Sollen Meerschweinchen-Züchter Verantwortung übernehmen über den Verkauf hinaus?

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3 Antworten

Also bei unserer Züchterin ist das ganz klar geregelt. Sie nimmt Tiere zurück oder hilft bei Vermittlung.

Der Appell müsste eher an Käufer gehen nicht aus undurchsichtigen Inseraten zu kaufen.
Hab leider auch 2 Mädels von einer unseriösen.
Erst wars ein Unfall und als ich die Mädels abholte war bei der Mutter der nächste Wurf da.
Das hat mich aufhorchen und genauer hinschauen lassen.

wutzwutz 29.04.2016, 15:17

Das tut er auch, leider passte nicht mein ganzer Text in das Fragefenster und der Rest steht deshalb in der ersten Antwort. Ich gebe Dir völlig Recht, bei Deinem Einwand!

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neununddrei 29.04.2016, 15:19

Ups ja jetzt hab ich es gesehen.

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Hallo,

ich melde mich jetzt mal als Züchterin zu diesem Thema.

Ich züchte seit mittlerweile 14 Jahren. Außerdem engagiere ich mich ein wenig im örtlichen Tierschutz. Ich habe eien verhältnismäßg kleine Zucht, mit Vermittlungstieren, auch Nottieren sind hier nie mehr als maximal 25 Schweinchen. Das ist mir wichtig, da ich die Tiere liebe und jedes kenne. Also den jeweiligen Charakter, Vorlieben, Abneigungen etc. Meiner Meinung nach, geht das bei einer größeren Anzahl nicht mehr. Auch bei schweinchengerechter Fütterung, Haltung etc. wird es bei größerer Anzahl schwierig. Momentan leben hier 13 Schweinchen, davon zwei Abgabescheinchen, drei Damen sind allerdings gerade tragend.

Meine Damen bekommen im Schnitt drei Würfe in ihrem Leben, bis sie sich ihre "Rente" verdient haben. Die bekommen sie mit spätestens 2 Jahren. Manche gehen schon nach dem ersten oder zweiten Wurf in Liebhaberhände, manchmal kommt es auch vor, dass eine Zuchtsau vier Würfe bekommt. Das ist aber das Höchste.

Seit 2008 gehen Böcke bei mir grundsätzlich nur noch kastriert in Liebhaberhände. Unkastrierte Böcke gebe ich nur an Züchter und da ich auch nicht an jeden abgebe, kommt das auch sehr selten vor.

Bei mir werden die Böckchen aus deinem Wurf mit 2 1/2 Wochen frühkastriert. Das hat den Vorteil, dass sie bei ihrer Mama bleiben können, auch wenn sie dann älter werden. Sie sind dann automatisch in einer Gruppe, auch mit mindestens einem erwachsenen Kastraten, können dort in der Gruppe gut erzogen werden, denn an der Erziehung betiligen sich alle. Ich habe auch keinen Abgabestress. Wenn andere Züchter jammern, weil sie ihr vier Wochen alstes Böckchen noch nicht vermittelt haben und das doch dann immer schwieriger wird bei unkastrierten Böcken, kann ich mich entspannt zurücklehen. Außerdem sind Frühkastrate so herrlich unkompliziert und können in jeder Kostellation gehalten werden.

Über die Jahre sind, trotz der geringen Anzahl an Zuchttieren, schon viele Abgabeschweinchen ausgezogen. Ich sage jedem neuen Besitzer, dass ich mich immer darüber freue, wenn ich auch in der Zukunft noch von meinen Schweinchen höre. Und? Ja, von einigen Schweinchen höre ich auch noch nach vielen Jahren immer mal wieder, was mich sehr freut. Aber von der Mehrheit? Nach spätestens einem Jahr nie wieder, auch nicht auf Nachfrage. bei denen, von denen ich nichts mehr höre, hoffe ich einfach, dass alles in Ordnung ist und es einfach keinen Grund gibt, sich zu melden.

In all den Jahren wurde ich nur dreimal kontaktiert, weil das Hobby aufgegeben wurde. Dreimal in so langer Zeit. Zweimal habe ich Schweinchen zurück genommen. Einmal habe ich bei der Vermittlung geholfen, während die letzten beiden verbliebenen Schweinchen so lange bei der bisherigen Besitzerin geblieben sind, bis sie ein neues Zuhause hatten, da kein Einzelschweinchen da saß, war es so, die stressfreiste Variante.

Einmal habe ich Schweinchen aus meiner Zucht auf einem Kleinanziegenportal gefunden. Zwei zusammen für 10 Euro. Ich hatte direkt schlimmste Vorstellungen, wer sich auf solch eien Anzeige meldet und habe den Verkäufer kontaktiert. Ich habe freundlich angeboten, die Schweinchen zurück zu nehmen oder bei der Vermittlung zu helfen, daraufhin wurde die Anzeige gelöscht und ich weiß nicht, was aus meinen Schweinchen wurde.

Warum also nur ein Appell an die Züchter, sich Gedanken zu machen und zu der Verantwortung zu stehen oder an die Käufer in dem Sinne, sich die Züchter genau anzuschauen? Auch wenn ich beides sehr unterstütze. Warum kein Appell an die Käufer, die bei Züchtern ihre Tiere kaufen, auch bei Weitergabe aus welchen Gründen auch immer , den Kontakt zum Züchter zu suchen?

Dies soll ein Appell und eine Frage an alle Züchter sein doch einmal darüber
nachzudenken, was in 3, 4 und über 5 Jahren mit den möglicherweise
liebevoll aufgezogenen Jungtieren passiert. Bitte macht Euch im Sinne
Eurer Nachzuchten vor dem Verkauf Gedanken und auch darüber hinaus.

Dies ist auch ein Appell und eine Frage an die Liebhaber und Käufer, sich die Züchter vor dem Kauf genau anzusehen und abzuwägen, ob nicht vielleicht die
Adoption eines Notmeerschweinchens aus der Nothilfe eine Alternative zum
Kauf bei zweifelhaften Zuchten ist.

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