Sollen Evolution und Schöpfungsgeschichte im Bio-Unterricht behandelt werden?

...komplette Frage anzeigen

16 Antworten

Die Evolution ist einer der wichtigsten Fachbereiche der Biologie und gehört damit natürlich in den Biologieunterricht. Wenn man sich zum Ziel setzt, den Schülern grundlegendes Wissen über die belebte Natur zu vermitteln, gehört der Blick in die erdgeschichtliche Vergangenheit dazu. Nur mithilfe der evolutionären Betrachtungsweise kann man wirklich verstehen, warum die Lebewesen in ihrer Anatomie, ihrer Genetik und in ihren Beziehungen so sind, wie wir es beobachten und messen.

Die Schöpfungsgeschichte gehört nicht zur Biologie, da sie ein literarisches und mythisches Zeugnis des Altertums darstellt und kein wissenschaftliches Modell und schon gar keine gleichwertige Alternative zur Abstammungstheorie, egal was manche Unbelehrbare denken. Die einzige Möglichkeit, die Schöpfungsgeschichte sinnvoll in den Lehrplan der Biologie zu integrieren ist bei der Betrachtung der Geschichte des Evolutionsgedankens und seiner gesellschaftlichen Auswirkungen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo ShizenCat,

die Schöpfungsgeschichte hat im Biologieunterricht nichts verloren.

Wieso nicht?

Erstaunlich, dass man überhaupt darüber reden muss: Weil sie mit Biologie nichts zu tun hat. "Schöpfung" ist ein philosophisches Konzept. Religiöse Schöpfungslegenden sind eine Deutung des Daseins aus dem Blickwinkel einer bestimmten religiösen Überzeugung heraus. Mit naturwissenschaftlicher Beschreibung der Vorgänge in der Natur hat das nichts zu tun.

Was allerdings (leider) in den Biologie-Unterricht gehört, ist der Kreationismus, das Leugnen der Evolution durch religiöse Ideologen und das Herausarbeiten der grundlegenden Irrtümer des Kreationismus- nämlich nicht zuletzt der, genau diesen Unterschied zwischen naturwissenschaftlicher Beschreibung der Natur und religiöser Deutung des Daseins zu verwischen. Typische Scheinargumente und Falschdarstellungen des Kreationismus sollten vorgestellt werden, damit religiöser Fundamentalismus hier keine Angriffsflächen in eventuellen Bildungslücken findet.

Evolution wiederrum ist aus dem Biologie-Unterricht nicht wegzudenken - wie willst Du sonst die Formenvielfalt und Anpassung der Lebensformen an ihre ökologischen Nischen verstehen?

Wie willst Du den Kindern beibringen, welchen Platz der Mensch im Gefüge der Lebewesen hat und wie zerbrechlich unsere eigene Zukunft als Spezies überhaupt ist? Willst Du wirklich Kindern das Wissen vorenthalten, wie die Natur funktioniert? Ohne die ET verstehst Du gar nichts in der Biologie.

Es gibt zum Glück zahlreiche Bestrebungen, den Evolutionsunterricht auszuweiten und bereits in der Grundschule damit anzufangen.

Ein vorbildliches Projekt in diese Richtung sind die Evo-Kids: https://evokids.de/

Grüße


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Schöpfungsgeschichte hat nichts im Biologieunterricht verloren!

Man spricht in Chemie auch nicht an, wie Jesus aus Wasser Wein macht.

Man spricht auch in Physik nicht an, wie Moses das Meer teilte.

Die Biologie als Naturwissenschaft beschreibt die Lehre des Lebens aus wissenschaftlicher Sicht, da sie eine Naturwissenschaft ist.

Ich sage damit nicht, dass die Schöpfungsgeschichte nicht gelehrt werden soll, aber bitte im passenden Fach (in Religion). Die Einteilung dient nur der groben Strukturierung von Unterrichtsfächern. Man geht ja auch nicht her und fängt in Mathematik an, Aufsätze zu schreiben, nur weil man bei Textaufgaben einen  Antwortsatz formulieren muss.

Dass die Evolutionstheorie (der Begriff Theorie, hat übrigens eine klare Definition und ist keinesfalls mit Vermutungen aus dem Bauche heraus gleichzusetzen) und die Schöpfungsgeschichte vielleicht eine Kontroverse darstellt, dafür kann die Biologie nichts. Sie sollte sich deshalb nicht rechtfertigen müssen, nur weil die Idee der Bibel angeblich eine gleichwertige Alternative darstellt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Evolution auf jeden Fall. Sie ist ein Fakt und sollte wie andere Fakten, beispielsweise die Tatsache dass die Erde nicht flach ist und Krankheiten von Keimen verursacht werden. 

Bei der Schöpfungsgeschichten stellt sich die Frage: Welche? Die Entstehung der Welt aus dem Chaos und die Schöpfung der Menschheit durch Titanen, wie die antiken Griechen es erzählten? Die Schöpfung durch die Regenbogenschlange von welcher die Aborigines berichten (immerhin die älteste Religion und Kultur der Welt).

Im naturwissenschaftlichen Unterricht hat keine davon etwas zu suchen, es sind ausnahmslos widerlegte Märchengeschichten. Man kann sie in Geschichte behandeln, wenn man es möchte, solange man deutlich macht, dass es sich bei ihnen um keine Tatsachenberichte handelt, sondern um die Versuche primitiver Kulturen sich einen komplexen Kosmos einfach zu erklären.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
  • Evolution wird bereits im Biologieunterricht behandelt.
  • Wie das Wort Schöpfungsgeschichte schon verdeutlicht handelt es sich hierbei nicht um eine belegte Tatsache und hat somit in dem Biologieunterricht nichts zu suchen. 
  • Die Schöpfungsgeschichte ist eine alte Überlieferung, unsere Vorfahren haben so versucht sich die Welt zu erklären. 
  • Die Evolutionstheorie dagegen ist eine der am besten bestätigten Theorien die die Menschheit je hervorgebracht hat. Es gibt tausende Belege aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen. Für die Schöpfungsgeschichte gibt es keinen einzigen Beleg. 
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Gründe dafür:

Die Schöpfungsgeschichte ist als ein Teil der Bibel ein Stück Weltliteratur. Sie steckt voller Symbole und interessanter Aitiologien, die das Dasein des Menschen auf symbolische Art erklären und ihm einen Sinn geben. Und auch ein ganzes Stück verantwortung: "Geht hin und macht euch die Erde Untertan!" ist eben nicht nur die Anweisung, sich alles zu nehmen, wonach einem ist, sondern auch als weiser Herrscher sich der Verantwortung bewusst zu sein, die man als dominante Spezies an der Spitze der Nahrungskettte innehat. Aber nur an dieser Stelle würde ich der Schöpfungsgeschichte einen Platz im Biologieunterricht geben: Wenn als Intention und Lernziel die Schüler die Erkenntnis gewinnen sollen, dass jedes Leben einen Wert hat und auch sie selbst mit ihrem Verhalten dazu beitragen können, diesen Wert zu erhalten. Die gleiche Botschaft würde im Ethik- oder Religionsunterricht ebenfalls Sinn machen und pädagogisch wertvoll sein.

Gründe dagegen:

Die Schöpfungsgeschichte hat im 21. Jahrhundert keinen Anspruch mehr, als Erklärung für die Entwicklung der Artenvielfalt auf unserem Planeten gelten zu dürfen. Die Biologie, Geologie, Physik und vor allem die Paläontologie haben uns harte Fakten geliefert, wie die Erde entstand und wie die Entwicklung des Lebens vonstatten ging. Die Evolutionstheorie ist heute die am besten durch Belege gesicherte wissenschaftliche Theorie überhaupt und um einiges besser verständlich als die Gravitations- oder die Atomtheorie, da wir sichtbare Beweise für sie vorlegen können. Sogar schon von den ersten Wirbeltieren im Kambrium bis hin zum Homo sapiens ist die Entwicklung des Menschen ausgesprochen gut belegt und lässt kaum noch Lücken, um einen Zweifel an der Evolution zu hegen. Evolution ist Fakt. Und nichts anderes darf im Unterricht behandelt werden, denn wir betreiben in Deutschland richtige moderne Schulen und keine Verdummungsanstalten, die lange veraltete Weltbilder vermitteln. Aus dem gleichen Grund, warum ein Schüler in Gesundheitslehre nicht die Vier-Säfte-Lehre eingetrichtert bekommt oder in Politik nicht lernt, dass Weiße als Rasse den Schwarzen überlegen sind, darf er auch nicht lernen, dass Gott die Erde an sechs Tagen erschuf. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß und schlichtweg falsch.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Evolution ist eines der zentralen Dinge in der Biologie und sollte definitiv im Biologieunterricht behandelt werden.

Die Schöpfungsgeschichte ist Teil einer bzw. mehrer Religion. Die Ereignisse in der Bibel sind symbolisch zu verstehen. Es sind Gleichnise, die früher dazu dienten den einfachen Menschen komplexe Sachverhalt zu verdeutlichen. Leider verstehen viele Menschen das Geschriebene Wort für Wort.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Kreationismus hat mit Biologie nichts zu tun und gehört daher nicht in den Biologieunterricht.

Im Zusammenhang mit Kreationismus kann man nicht mal von einer widerlegten Theorie sprechen, wie hier an anderer Stelle zu lesen war, da es sich nie um eine Theorie gehandelt hat, sondern eine substanzlose Behauptung ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Evolution auf alle Fälle, immerhin ist sie wissenschaftlicher Fakt und fester Bestandteil der Biologie.

Der Schöpfungsmythos ist genau das, ein Mythos, ein Märchen und ist nichts weiter als reine Fiktion, weshalb er auch als solche behandelt werden sollte.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von SlowPhil
02.02.2017, 19:58

In Märchen steckt viel Wahrheit drin, vorausgesetzt, man missversteht sie nicht als historischen Bericht.

0

Dafür: Weil es zur Zeit die Theorie ist, die die Realität am besten beschreibt und damit wichtig, damit man wenn man später forschen will diese Erkenntnisse mit einbringen kann.

Dagegen: Eigentlich nur das man religiöse Gefühle verletzt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von kjklol
02.02.2017, 19:42

Die Schöpfungsgeschichte sollte man auf jedenfall zumindestens in Religion oder Ethik behandeln. Einfach nur um die Leute über die Kultur aufzuklären und ein besseres historisches Verständnis zu bekommen.

3
Kommentar von bestantworter81
02.02.2017, 19:50

Selbst wenn es eine "Theorie" ist die nicht voll und ganz bestätigt wurde macht sie Sinn und ist schlüssig. Der Schöpfungsbericht macht keinen Sinn und wurde praktisch zu 100% widerlegt.

0
Kommentar von matmatmat
06.02.2017, 07:19

Dagegen: Eigentlich nur das man religiöse Gefühle verletzt.

Wenn die Realität religiöse Gefühle verletzt, dann muß die Realität sich aber mal warm anziehen... ;)

0

Aber ja doch, das ist Teil der Wissenschaftsgeschichte.

Der Evolutionsgedanke ist nicht aus dem Nichts entstanden.

- Heliozentrisches Weltbild des Aristoteles 

- christlichem Weltbild

-  Carl v. Linné untersuchte Fossilien und erstellte die noch heute gültige Systematik der Pflanzen auf. Dennoch sah er diese Systematik als gottgegeben an und war als Pfarrersohn noch von einem göttlichen Schöpfungsakt überzeugt.

.- Die Kathastrophentheorie versuchte noch Evolution und Schöpfungsakt zu vereinen.

- Erst im 19 Jhd. setzte sich der Evolutionsgedanke mit Lamarck und Darwin durch.

Es hat als zeitgeschichtliches Erklärungsmodell der Entstehungsgeschichte durchaus seine Berechtigung im modernen Unterricht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von chog77
02.02.2017, 20:11

Tippfehler: Katastrophentheorie von Cuvier

0
Kommentar von matmatmat
06.02.2017, 07:28

Ein anderer Punkt, an dem man es in Bio behandeln kann ist, wenn man sich mit dem Denken, Entscheidungsfinden, Bias und Fehlschlüssen beschäftigt... :-D

0

Die Schöpfungsgeschichte hat im Biologieunterricht nichts zu suchen. Ebenso wie das Thema Evolution nichts im Religionsunterricht zu suchen hat.

Völlig verschiedene Baustellen.

ET ist Wissenschaft. Hier gibt es Fakten, überprüfbare Konzepte und das Prinzip der Falsifikaiton.

Kein Schöpfungsmythos hat mehr Relevanz als die Geschichten aus 1001 Nacht.

Das wäre, als wolle man Astrologie im Physikunterricht lehren. Einfach absurd.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dafür: Spätestens wenn die Geschichte der Evolutionstheorie ansteht, führt sowieso kein Weg mehr dran vorbei. Denn wie gerade die biblische Version beweist, waren Evolutionskonzepte schon im frühesten Altertum bekannt: www.aneste.ch; Auch Paul Hengge hat sich mit beidem befasst, nachzulesen in seiner Bibelkorrektur. "Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft" von Karel Claeys darf natürlich auch nicht fehlen. Diese Bücher könntet ihr für den Unterricht aus der Bibliothek ausleihen. 

Dagegen spricht rein gar nichts, solange man die dem Bibeltext auf rein semantischer Ebene zu entnehmenden Aussagen strikt von den spätzeitlichen, frommen Christenmärchen (junge Erde und tralala) trennt. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Evolution gehört selbstverständlich in den Bio-Unterricht. Die "Schöpfungsgeschichte" ist im Religionsunterricht bestens aufgehoben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Meiner Meinung nach gehört es definitiv dazu sowohl Kreationismus/Schöpfungsgeschichte als auch Evolution in der Schule behandelt werden. Ob die Schöpfungsgeschichte in den Biologie-Unterricht gehört, ist aber fragwürdig. Wofür hat man denn Religion bzw. Ethik?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dafür: 

- sind beides Theorien

- Evtl Schöpfungsgeschichte  in Einklang mit der Evolution bringen(die beiden Theorien widersprechen sich nicht automatisch)

Dagegen:

Könnte Gläubigen bzw. Nicht gläubig en zu nahe kommen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Babaisthier
02.02.2017, 19:46

Charles Darwin war zum Ende hin auch Gläubiger Christ. Ist evtl nützlich zu wissen. ,,Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott"

2
Kommentar von SlowPhil
02.02.2017, 20:04

Die Schöpfungsgeschichte ist keine Theorie, sondern eine Erzählung,wie man sie sich am Lagerfeuer erzählt (speziell Gen. 2) respektive ein Hymnus (Gen. 1, übrigens der jüngere der beiden Texte.

Beide Schöpfungsgeschichten sind Gegenstand der Geisteswissenschaft, nicht der Naturwissenschaft.

Kreationismus wiederum ist einfach nur schlechte Theologie.

10
Kommentar von dadita
02.02.2017, 20:34

Und wieder jemand der nicht versteht was eine naturwissenschaftliche Theorie ist. Um es kurz zu machen: Ein belegbares und belegtes Modell zur Erklärung eines natürlichen Phänomens und in diesem Fall gleichzusetzen mit einem Fakt, wie auch die Keimtheorie der Krankheit. 

Die Schöpfungsgeschichten(!) aller Religionen sind hingegen antike Märchen ohne Basis in der Realität. 

7
Kommentar von Gondor94
03.02.2017, 14:49

Die Schöpfungsgeschichte ist keine wissenschaftliche Theorie. Die wissenschaftliche Theorie ist etwas gänzlich anderes, als die Theorie im allgemeinen Sprachgebrauch. 

Zum weiterlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie

6

Was möchtest Du wissen?