, basteln und herumrennen sollten, schon mit Englisch, Sexualkunde, musikalischer Früherziehung und dergleichen vollgetröhnt, dass für eine unbeschwerte und frie Entwicklung kaum mehr Platz bleibt.

Da ist es für Eltern manchmal nicht leicht zu entscheiden, was man dem Kind zutrauen und zumuten soll. Die gesellschaftliche Entwicklung weist aber eindeutig in die Richtung doppelt arbeitender oder allein erziehender Eltern, so dass zu einem Ganztages-Kindergarten mit vorschulischen Elementen kaum eine Alternative bleibt. Und von dort aus ist es zu einer verpflichtenden Beschulung kein allzu weiter Weg mehr.

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Gott sei Dank liegt dies ( noch ) nicht im Bereich der staatlichen Möglichkeit. Das sollte allein die Entscheidung der Eltern sein.

Was allerdings nicht ausschließt, dass der Besuch einer Kindertagesstätte sinnvoll ist.

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Da gäbe es natürlich schon pro-argumente für. Ich glaube das Problem ist, dass du dann wieder neue Kindergärten aufbauen müsstest, mehr personal einstellen - und so wie der Job dort grade bezahlt wird, würde es mich nicht wundern, wenn man sich bei letzterem vor allem schwertäte. Ich denke, dazu müsste man erst mal die Notwendigkeit von Menschen in Erzieherberufen besser anerkennen. 

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Solche Überlegungen haben oberste Priorität in totalitären Systemen, denn wem die Jugend gehört, dem gehört die Gesellschaft. Freiheitliche Gesellschaften tasten das Elternrecht über die Schulpflicht hinaus nicht an.

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