solll man weiterkämpfen, wenn man liebt?

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6 Antworten

Es gibt sowohl für's Kämpfen als auch für's Nichtkämpfen gute Gründe. Im Detail hängt das von Feinheiten der Beziehung und der beteiligten Personen ab. Ich plädiere hier eher für's Aufgeben, weil die Konstellation nach einem unlösbaren Konflikt aussieht. Jemand, der im Erwachsenenalter noch mit seinen Eltern in Urlaub fahren muss, ist meines Erachtens nicht zu einer reifen Beziehung fähig, es würde dann eher darauf hinauslaufen, die ganze Familie zu heiraten. Das wäre aber wahrscheinlich Quatsch.

Die Vorwürfe, die dir von deinem Freund (und auch von seiner Familie) gemacht werden, sind gravierend. Solche Dinge hält man jemandem nicht vor, den man liebt, sondern nur jemandem, den man zur eigenen Bequemlichkeit hält und benutzt. Wahrscheinlich sind die Benefits für deinen Freund durchaus vorhanden, aber er hat dein Wohlergehen dabei nicht im Sinn.

Die Rechnung, die er aufmacht, ist aber falsch, er kehrt nur die negativen Seiten hervor und nimmt seine Vorteile weder zur Kenntnis noch gibt er sie zu. Wenn er tatsächlich nur die Nachteile hätte, wäre die Beziehung längst zu Ende. Kein Mensch lebt dauerhaft in einer Beziehung, in der er nur draufzahlt. Die meisten Menschen -- vor allem, wenn sie in einer unglücklichen oder kriselnden Beziehung leben -- bilanzieren aber falsch, unaufrichtig oder sind sich gar nicht über ihre Vorteile im Klaren. Rumzumeckern, zu kritisieren, den anderen zu beleidigen bringt ihnen mehr als sich selber mal schonungslos unter die Lupe zu nehmen.

Vor allem aus diesem Grund, dass dein Freund offensichtlich Nutzen für sich daraus zieht, dich und die Beziehung schlecht zu machen, würde ich zum Aufgeben raten. Kann sein, dass er dann durch Schaden klug wird, mit Sicherheit wird er nicht klug, wenn du weiter mit dir spielen läßt.

Ich merke, dass ich zunehmend schwächer werde, keine Kraft mehr habe, einfachste Dinge anzugehen, dabei war ich einst Powerfrau. Es demontiert,mich und reduziert mich als Mensch. Ich trage den Mensch auf Händen, verwöhne ihn , er zwar mich auch, jedoch kommen immer wieder Sachen, die mich schocken. Ich verbringe ein schönes Wochenende /Städtreise mit ihm, und er, der alles den Eltern mitteilt, verleudmet mich. Seine Mutter rief an, ob er zum Samstagskaffee komme, und anstatt ihr zu sagen, dass er mit mir 3'Tage verreist ist, teilt er ihr mit, dass er nicht komme, weil er Grippe hat. Was man in dem Moment fühlt, wenn man sowas hört.

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@Maren112

Wir können jetzt ziemlich genau erahnen, was dein Freund für Beweggründe hat. Er ist von seinen Eltern (seiner Mutter) abhängig und hat keine Eier in der Hose, bzw. wird das zu ihren Lebzeiten nie ändern. Du bist einfach ein bequemes Extra in seinem Leben mit Mutter für Dinge, die ihm seine Mutter nicht bietet.

Wenn du therapeutischen Rat suchen würdest (was vielleicht kein Fehler wäre), würde die Frage aber eher lauten, was die Benefits für DICH sind. Auch du zählst vorwiegend die Nachteile auf, aber das Arrangement muss für dich auch Vorteile haben. Wie auch immer, aus einer symbiotischen Abhängigkeit kann nichts Gutes erwachsen. Wenn du dich selber nicht stark genug für eine Trennung fühlst, dann suche professionellen Rat. Die Lösung liegt in dir und nicht im Abschalten des Fehlverhaltens deines unreifen Freundes.

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Der Titel der Frage passt für mich kaum mit deren Inhalt zusammen.

Was von dir erwartet wird, ist kein Kampf, sondern ist Stillhalten. Kämpfen - ja! Wenn etwas nicht läuft, dann sollte man sich in jedem Fall dafür einsetzen, dass es das wieder tut. Ja, Liebe ist Arbeit. Aber das Problem hier ist nicht, dass du zu wenig kämpfst, sondern er. Er kämpft überhaupt nicht. Er nörgelt. Und er hält dich ja gerade davon ab, aktiv zu werden. Wenn du Dinge ansprichst, die dir zurecht gegen den Kragen gehen, dann geht er in die Offensive und stellt sich dann als Opfer deiner Laune dar.

Mit keinem Recht kannst du von ihm verlangen, dass er sich ändert. Du hast kein Recht ihm zu verbieten mit seinen Eltern zu verreisen oder sie oft zu sehen. Du hast auch kein Recht von ihm zu verlangen, dass er glücklich ist mit dem, was du ihm bietest.

ABER: genauso wenig hat er das Recht, dich zu zwingen ihm mehr Freiraum zu lassen. Er hat kein Recht dich zur Scheidung zu drängen. Er hat kein Recht den selbstgefälligen Typ raushängen zu lassen!

Es gibt in einer Beziehung dinge, die man aneinander ändern kann...kleine dumme Angewohnheiten. Aber in Charakterzügen - nein. Da ist es höchstens ok, sich aus Liebe zueinander anzunähern. Sobald aber der eine vom anderen verlangt, bestimmt Verhaltensweisen zu ändern, wird die Beziehung zur Qual.

Du solltest ihn also nicht direkt verurteilen für die innige Beziehung, die er zu seinen Eltern hat - auch wenn es dich kränkt, weil sie dich nicht akzeptieren. Er ist eben so und hat ein gutes Recht darauf. Aber DEIN Recht akzeptiert er ja viel weniger! Und da hört der Spaß auf.

Sorry, aber das klingt nicht danach, dass ihr sonderlich viel Zukunft habt. Wie gesagt, Kämpfen ist hier das falsche Wort. Man verlangt von dir, dass du stillhältst und das ist das exakte Gegenteil. Wenn du um die Beziehung kämpfen willst, dann sei, wie du bist und fordere ihn heraus dich so zu lieben. Wenn er das nicht kann - auf Wiedersehen.

Es ist seine erste Beziehung, schreibst du, er hat zudem eine intensive Beziehung zu seinen Eltern. Du hast dir mit ihm gleich zwei massive Probleme eingehandelt. Er muss sich von zuhause lösen, was er anscheinend nicht einsieht, und er kann noch nicht auf Erfahrungswerte zurückschauen, weil du seine erste Beziehung bist. Er macht dir Vorwürfe, weil er sich schlecht fühlt. Seine Eltern stellen Fragen, du meldest Bedenken an, er steht unter großem Druck. Die Vorzeichen, dass sich das wandelt., ihr eine richtige Chance auf eine glückliche zukunft habt, stehen denkbar schlecht. Du steckst in einer Scheidung, die wie eine Schlammschlacht abläuft, was dich natürlich stresst und fertigmacht. Du wirst zudem angegriffen von deinem Freund, der dich für alles verantwortlich machen will, was er nicht auf die Reihe bekommt. Er ist ein Kind, ein Kind, das zuhause lebt und sich wohlfühlt, das seine Eltern noch intensiv braucht und er ist nicht erwachsen geworden. Der Abnabelungsprozeß muss ablaufen, das Bedürfnis, sein eigenes Ding zu machen muss erwachen in ihm und nicht wegen dir. Sonst wärst du immer schuld, wenn was nicht erwartungsgemäss läuft. Bringe deine Scheidung hinter dich, regle dein neues Leben und trenne dich von diesem Kindmann, der noch Zeit braucht, um ein Mann zu werden!

Vielleicht solltest du ihm mal klar machen, wie stark es dich belastet, dass er ein Muttersöhnchen ist und dir ständig etwas von seinen Problemen vorheult, die angeblich DU zu verantworten hast?

Was ist mit DIR? Trennst du dich wegen deines Freundes von deinem Mann? Ich hoffe, nicht! Lass beide Kerle links liegen, sieh zu, dass du dein Leben in den Griff kriegst. Wenn die äußeren Dinge geregelt sind, kannst du dich wieder deiner inneren Gefühlswelt widmen.

Ich bin innerlich getrennt von meinem Mann, die Scheidung ist noch nicht durch, da die beiden sich ständig bekriegen, die ganzen Streits, die ich in der Folge mit meinem Freund habe, warfen mich aus der Bahn, nahmen mir die Power. Er fordert eine schnelle Scheidung nun, dass ich bei seinen Eltern Gnade erfahre und diese mich akzeptieren. Dass er damit viel zerstört, ist ihm nicht klar.Ich liebe ihn wirklich.

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Kampf und Liebe schließen sich (eigentlich) gegeneinander aus. Vermutlich wirst Du einen ganz anderen Partner brauchen. Solche Geschichten tun keiner Beziehung auf Dauer gut und belasten ohne Ende.

Du liebst deinen Freund, das glaub ich dir, doch bei deinem Freund habe ich große Zweifel. Der liebt erst mal sich, seine Bequemlichkeit, seine Eltern und was dann noch alles kommt, keine Ahnung, du so schnell wohl eher nicht.

Wenn dein Freund es als ''Verzicht'' empfindet nicht zwei Wochen mit seinen Eltern ohne dich verreisen zu können, wenn er es noch nicht einmal nachvollziehen kann, dass du ihn dann vermissen würdest, was heißt denn das dann im Umkehrschluss? Das er dich nicht vermissen würde und somit frag ich dich, warum tust du dir das an?

Du schreibst selbst, dass dein Freund durch seine Besitzansprüche (nichts anderes ist das) deine Scheidung zusätzlich verkompliziert und erschwert, warum lässt du dir das gefallen?

Dein Freund ist noch lange nicht so weit eine vollwertige Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen, er ist noch viel zu sehr Kind seiner Eltern. Er geht mit dir um wie seinerseits seine Eltern mit ihm umgehen, er will dich bestimmen, erziehen, regieren. Du bist eine Frau die bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich hat, willst du wirklich in deinem Leben rückwärts gehen und dich darum bewerben von seinen Eltern adoptiert und von den Dreien erzogen zu werden? Es ist deine Entscheidung aber das eigene, erwachsene Leben zu opfern um wieder abhängiges Kind zu werden, das wäre mir keine Liebe der Welt wert.

Wenn du dich emanzipierst und den Zirkus nicht mit machst, dein Leben dann nach der Scheidung endlich wieder selbstbestimmt leben kannst, wer weiß vielleicht kann dann dein positives Beispiel noch etwas bei ihm bewirken, wenn du dich nun unterwerfen und klein machen lässt sehe ich jedenfalls keine Aussicht auf Besserung.

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